Alonso-Mitleid mit Russell: Wird die Chance bekommen

Von Andreas Reiners
Hier liegt George Russell noch vor Fernando Alonso

Hier liegt George Russell noch vor Fernando Alonso

George Russell stand beim Österreich-GP mal wieder kurz vor einem Punktgewinn. Das Duell um Platz zehn ging dann aber an Fernando Alonso, der wiederum weiß: Russells Zeit wird kommen.

George Russell nahm es, wie er es schon immer genommen hat: gelassen. «Man bekommt, was man verdient», sagte der Brite nach seinem elften Platz beim Österreich-GP. Einmal mehr war er nah dran an einem WM-Punkt, und einmal mehr schrammte er knapp daran vorbei.

Diesmal wegen des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso, der sich Russell rundenlang zurechtlegte und dann drei Runden vor dem Ende überholte. Es war ein intensives Duell der beiden, mit dem besseren Ende für den Spanier.

Für Russell war es lehhreich – und auch seltsam. «Es hat mich irgendwie an meine Tage in den Nachwuchsserien erinnert, als ich Woche für Woche Rad an Rad gekämpft habe», sagte Russell.

«Obwohl ich schon drei Jahre in der Formel 1 bin, war es das erste Mal, dass ich wirklich gegen jemanden gekämpft habe. Dabei ist es eine Frage der Erfahrung und des Gefühls, wie es in einem Formel-1-Auto ist. Es ist sehr anders mit dem Anpressdruck und der Dirty Air. Diese Erfahrung zu machen, fühlt sich seltsam an, wenn man schon drei Jahre hier ist.»

Er sei so hart und so schnell wie möglich gefahren, sagte Russell: «Aber wenn du dir einen Kerl aussuchen könntest hinter dir, dann wäre das wohl nicht Fernando.»

Wie war es denn für den alten Hasen Alonso?

Auch «sehr intensiv. Leider ging es nur um den letzten Punkt und es hat sich angefühlt, als wären wir in der letzten Runde der WM. Denn natürlich ist so ein Punkt für ihn Gold, und für uns auch, wenn wir als 14. losfahren.»

Auf der Strecke gab es von Alonso keine Gnade und kein Mitleid, hinterher dann aber schon. «George tut mir ein wenig leid, denn er ist ein fantastisches Wochenende gefahren», sagte Alonso, der gehofft hatte, es sei ein anderer Fahrer, gegen den er um den letzten Punkt kämpfen musste. «Aber so ist der Sport.»

Alonso hatte sich aber bereits vor einigen Wochen als Russell-Fan geoutet. «Ich denke, er wird noch die Chance bekommen, in Zukunft auf das Podium zu steigen und um Rennsiege zu kämpfen, wenn er zu Mercedes geht. Für ihn werden noch andere Zeiten kommen.»

Österreich-GP, Spielberg

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:23:55,147h
02. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +17,973 sec
03. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +20,019
04. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 46,452
05. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 57,144
06. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, 57,915
07. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:00,395 min
08. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:01,195
09. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:01,844
10. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +1 Runde
11. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
12. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde
13. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
14. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
15. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
16. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
17. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
18. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
19. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
Out
    Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, Kollision

WM-Stand nach 9 von 23 Rennen

Fahrer 
1. Verstappen 182 Punkte
2. Hamilton 150
3. Pérez 104
4. Norris 101
5. Bottas 92
6. Leclerc 62
7. Sainz 60
9. Ricciardo 40
8. Gasly 39
10. Vettel 30
11. Alonso 20
12. Stroll 14
13. Ocon 12
14. Tsunoda 9
15. Räikkönen 1
16. Giovinazzi 1
17. Russell 0
18. Schumacher 0
19. Mazepin 0
20. Latifi 0

Teams
1. Red Bull Racing 286
2. Mercedes 242
3. McLaren 141
4. Ferrari 122
5. AlphaTauri 48
6. Aston Martin 44
7. Alpine 32
8. Alfa Romeo 2
9. Williams 0
10. Haas 0


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