Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Grosjean-Crash: Daniel Ricciardo sauer auf F1-Regie

Von Vanessa Georgoulas
Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo fand nach dem ereignisreichen Bahrain-GP deutliche Worte: Der Renault-Pilot ärgerte sich über die Wiederholung der spektakulären Bilder von Romain Grosjeans Feuerunfall.

Die Bilder gingen um die Welt: Romain Grosjean geriet ausgangs der dritten Kurve mit dem rechten Hinterrad seines Haas-Renners auf das linke Vorderrad von Daniil Kvyats AlphaTauri, wodurch sein Auto mit rund 220 km/h abflog und in die Leitplanken katapultiert wurde. Das Fahrzeug wurde entzweigerissen und verwandelte sich in einen Feuerball, dem der Genfer aus eigener Kraft entkam.

Die anschliessenden Untersuchungen im Medical Centre und im Militärkrankenhaus von Bahrain ergaben, dass der Haas-Pilot mit leichten Verbrennungen an beiden Handrücken davonkam. Die spektakulären Bilder vom Crash wurden während der rund 1 Stunde und 20 Minuten dauernden Pause, in der die Streckenbegrenzung mit Betonblöcken repariert wurde, mehrmals wiederholt. Dies geschah erst als klar war, dass dem Fahrer nichts Schlimmeres zugestossen war.

Dennoch zeigte sich Renault-Pilot Daniel Ricciardo entrüstet über die mehrmalige Wiederholung der Crash-Bilder. «Dass die Bilder immer und immer wieder ausgestrahlt wurden, war völlig respektlos und auch rücksichtslos gegenüber seiner Familie und auch gegenüber unseren Familienmitgliedern, die das Rennen mitverfolgt haben», schimpfte der sonst so fröhliche Australier bei den Kollegen von ZiggoTV.

Auch für die Fahrer waren die Aufnahmen schwer verdaulich, betonte der siebenfache GP-Sieger. «Wir mussten in einer Stunde wieder ein Rennen fahren, und jedes Mal, wenn wir auf die Bildschirme schauten, sahen wir diesen Feuerball und ein Auto, das in zwei Hälften gerissen wurde. Das hätte man auch am nächsten Tag zeigen können, man muss das nicht gleich sehen», erklärte er.

Man habe mit den Gefühlen der Zuschauer gespielt und das sei abstossend, schimpfte der Lockenkopf. Später legte er nach: «Es wurde einfach sehr, sehr schlecht gehandhabt. Es sah wie ein Spiel aus, aber das ist es nicht. Wir haben Glück, dass er das überstanden hat, aber es hätte auch ganz anders ausgehen können. Dass man das wie eine Szene aus einem Hollywood-Streifen zeigt, ist einfach nicht cool.»

Bahrain-GP, Sakhir

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:34:01,829h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +1,254 sec
3. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +8,005
4. Lando Norris (GB), McLaren, +11,337
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +11,787
6. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +11,942
7. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +19,368
8. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +19,680
9. Esteban Ocon (F), Renault, +22,803
10. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1 Runde
11. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
12. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
13. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
14. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
17. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
Out
Sergio Pérez (MEX), Racing Point, Motorschaden
Romain Grosjean (F), Haas, Crash
Lance Stroll (CDN), Racing Point, Crash

WM-Stand Fahrer nach 15 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 332 Punkte
2. Bottas 201
3. Verstappen 189
4. Ricciardo 102
5. Pérez 100
6. Leclerc 98
7. Norris 86
8. Sainz 85
9. Albon 85
10. Gasly 71
11. Stroll 59
12. Ocon 42
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 533
2. Red Bull Racing 274
3. McLaren 171
4. Racing Point 154
5. Renault 144
6. Ferrari 131
7. AlphaTauri 97
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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