Ungarn-GP: Esteban Ocon gewinnt vor Sebastian Vettel!

Von Vanessa Georgoulas
Esteban Ocon holte sich den ersten GP-Sieg in Ungarn!

Esteban Ocon holte sich den ersten GP-Sieg in Ungarn!

Im Chaos-Rennen auf dem Hungaroring machte Esteban Ocon alles richtig und sicherte sich seinen ersten GP-Sieg. Hinter dem Franzosen kam Sebastian Vettel als Zweiter ins Ziel, Dritter wurde Lewis Hamilton.

Nach dem Start-Chaos, bei dem Sergio Pérez, Charles Leclerc und die Unfallverursacher Valtteri Bottas und Lance Stroll ausfielen, lautete die Reihenfolge Lewis Hamilton vor Esteban Ocon, Sebastian Vettel, Carlos Sainz, Yuki Tsunoda, Nicholas Latifi, Fernando Alonso, George Russell, Kimi Räikkönen, Mick Schumacher, Pierre Gasly, Daniel Ricciardo, Max Verstappen, Nikita Mazepin, Lando Norris und Antonio Giovinazzi.

Das Rennen wurde mittels roter Flagge unterbrochen, kurz nach dem Start der Pause bestätigte McLaren, dass Norris Auto beim Crash mit Bottas und bei der anschliessenden Kollision mit Verstappens Renner zu stark beschädigt wurde, um noch am Rennen teilnehmen zu können. Auch Ricciardos Auto wurde beschädigt, teilte McLaren-Teamchef Andreas Seidl im «Sky Sports F1»-Interview mit.

Der Regen hatte nachgelassen, deshalb steuerten bis au Hamilton sämtliche Piloten die Box an, um sich Medium-Reifen aufziehen zu lassen. Hamilton startete als Einziger von der Startaufstellung, dahinter folgten Russell, Ocon, Vettel, Latifi, Tsunoda, Sainz, Alonso, Räikkönen und Ricciardo auf den weiteren Positionen.

Hamilton bog daraufhin an die Box ab, während Russell durchgereicht wurde. Ocon führte damit das Rennen vor Vettel und Latifi an! Auf dem vierten Platz folgte Tsunoda vor Sainz, Alonso, Russell, Räikkönen, Ricciardo und Schumacher. Dessen Teamkollege musste seinen Renner abstellen, für ihn war das Rennen nach einer Kollision in der Boxengasse mit Räikkönen vorbei.

Dies war offensichtlich nicht die einzige Szene in der Boxengasse, denn die Rennkommissare untersuchten auch einen Zwischenfall, der sich zwischen Sainz und Tsunoda ereignet hatte, sahen in diesem Fall aber von einer Strafe ab. Ausserdem brummten sie Giovinazzi eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe auf, weil er in der Boxengasse zu schnell unterwegs gewesen war. Auch Räikkönen kassierte eine Strafe für die Szene mit Mazepin – allerdings nur eine 10-Sekunden-Zeitstrafe.

Starke Manöver von Hamilton und Russell

Hamilton, der durch seinen zu späten Stopp ans Ende des Feldes zurückgefallen war, gewann damit eine Position. Dennoch gab es keinen Grund zur Freude für ihn, denn seine Bremsen drohten zu überhitzen, wie ihm sein Team mitteilte.

Verstappen drückte sich in seinem beschädigten Renner im 14. Umlauf an Schumacher vorbei, wobei es zum Kontakt zwischen dem Duo kam. Zwei Runden später überholte auch Hamilton den Deutschen, während Räikkönen seine Strafe absass und frische Reifen der harten Mischung aufziehen liess. Dabei dauerte es beim rechten Vorderrad länger, weshalb auch der Reifenwechsel selbst verhältnismässig langsam vonstatten ging.

In Runde 20 holte sich Hamilton harte Reifen ab und fiel damit wieder hinter Schumacher zurück. Verstappen reagierte und bog auch an die Box ab, genauso wie Ricciardo. Der Undercut-Versuch gelang, nach den Stopps war Hamilton vor Verstappen und Ricciardo unterwegs.

In Runde 22 wurde Sainz an die Box gerufen, doch der Spanier weigerte sich, weil er auf Position 4 liegend ein gutes Tempo fahren konnte. Tsunoda hörte auf sein Team und holte sich die harten Reifen ab, während die Spitzenreiter noch auf der Strecke blieben – genauso wie Sainz und Alonso, die dahinter folgten, nachdem auch Latifi an die Box abgebogen war.

Verstappen verbremste sich in der ersten Kurve und Nico Rosberg, der das Rennen für «Sky Sports F1» mitverfolgte, erklärte: «Das Rad blockierte ziemlich lange, das heisst, er hat einen Bremsplatten, der das Auto stark vibrieren lässt und der Grip kostet – Grip, der ihm ohnehin fehlt mit seinem kaputten Auto.»

Für Hamilton lief es viel besser, er überholte Latifi und war damit auf Position 7 unterwegs. In Runde 29 funkte Alonso, dass der Himmel immer dunkler werde, doch sein Team teilte ihm mit, dass noch kein Regen auf dem Radar zu sehen sei.

Tsunoda hatte Hamilton im Nacken sitzen und verteidigte seine Position tapfer, während Gasly an die Box abbog und vor Schumacher auf Position 8 wieder auf die Strecke kam. In Runde 32 wagte Hamilton den Angriff auf der Aussenseite der vierten Kurve und zog mit einem wunderschönen Manöver am Japaner vorbei.

Langsamer Stopp von Sebastian Vettel

Sainz holte sich frische Reifen und blieb vor Hamilton und hinter Alonso auf Position 4. Ein starkes Manöver zeigte auch Russell, der aussen an Schumacher vorbeizog und damit Position 9 übernahm. Zur Rennmitte schnappten sich auch Verstappen und Ricciardo Schumacher, der damit auf der 13. Position unterwegs war. Kurz darauf steuerte er die Box an.

Die Reihenfolge lautete nach der ersten Hälfte des Rennens Ocon vor Vettel, Alonso, Sainz, Hamilton, Tsunoda, Latifi, Gasly, Russell, Ricciardo, Verstappen, Räikkönen, Schumacher und Giovinazzi.

Vettel bog in der 37 Runde an die Box ab und musste sich 3,3 sec gedulden, bevor er weiterfahren durfte, weil es hinten nicht ganz glatt lief. Ocon reagierte und wechselte die Reifen eine Runde später. Vettel, der eine super Runde hingelegt hatte, klebte am Alpine-Heck des Franzosen, der seine Position jedoch halten konnte. An der Spitze führte Alonso das Rennen an, er funkte aber gleich, dass seine Reifen durch waren, und steuerte daraufhin die Box ab. Damit fiel er hinter Hamilton auf den fünften Platz zurück.

Gasly schnappte sich in Runde 40 den siebten Platz von Latifi, während Hamilton am Heck von Sainz klebte und sich dabei verbremste. Acht Runden später holte er sich neue Reifen der Medium-Mischung und fiel dadurch hinter Alonso zurück. In Runde 49 tauschten die AlphaTauri-Fahrer auf Anweisung die Positionen, sodass Gasly nun als Sechster hinter Hamilton unterwegs war.

Verstappen, der mittlerweile wie Hamilton auf den Medium-Reifen unterwegs war, schnappte sich in seinem beschädigten Renner Position 11 von Kimi Räikkönen. Hamilton biss sich am Heck von Alonso die Zähne aus, der zweifache Weltmeister hielt den siebenfachen Champion in Schach und liess ihm keine Chance.

So lautete die Reihenfolge auch zehn Runden vor dem Fallen der Zielflagge Ocon vor Vettel, Sainz, Alonso, Hamilton, Gasly, Tsunoda, Latifi, Russell, Ricciardo, Verstappen, Räikkönen, Schumacher und Giovinazzi. Eine Runde später schob sich Verstappen an Ricciardo vorbei und war damit wieder in den Punkten, während Alonso weiterhin tapfer die vierte Position verteidigte.

Die Rennleitung teilte derweil mit, dass Bottas beim nächsten Rennen auf dem Circuit de Spa-Francorchamps eine Strafversetzung von fünf Startplätzen kassierte fürs Verursachen des Chaos beim Start. Hamilton beschwerte sich am Heck des Alpine-Fahrers, der sich verbremste und dem Mercedes damit die Gelegenheit gab, die vierte Position zu übernehmen.

Drei Runden vor Ende schnappte sich Hamilton den Ferrari von Sainz und damit die dritte Position. An die Spitzenreiter kam er aber nicht mehr heran, sodass sich Ocon über seinen ersten GP-Sieg und Vettel über den zweiten Platz freuen durften.

Ungarn-GP, Budapest

01. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:40:00,248h
02. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1,859 sec
03. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +2,736
04. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +15,018
05. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +15,651
06. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +1:03,614 min
07. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:15,803
08. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1:17,910
09. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1:19,094
10. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:20,244
11. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
12. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1 Runde
13. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
14. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
Out
Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, Kollision
Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, Kollision
Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, Kollision
Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, Kollision
Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, Kollision
Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, Kollision

WM-Stand nach 11 von 23 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 192 Punkte
2. Verstappen 186
3. Norris 113
4. Bottas 108
5. Pérez 104
6. Leclerc 80
7. Sainz 80
8. Ricciardo 50
9. Vettel 48
10. Gasly 48
11. Ocon 39
12. Alonso 36
13. Stroll 18
14. Tsunoda 16
15. Latifi 4
16. Russell 2
17. Räikkönen 1
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 300
2. Red Bull Racing 290
3. McLaren 163
4. Ferrari 160
5. Alpine 75
6. Aston Martin 66
7. AlphaTauri 64
8. Williams 6
9. Alfa Romeo 2
10. Haas 0

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