Kritik an Istanbul-Asphalt: Michael Masi reagiert

Von Otto Zuber
Formel 1
FIA-Rennleiter Michael Masi

FIA-Rennleiter Michael Masi

Das Rennwochenende in der Türkei gestaltete sich spannender als erwartet, nicht zuletzt wegen des aalglatten Asphalts, der von vielen Fahrern kritisiert wurde. F1-Rennleiter Michael Masi verteidigt die Streckenbetreiber.

Es war von Anfang an eine Rutschpartie: Die GP-Stars hatten auf dem Istanbul Park Circuit ihre liebe Mühe, ihre Rennwagen auf der Piste zu halten. Das lag nicht nur an den schwierigen Wetterbedingungen und den kalten Temperaturen, sondern auch am neuen Belag, der kurz vor dem besuch des GP-Trosses gelegt wurde.

Noch am Renntag kritisierten einige Piloten den Asphalt der türkischen Rennstrecke, so klagte Williams-Pilot George Russell: «Das Wochenende verlief nicht, wie erwartet. Ich bin mir sicher, dass es eine grossartige Show war, die ich von der Couch aus auch genossen hätte. Tatsächlich war es aber nur ein Glücksspiel.»

«Wenn du Chaos, Gemetzel und Fahrer sehen willst, die sich zum Affen machen, gibt es andere Kategorien und Sportarten dafür», fuhr der 22-jährige Brite fort. «Aber in der Formel 1 geht es um die besten Autos, die besten Fahrer und die besten Teams, die auf den besten Strecken der Welt zeigen, was sie drauf haben. Und in der Türkei war es nicht so.»

«Die Leute fragen sich, wie man bei diesen niedrigen Geschwindigkeiten einen Dreher hinlegen kann, aber diese Autos sind nicht dafür gemacht, im Schleichgang um die Strecke zu tingeln. An diesem Wochenende waren wir gezwungen, langsam zu fahren, und die Reifen waren deshalb nicht im richtigen Arbeitsfenster. Es war gefährlicher, Tempo rauszunehmen, da die Reifentemperaturen einbrachen. Selbst nach dem Rennen hätte ich mich auf dem Weg zur Box fast gedreht, weil die Reifen in einer halben Runde um 30 Grad abkühlten», beschrieb Russell.

Der 35-fache GP-Teilnehmer räumte aber auch ein: «Ich habe gehört, dass die Arbeiten in letzter Minute vorgenommen werden mussten, und die Streckenbetreiber haben so gesehen einen guten Job gemacht, indem sie alles Notwendige rechtzeitig erledigt haben. Alles hat sich durch das schlechte Wetter vor ein, zwei Monaten verzögert, das darf man natürlich nicht vergessen.»

In die gleiche Kerbe schlägt Michael Masi. Der Formel-1-Rennleiter betonte: «Es mussten ziemlich viele Veränderungen an der Strecke vorgenommen werden, denn das letzte Mal, dass die FIA die Strecke abgenommen hat, war 2017. Wir müssen anerkennen, dass die umfangreichen Vorbereitungen in kürzester Zeit erledigt werden mussten.»

Türkei-GP, Istanbul

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:42:19,313 h
2. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +31,633 sec
3. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +31,960
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +33,858
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +34,363
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +44,873
7. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +46,484
8. Lando Norris (GB), McLaren, +1:01,259 min
9. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1:12,353
10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1:35,460
11. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Kevin Magnussen (DK), Haas, Aufgabe
Romain Grosjean (F), Haas, Schäden nach Kollision mit Latifi
Nicholas Latifi (CDN), Williams, Schäden nach Kollision mit Grosjean
Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, Getriebedefekt

WM-Stand nach 14 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 307 Punkte
2. Bottas 197
3. Verstappen 170
4. Pérez 100
5. Leclerc 97
6. Ricciardo 96
7. Sainz 75
8. Norris 74
9. Albon 70
10. Gasly 63
11. Stroll 59
12. Ocon 40
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 504
2. Red Bull Racing 240
3. Racing Point 154
4. McLaren 149
5. Renault 136
6. Ferrari 130
7. AlphaTauri 89
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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