GP Australien: Vettel vor Hülkenberg?

Von Mathias Brunner
Formel 1
2012 waren es noch fünf deutsche F1-Piloten, 2013 sind es drei (Glock und Schmi fehlen)

2012 waren es noch fünf deutsche F1-Piloten, 2013 sind es drei (Glock und Schmi fehlen)

Wieso die meisten Teams so konservativ vorgingen. Warum Sauber, Lotus und Red Bull Racing gute Karten haben.

Einige Beobachter verliessen Jerez enttäuscht. Sie hatten nun zum ersten Mal die 2013er Generation am Werk gesehen (mit Ausnahme von Williams, die mit dem 2012er Auto fuhren). Fazit: Irgendwie kommt einem das alles sehr bekannt vor.

BBC- und Sky-Technikexperte Gary Anderson nimmt die Rennställe in Schutz: «Wir haben ein weitgehend stabiles Reglement, da war es für ein Team naheliegend, auf dem aufzubauen, was funktioniert hat. Wieso sollte, beispielsweise, Adrian Newey von Red Bull Racing jene Plattform verlassen, auf welcher die vergangenen Modelle so erfolgreich funktioniert haben?»

Die Evolution nähert sich ihrem Ende: Bei allen Teams laufen die Vorbereitungen auf 2014 – wenn die Formel 1 in eine neue Ära schreitet, mit dem Wechsel von den heutigen 2,4-Liter-V8-Saugmotoren (seit 2006 vorgeschrieben) zu den künftigen 1,6-Liter-V6-Turbomotoren.

Nicht nur Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost glaubt: «Mit der wunderbaren Ausgeglichenheit im Feld könnte es dann schnell vorbei sein. Durchaus denkbar, dass dann ein Rennstall einen Kniff findet, der den anderen verschlossen geblieben ist. Und das kann in einem solchen Jahr des Umsturzes das Titelrennen entscheiden.»

Aber was ist nun mit 2013?

Gary Anderson weiter: «Die meisten Entwicklungsschritte sind klein. Am Auffälligsten weil am Mutigsten ist Sauber mit den extrem schmalen Seitenkästen. Das ist einfallsreich, so setzt man sich im Mittelfeld durch und hält die Topteams in Atem. Entlang der Piste jedenfalls fällt auf: Der Sauber liegt in schnellen Kurven unverschämt gut, und der Wagen von Red Bull Racing flitzt wie auf Schienen um die Ecken. Kein Auto baut mehr Abtrieb auf als jenes der Weltmeister. Beim Lotus ist offensichtlich, wie Grosjean und Räikkönen ihr Fahrzeug nach Belieben platzieren können – der Wagen glänzt mit einer hervorragenden Balance.»

Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner freut sich über das Lob und weiss: «Wir sind weiter als vor einem Jahr, als der Wagen unzuverlässig lief. Und wir sind uns unserer Sache dieses Mal auch sicherer: Vor zwölf Monaten war der Doppel-Diffusor verboten worden, da wird dieses Konzept seit weit getrieben hatten, waren wir vom Verbot stärker betroffen als andere. Wir mussten uns strecken, um in Fahrt zu kommen. Das ist dieses Mal anders.»

Dennoch sagt Technikchef Adrian Newey: «Der lange WM-Kampf hat die Vorbereitung auf die Saison 2013 kompromittiert. Wir hätten gerne mehr Hirnschmalz ins 2013er Fahrzeug investiert.»

Dass RBR unter diesen Voraussetzungen schon so standfest und schnell ist, wird der Konkurrenz zu denken geben.

Und Wettbegeisterte spielen vielleicht bereits mit dem Gedanken, ihr Geld auf einen deutschen Doppelsieg in Melbourne zu setzen: Vettel vor Hülkenberg …

Gary Anderson lacht: «Ich habe schon unwahrscheinlichere Tipps gehört!»

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