Willkommen in Monaco!

Kolumne von Mathias Brunner
Formel 1
Grüsse von der Axioma

Grüsse von der Axioma

Das Leben ist schön, und im Hafen von Monte Carlo ist es noch ein wenig schöner.

Willkommen in Monte Carlo – kurz vor zehn haben wir 26 Grad, die Sonne hat ihr schönstes Lächeln aufgesetzt, wir sind auf unserer «Axioma» eben aus den Daunen gekrochen und haben den Computer angeworfen (der Veranstalter bietet dieses Jahr ein Drahtlos-Compisystem rund um die Strecke). Gleich wird ein leicht warmes Croissant mit kühlem Orangensaft und einem Espresso serviert, so stark, dass der Löffel stehen bleibt. Meine Begleitung – gestern abend im «Stars & Bars» kennengelernt, Chantal? Valérie? Kim? Hmmmm ... – hat Lust auf ein Glas Champagner.

Na gut, bei einigen Punkten sind wir mit der Wahrheit etwas grosszügig umgegangen …

In Wahrheit nächtigt SPEEDWEEK natürlich nicht auf einem Boot, sondern in einem kleinen (wenn auch feinen) Hotel in Menton, unser Augenstern ist leider zuhause am Arbeiten, die Chantals, Valéries und Kims dieser Welt werden sich am Wochenende nach Jung-Millionären umschauen und gewiss nicht nach Zeilen-Millionären, und getrunken wird grundsätzlich, wenn überhaupt, erst am Abend.

Alles andere stimmt – wir könnten tausend Mal schreiben, die Atmosphäre in Monte Carlo sei etwas Besonderes, der Satz nützt sich nie ab, denn allein der Gang vom Medien-Parkhaus (in jenen Berg hineingemeisselt, auf welchem der Fürstenpalast thront) hinunter zum Mediensaal zieht unweigerlich die Mundwinkel nach oben: Diese Aussicht! Diese Boote! Dieses Licht! Kein Wunder, hat es so viele Maler an die Côte d’Azur gezogen.

Milde Aufregung an der Akkreditierung: keine Pässe da. Zwei Rennen in acht Tagen bringen offenbar auch jene Fachkräfte ins Schwitzen, die Ausweise herstellen. Wir sollen später wiederkommen.

Die Leitthemen dieses Wochenendes im Steno-Stil

Was macht das Wetter?
Es wird schön und warm bleiben, am Samstag und Sonntag werden ein paar harmlose Wölkchen aufziehen, die uns und die Fahrer nicht weiter beunruhigen sollen.

Was machen die Reifen?
Zum ersten Mal dieses Jahr werden zwei aufeinanderfolgende Reifenmischungen verwendet, extraweich und weich. Die extraweiche Mischung wird in dieser Saison erstmals überhaupt zum Einsatz kommen. Reifenabrieb und –abbau werden hoch sein, der Unterhaltungswert dadurch auch.

Wie stark ist Red Bull Racing?
Gut, kein Rad hat sich bislang gedreht, aber der geneigte SPEEDWEEK-Leser und –User weiss – wer in Monte Carlo gewinnen will, muss zuerst an Vettel und Webber vorbei.

Wer könnte eine Überraschung schaffen?
Strassenkurs-Spezialisten wie Nico Rosberg sind zu beachten, im Mittelfeld könnte Pastor Maldonado (bislang zwei Siege im Fürstentum) für Williams üppig Punkte erobern.

Wird überholt werden?
Mach Sie Witze? Das ist Monaco! Nein – der Reifen sei Dank werden wir mehr Überholmanöver erleben, der verstellbare Heckflügel hingegen wird keine besondere Rolle spielen. Erwarten Sie einige Brechstangenmanöver mit entsprechendem Kohlefaserregen.

Was geht im Hintergrund vor?

Fortsetzung des Bar-Streit-Krimis um Sutil, Fortsetzung des Reglement-Streit-Krimis um den Wechsel vom Acht- auf den Vierzylinder-Motor. Fortsetzung der Diskussion um den angeblasenen Diffusor, samt Drohung von HRT-Teamchef Colin Kolles, Protest gegen dieses System einzulegen (also de facto gegen das ganze Feld ausser seines Teams und Virgin Racing). Was wäre die Formel 1 ohne Querelen?

Fazit: In Monaco wird es viel zu reden und zu schreiben geben – auch ohne Champagner-Frühstück auf der Axioma.
 

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