Nach Grosjean: Formel 1 entgeht zweiter Katastrophe

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lando Norris in Bahrain

Lando Norris in Bahrain

​Romain Grosjean sass im Feuer und hat überlebt: Der Formel-1-Sport ist dank Sicherheitsvorkehrungen und viel Glück einer Katastrophe entgangen. Leicht hätten daraus in Bahrain zwei werden können.

Eine Kombination von fünf Faktoren hat dazu geführt, dass Romain Grosjean noch am Leben ist. Aber neben dem fürchterlichen Feuerunfall von Bahrain geht fast unter, dass der Sport knapp einer zweiten Katastrophe entgangen ist – als nach dem Ausfall des Mexikaners Sergio Pérez kurz vor Schluss des Rennens ein Streckenposten über die Strecke rannte, um zum Racing Point-Fahrzeug zu gelangen, herannahende Rennwagen missachtend!

Der erste Fahrer, der am Ausgang von Kurve 10 dahergeschossen kam, war McLaren-Fahrer Lando Norris. Der Engländer am Funk: «Da ist einer, der verdammt noch mal über die Piste rennt! Das ist der kühnste Kerl, den ich je gesehen habe.»

Sein Renningenieur Will Joseph antwortetet: «Kühn oder dumm.»

Sofort erinnerten sich ältere Formel-1-Freunde an Südafrika 1977, als der Streckenposten Frederick Jansen van Vuuren über die Strecke rannt, um den brennenden Wagen des Italieners Renzo Zorzi zu löschen. Auf der Geraden von Kyalami kamen Hans-Joachim Stuck und Tom Pryce herangeschossen, mit Vollgas, 300 km/h, der Deutsche konnte dem Streckenposten haarscharf ausweichen, der Waliser hatte dieses Glück nicht – van Vuuren überlebte nicht, und sein Feuerlöscher erschlug Pryce, zwei Tote.

McLaren-Teamchef Andreas Seidl nach dem Bahrain-GP: «Wenn du einen solchen Funkspruch hörst, machst du dir Sorgen. Es darf einfach nicht passieren, dass Streckenposten die Piste überqueren. Das müssen sich Rennchef Michael Masi und die anderen Sicherheitsexperten der Formel 1 in Ruhe ansehen und dann die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Lando Norris erzählte: «Nie hätte ich mit so etwas gerechnet. Der Kerl schaute weder nach links noch nach rechts, bevor er losrannte.»

Zu diesem Zeitpunkt wurde an der Stelle von Pérez’ Ausfall eine doppelte gelbe Flagge gezeigt. Die bedeutet: «Achtung, Gefahr! Bereitmachen, notfalls sofort anhalten zu können!»

Norris weiter: «Ich hielt mich an die Vorschriften, aber der Streckenposten war wegen seiner Kleidung schwierig zu sehen, das Erste, was mir auffiel, das war ein tanzender Feuerlöscher in seinen Händen. Es war ein verrückter Moment.»

Einige Streckenposten in Bahrain sind in graue Overalls gekleidet, Feuerwehrleute in schwarz, das ist auf grauem Asphalt und mit dunklem Himmel schwierig auszumachen.

Bahrain-GP, Sakhir

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:34:01,829h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +1,254 sec
3. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +8,005
4. Lando Norris (GB), McLaren, +11,337
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +11,787
6. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +11,942
7. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +19,368
8. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +19,680
9. Esteban Ocon (F), Renault, +22,803
10. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1 Runde
11. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
12. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
13. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
14. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
17. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
Out
Sergio Pérez (MEX), Racing Point, Motorschaden
Romain Grosjean (F), Haas, Crash
Lance Stroll (CDN), Racing Point, Crash

WM-Stand Fahrer nach 15 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 332 Punkte
2. Bottas 201
3. Verstappen 189
4. Ricciardo 102
5. Pérez 100
6. Leclerc 98
7. Norris 86
8. Sainz 85
9. Albon 85
10. Gasly 71
11. Stroll 59
12. Ocon 42
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 533
2. Red Bull Racing 274
3. McLaren 171
4. Racing Point 154
5. Renault 144
6. Ferrari 131
7. AlphaTauri 97
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0


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