Reaktion auf Verstappen-Strafe: Herber Rückschlag

Von Mathias Brunner
Christian Horner und Max Verstappen

Christian Horner und Max Verstappen

Aufregung vor dem Start zum ersten Formel-1-GP von Katar: Max Verstappen muss um fünf Ränge zurück. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner: «Das ist im WM-Kampf ein herber Rückschlag.»

Die Rennkommissare haben entschieden: Max Verstappen, Zweitschnellster des Katar-Qualifyings, muss um fünf Ränge zurück; der drittschnellste Valtteri Bottas erhält eine Strafe von drei Plätzen zurück. Bei beiden, so die Regelhüter, sei klar erwiesen, dass sie die Warnsignale in Form von gelben Flaggen zu wenig beachtet hätten.

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner: «Das ist schon schwer zu verdauen. Ja, da gab es eine gelbe Flagge, aber Max hat sie nicht gesehen. Im Grunde handelt es sich um einen Streckenposten, der gelb gezeigt hat, obschon er das gar nicht hätte tun sollen. Das ist ein herber Rückschlag im WM-Kampf, das ist wirklich gewaltig.»

«Was für ein Durcheinander! Die FIA teilt mit, dass die Bahn frei sei, sonst hätten wir Verstappen doch gewarnt, ihm ein Signal ins Cockpit geschickt oder so. Nun muss Max als Siebter ins Rennen, und dies auf einem Kurs, von welchem jeder weiss, dass das Überholen ganz schwierig ist.»

«Was ich auch nicht verstehe: Carlos hat genau das Gleiche getan wie Max, er ging zehn Meter vor der Start/Ziel-Linie kurz vom Gas, und das soll dann okay sein. Es ist frustrierend, dass wir das Opfer eines Streckenpostens werden, der eigenmächtig eine Flagge zeigt. Die Rennleitung sollte hier das Heft in der Hand halten.»

Vor dem ersten Grossen Preis von Katar auf dem Losail International Circuit ausserhalb von Doha: Pirelli-Rennchef Mario Isola spricht über die vielversprechendste Rennstrategie für das Nachtrennen.

Auch nach drei freien Trainings und dem Abschlusstraining haben die zwanzig Formel-1-Fahrer noch nicht alle Geheimnisse des Losail International Circuit entschlüsselt. Pirelli-Rennchef Mario Isola sagt: «Die Strecke baute von Training zu Training mehr Haftung auf, aber so das alles im Grand Prix hinführt, ist unklar. So fuhren einige Piloten im zweiten Quali-Segment auf mittelharten Reifen schneller als zuvor im ersten Quali-Teil auf weichen Walzen, das dürfte theoretisch gar nicht möglich sein.»

Der Mailänder vertieft: «Das erste und dritte Training fand bei nicht repräsentativen Verhältnissen statt, also am Tag und bei hoher Asphalttemperatur. In Sachen Dauerläufe können sich die Rennställe also lediglich auf die Erfahrungen aus dem zweiten freien Training verlassen. Ich glaube, wir werden verschiedene Vorgehensweisen erleben, welche zu vergleichbaren Resultaten führen, da gibt es für die Piloten viel Spielraum.»

Isola weiss: Die schnellste Rennstrategie für die 57 Runden in Katar bestehe aus einer Zweistopptaktik. Auf dem Papier ist das Start auf den mittelharten Pirelli (gelb markiert), Wechsel in einem Bereich zwischen den Runden 16 bis 23 auf die harte Reifenmischung (weiss markiert), im Fenster zwischen den Runden 37 bis 42 Wechsel auf mittelhart.

Theoretisch fast gleich schnell ist dieses Vorgehen: Start auf dem weichen Pirelli (rot markiert), Wechsel nach 13 bis 18 Runden auf mittelhart, im Fenster zwischen den Runden 34 und 39 Wechsel erneut auf mittelhart. Fast gleich schnell ist der Ablauf weich, hart, mittelhart.

Mario Isola: «Selbst wenn ein Fahrer mit seinen Reifen überaus schonend umgehen kann, ist der Verschleiss auf diesem Asphalt zu hoch, um einen Einstopper zu wagen.»

So gehen sie ins Rennen

01. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12
02. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda
03. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault
04. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes
05. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21
06. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12 *
07. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda **
08. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda
09. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault
10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes
11. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda
12. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes
13. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21
14. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes
15. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes
16. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari
17. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes
18. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari
19. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari
20. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari
* um drei Ränge strafversetzt
** um fünf Ränge strafversetzt

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