Sprint-GP: Leclerc und Sainz (Ferrari) wittern Gefahr

Von Mathias Brunner
Formel 1
Carlos Sainz und Charles Leclerc

Carlos Sainz und Charles Leclerc

​Formel-1-CEO Stefano Domenicali will 2021 mit Sprintrennen experimentieren. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto und die Fahrer Carlos Sainz und Charles Leclerc finden das interessant, sehen aber eine Gefahr.

Der frühere Benetton- und Renault-Teamchef Flavio Briatore hat es jahrelang gepredigt: «Die Formel-1-Rennen sind zu lang, das ist nicht mehr zeitgemäss. Die Welt ändert sich, und wenn die Formel 1 überleben will, dann muss sie sich mit Szenarien auseinandersetzen, die nicht von gestern sind.»

Briatores langjähriger Wegbegleiter Ross Brawn, heute Sportdirektor der Formel 1, will schon lange ein anderes GP-Format ausprobieren. Dem Engländer schwebte vor, das klassische Abschlusstraining an einigen GP-Wochenenden zu ersetzen, durch ein 30-minütiges Quali-Rennen. Die Startaufstellung dazu würde in umgekehrter Reihenfolge des WM-Stands erfolgen. Das Ergebnis des Mini-GP ergäbe die Aufstellung fürs Hauptrennen. Hintergrund: Selbst Top-Piloten würden es in einer halben Stunde nicht schaffen, von ganz hinten nach ganz vorne zu fahren, siehe Lewis Hamilton in Monza 2020. Ihre Aufholjagd würde also im Hauptrennen fortgesetzt – und damit hätte auch der Grand Prix mehr Pfeffer.

Formel-1-CEO Stefano Domenicali will 2021 an vier GP-Wochenenden mit einem anderen Format experimentieren: «Wir müssen frischen Ideen gegenüber offen sein. Wir schauen uns Wege an, wie wir moderner werden könnten, aber wir wollen die Tradition nicht über Bord werfen. Daher ist der Vorschlag vom Tisch, dass wir Startaufstellungen umdrehen. Wir diskutieren derzeit mit den Rennställen darüber, wie wir das umsetzen könnten.»

Was sagen Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sowie die beiden Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz?

Mattia Binotto: «Wir sind stark eingebunden in die Gespräche mit der Formel 1 und mit der FIA. Es wäre fabelhaft, wenn die Rennen unvorhersehbarer und damit spektakulärer würden. Und wenn wir glauben, dass gewisse Änderungen zu attraktiverem Sport führen, dann werden wir dafür stimmen. Aber wir müssen uns die ganzen Details anschauen.»

Charles Leclerc: «Ich finde die Idee interessant und bin der Ansicht, dass wir so etwas durchaus mal ausprobieren sollten. Aber wir müssen uns zum Beispiel ansehen, wie wir das in Sachen WM-Punkte machen sollen. Was mir wichtig ist: Der Grand Prix muss wirklich ein Grosser Preis bleiben, ein WM-Lauf darf durch ein Sprintrennen nicht abgewertet werden.»

Carlos Sainz: «Wenn wir es nicht ausprobieren, werden wir auch nicht erfahren, ob das funktioniert. Aber ich bin der gleichen Meinung wie Charles – ein Grand Prix muss etwas ganz Besonderes bleiben. Ist das noch so, wenn wir an einem Wochenende zwei Sieger haben? Gleichzeitig finde ich 2021 die ideale Saison, mit so etwas zu experimentieren, um dann für 2022 das Richtige zu tun, wenn wir mit einer ganz neuen Rennwagengeneration antreten.»

Provisorischer Formel-1-Kalender 2021

Präsentationen
02. März: Mercedes (Internet)
02. März: Alpine (Internet)
03. März: Aston Martin (Internet)
04. März: Haas (Internet)
05. März: Williams (Internet)
10. März: Ferrari Auto (Internet)

Wintertests
12.–14. März in Sakhir, Bahrain

Saison
28. März: Sakhir, Bahrain
18. April: Imola, Italien
02. Mai: Portimão, Portugal
09. Mai: Barcelona, Spanien
23. Mai: Monte Carlo, Monaco
06. Juni: Baku, Aserbaidschan
13. Juni: Montreal, Kanada
27. Juni: Le Castellet, Frankreich
04. Juli: Spielberg, Österreich
18. Juli: Silverstone, Grossbritannien
01. August: Budapest, Ungarn
29. August: Spa, Belgien
05. September: Zandvoort, Niederlande
12. September: Monza, Italien
26. September: Sotschi, Russland
03. Oktober: Singapur, Singapur
10. Oktober: Suzuka, Japan
24. Oktober: Austin, USA
31. Oktober: Mexiko-Stadt, Mexiko
07. November: São Paulo, Brasilien
21. November: Melbourne, Australien
05. Dezember: Dschidda, Saudi-Arabien
12. Dezember: Yas Marina, Abu Dhabi


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