Nikita Mazepin jetzt auf schwarzer Liste der EU!

Von Mathias Brunner
Während 18 GP-Fahrer in Bahrain ein Zeichen gegen Krieg setzen, hat Nikita Mazepin nach seiner Entlassung bei Haas neuen Ärger – er steht auf einer EU-Liste von Menschen, gegen die Sanktionen verhängt werden.

Die Formel-1-Fahrervereinigung GPDA (Grand Prix Drivers’ Association) setzt ein starkes Zeichen: 18 Fahrer trafen sich auf der Start-Ziel-Linie des Bahrain International Circuit, bevor die zweiten Wintertests beginnen. Ihre Botschaft: kein Krieg. Nur zwei Fahrer fehlten – Lewis Hamilton und der zweite Haas-Pilot. Das Flugzeug von Hamilton traf mit Verspätung in Bahrain ein, daher konnte er an der Aktion nicht teilnehmen.

Ein solches Zeichen liess Nikita Mazepin am gleichen Tag in Moskau vermissen. Im Rahmen einer Videokonferenz aus seiner Heimatstadt Moskau hat Mazepin festgehalten: Er fühlt sich von Haas schlecht behandelt. «Ich bin 23 Jahre alt. Man hätte wenigstens den Anstand haben und mir sagen können, was auf mich zukommt. Stattdessen haben die Medien zum gleichen Zeitpunkt erfahren wie ich, dass ich nicht mehr Haas-Fahrer bin.»

Und dies, wie Mazepin moniert, auch nicht im persönlichen Gespräch mit der Team-Leitung, sondern über einen Brief der Haas-Anwälte. «Rennstallbesitzer Gene Haas kommt ohnehin kaum zu Rennen, mein Ansprechpartner war immer Teamchef Günther Steiner. Aber den habe ich letztmals beim Barcelona-Test gesprochen.»

Am Mittwochabend wurde bekannt: Nikita Mazepin und sein Vater Dmitry stehen auf einer Liste von 14 weiteren Oligarchen und ihren Familienmitgliedern, welche von der EU sanktioniert werden. Für die EU ist ein Treffen von Mazepin senior am 24. Februar mit Staatschef Putin Zeichen dafür, «dass Mazepin Handlungen und Politik unterstützt, die sich gegen die Ukraine richten. Die Tatsache, dass er an einer Sitzung mit Putin teilnahm, beweist, dass er zum inneren Kreis seiner Vertrauten gehört.»

Die Liste von Einzelpersonen und juristischen Personen (also Firmen, Vereine, Stiftungen), gegen welche die EU Sanktionen verhängt hat, wird länger und länger: Sie umfasst inzwischen mehr als 900 Namen!

Ex-Haas-Sponsor Uralkali prüft derzeit rechtliche Schritte, um das an Haas bezahlte Geld zurückzukommen. Uralkali, ein Bergbau-Unternehmen mit Sitz in Beresniki (Zentral-Russland) ist der grösste Mineraldüngerhersteller des Landes. Nikita Mazepins Vater Dmitry Mazepin (53) hat sich 2013 in die Firma eingekauft und ist heute Mehrheitsaktionär und Vorsitzender der Uralkali-Mutterfirma Uralchem.

Während der Videokonferenz betont Mazepin mehrfach, dass er bereit gewesen wäre, unter neutraler Flagge Rennen zu fahren. Und er will sich mit seiner neuen Stiftung «We Compete As One» für Athleten einsetzen, die aus politischen Gründen ihren Sport nicht ausüben können.

Aber wenn die Fragen differenzierter werden, blockt Mazepin. Auf die Frage zum Beispiel, ob er sich zu den FIA-Verhaltensregeln bekannt hätte, welche der Autosport-Weltverband FIA für Russen und Weissrussen aufgestellt hat, will er nicht eingehen.

Ein britischer Kollege möchte wissen, wie sich Mazepin als neutraler Sportler sehen könne, wo seine Familie doch enge Beziehungen zu Putin pflege – auch hier fährt Mazepin einige Kurven.

Der Russe sagt lediglich: «Die FIA hat sich dazu entschlossen dass Fahrer aus bestimmten Nationen antreten dürfen, wenn sie neutral sind. Ich war bereit dazu, mich als neutral anzusehen, um weiter an den Start gehen zu können.» Aber die entsprechenden Bedingungen, die letztlich zum Aus für Ex-GP-Fahrer Daniil Kvyat und dessen Sportwagen-Rennstall G-Drive führten, die hat Mazepin nie unterzeichnet. «Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Fahrervertrag mehr, also war das auch nicht nötig.»

Zum Einmarsch der Russen in der Ukraine sagt Mazepin nur: «Ich habe schon in den vergangenen Wochen gesagt, dass ich keine Stellungnahme zum Konflikt abgeben werde.»

Mazepin äussert stattdessen Unverständnis darüber, dass Sport und Politik nicht getrennt werden. «Ich wollte mich neutral verhalten und kann nicht verstehen, wieso das nicht akzeptiert wird.»

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