Schwere Unfälle in Belgien: Horror-Stelle geändert

Von Mathias Brunner
So soll das 2022 aussehen

So soll das 2022 aussehen

Tödlicher Unfall von Anthoine Hubert 2019 in der Formel 2, schwerer Unfall von Jack Aitken 2021 im GT-Rennwagen, Massenkollision in den W Series, nun der Crash von Lando Norris: Die Horror-Stelle wird geändert.

Keiner hat den grauenvollen Formel-2-Crash von 2019 am Ausgang der Eau Rouge-Senke zu Raidillon hin vergessen. Der junge Franzose Anthoine Hubert verlor damals sein Leben, der US-Amerikaner Juan Manuel Correa musste zwei Dutzend Operationen über sich ergehen lassen, um seine schlimm verletzten Beine wieder in Form zu bringen. Heute fährt er in der Formel 3.

Fast an der gleichen Stelle hat sich vor wenigen Wochen Williams-Pilot Jack Aitken bei einem Crash im GT-Rennwagen beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps Brüche an Rückenwirbeln und an einem Schlüsselbein zugezogen. An der gleichen Stelle kam es am 27. August in der W Series zu einem Massen-Crash mit sechs Autos, die Niederländerin Beitske Visser konnte von Glück reden, unverletzt zu sein. Und nun also der Unfall von Lando Norris.

Natürlich wird unter den Fans kontrovers diskutiert, ob diese Stelle auf der belgischen Traditionsstrecke noch zu verantworten sei. Einige posteten, man sollte die Stelle umbauen, sogar eine Schikane wird da auf den Tisch gebracht, Andere forderten sogar, man sollte in Spa-Francorchamps überhaupt nicht mehr fahren!

Der langjährige Formel-1-Pilot und Sportwagen-Weltmeister Martin Brundle gibt zu bedenken: «Das ist Motorsport. Wir können das Risiko minimieren, und durch jahrelang Arbeit an der Sicherheit haben wir einen sehr hohen Standard erreicht. Aber die Gefahr lässt sich nicht verhindern. Dann müssten wir alle zuhause bleiben. Und gäbe es einen Weg, jede Gefahr zu verbannen, dann würde der Rennsport keinen Menschen mehr interessieren. Denn ich glaube schon, dass die Fans mutige Piloten sehen wollen, die scheinbar Übermenschliches leisten und gefährliche Situationen meistern.»

In Spa-Francorchamps werden im kommenden Winter die Bagger auffahren: Die Auslaufzone in Eau Rouge und Raidillon wird geändert, das war schon vor den Unfällen an diesem Wochenende aufgegleist. Dies auch aufgrund des Plans, wieder Motorradrennen durchführen zu können. Das 80-Millionen-Euro-Projekt wird von der wallonischen Regierung finanziert. Auf diese Weise soll die Passage von Eau Rouge und Raidillon ihren unverwechselbaren Charakter behalten, aber dennoch sicherer werden.

Was sagen die WM-Titelkandidaten dazu?

Max Verstappen: «Ich habe die Änderungsvorschläge am Freitag zum ersten Mal gesehen. Alles sieht sehr gut und vernünftig aus. Das ist nun mal eine sehr schnelle Stelle. Wenn du sie durchfährst, ist sie an sich kein Problem. Aber du bist schnell in Schwierigkeiten, wenn etwas nicht stimmt, dann steht die Pistenbegrenzung schon verflixt nahe. Es ist fast unvermeidlich, dass ein Unfallwagen nach dem ersten Einschlag auf die Bahn zurücktrudelt und dann mit heranschiessenden Rennern kollidiert. Und je nach Stelle geschieht das an einem Ort, wo der verunfallte Wagen von den Anderen gar nicht gesehen werden kann – bis es zu spät ist. Ich glaube, die Änderungen werden diese Stelle sicherer machen. Rennsport wird nie komplett sicher sein, das muss jedem klar sein. Aber Verbesserungen kann man trotzdem umsetzen.»

Lewis Hamilton findet: «Von mir aus müssten sie einfach diesen neuen Buckel in Eau Rouge wegmachen, den Rest könnten sie so lassen, wie es ist.»

Abschlusstraining Belgien-GP

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:59,765
02. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, 2:00,086
03. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 2:00,099
04. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 2:00,864
05. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, 2:00,935
06. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 2:01,164
07. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, 2:02,112
08. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, 2:02,502
09. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 2:03,513
10. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, ohne Zeit (Unfall)
11. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:57,721
12. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, 1:58,056
13. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 1:58,137
14. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, 1:58,205
15. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:58,231
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, 2:02,306
17. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, 2:02,413
18. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, 2:03,973
19. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, 2:04,452
20. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, 2:04,939

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