Portugal-GP: Höhere Belastung für die Formel-1-Autos

Von Rob La Salle
Achterbahnfahrt: Die Piste in Portugal zeichnet sich durch viele Höhenunterschiede aus

Achterbahnfahrt: Die Piste in Portugal zeichnet sich durch viele Höhenunterschiede aus

Die Rennstrecke in Portimão zeichnet sich vor allem durch eine unverkennbare Charakteristik aus, ihre vielen Höhenunterschiede. Mercedes erklärt im neuesten Feature des Teams, wie sich diese auf die GP-Renner auswirken.

Im Laufe einer Runde müssen die GP-Stars auf dem Autódromo Internacional do Algarve viele Anstiege und Gefälle überwinden, fast wie bei einer Achterbahn. Diese Höhenunterschiede sind viel steiler, als es im Fernsehen den Anschein hat. Der Einfluss auf die Leistung der Formel-1-Renner ist aber kleiner als man es viellicht annehmen könnte.

Das Auf und Ab belastet die Autos etwas stärker, aber diese sind ohnehin dafür gebaut worden, starke Stösse auf den Randsteinen und hohe Belastungen im Allgemeinen auszuhalten. Deshalb ist eine leicht grössere Kompression für die Aufhängungen der modernen Formel-1- Boliden kein Problem.

Unterschiedliche Typen von Höhenunterschieden beeinflussen die Autos auf verschiedene Art und Weise, jeweils abhängig von der Strecke und deren Topografie. Einige verlangen andere Einstellungen beim Set-up, um das Auto bestmöglich auf die Streckencharakteristik abzustimmen, während auf anderen der richtige Kompromiss benötigt wird.

Sehen wir uns dies am Beispiel von Spa-Francorchamps an: Für das Bergauf- und Bergabstück Raidillon de l’Eau Rouge müssen die Teams die Bodenfreiheit vorne erhöhen. Nur so können die Autos mit den vertikalen Kompressionskräften von rund 3 g umgehen, denen sie dort ausgesetzt werden, während sie beim plötzlichen Richtungswechsel auf den Boden gepresst werden – und das bei beinahe maximaler Geschwindigkeit.

Die vertikale Kompression der Reifen und Aufhängung ist in diesem Streckenabschnitt eine der höchsten im gesamten Rennkalender. Das ist jedoch keine grosse Überraschung, da Spa den grössten Höhenunterschied in der Formel 1 aufweist. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Punkt liegen 102 Meter.

Dieses Kompressionsniveau spielt auf einer Strecke wie Portimão aber keine Rolle. Obwohl es einige
steile Anstiege gibt, werden die Höhenunterschiede nicht mit einer so hohen Geschwindigkeit durchfahren wie in Spa. Der Höhenunterschied vom niedrigsten zum höchsten Punkt fällt nicht so dramatisch aus, er beträgt nur knapp 30 Meter, aber das Auf und Ab erfolgt dafür öfter.

Deshalb haben die Höhenunterschiede schon einen Einfluss darauf, wie sich das Auto im Laufe einer Runde verhält. In Portimão gibt es sowohl Kurvenein- als auch Kurvenausgänge, die bergauf bzw. bergab liegen. Die Strecke bietet also eine Mischung aus allen Möglichkeiten. Aus diesem Grund können die Teams die Fahrzeuge nicht auf die eine oder andere Weise abstimmen, weil dies zu viele der anderen Elemente beeinträchtigen würde. Deshalb müssen sie einen Mittelweg finden, um sicherzustellen, dass das Auto in all diesen Szenarien gut reagiert.

Ein weiterer interessanter Faktor in Portimão sind die bergab gelegenen Kurvenausgänge, wie etwa in Kurve 11, wo ein 16-Meter-Gefälle das steilste Stück der Strecke darstellt. Hier werden die Belastungen auf das Auto «leicht», wenn das Gefälle recht steil ist, und das Auto einfach nur geradeaus weiter möchte. Das geht jedoch nicht, die Schwerkraft und der Abtrieb lassen grüssen, aber die Fahrer spüren dennoch einen Grip-Verlust, der dazu führen kann, dass das Auto instabil wird. Gleichzeitig wird dadurch die Traktion schwieriger, sodass die Fahrer die Leistung erst mit einer gewissen Verzögerung auf den Boden bringen können.

Imola-GP, Italien

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:35:15,117 h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +22,000 sec
03. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +23,702
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +25,579
05. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +27,036
06. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +51,220
07. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +52,818
08. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +56,909
09. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +1:05,704 min
10. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +1:06,561
11. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:07,151
12. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:13,184
13. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1:34,773
14. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
15. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +2 Runden*
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
17. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
* ausgeschieden, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
Out
Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, Crash
George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, Crash
Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, Crash

WM-Stand nach 2 von 23 Rennen

Fahrer 
1. Hamilton 44 Punkte
2. Verstappen 43
3. Norris 27
4. Leclerc 20
5. Bottas 16
6. Sainz 14
7. Ricciardo 14
8. Pérez 10
9. Stroll 5
10. Gasly 6
11. Tsunoda 2
12. Ocon 2
13. Alonso 1
14. Räikkönen 0
15. Giovinazzi 0
16. Russell 0
17. Vettel 0
18. Schumacher 0
19. Mazepin 0
20. Latifi 0

Marken
1. Mercedes 60
2. Red Bull Racing 53
3. McLaren 41
4. Ferrari 34
5. AlphaTauri 8
6. Aston Martin 5
7. Alpine 3
8. Alfa Romeo 0
9. Williams 0
10. Haas 0

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