Vettel und Webber: Ein Sieg als Geschenk?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nach dem Crash in der Türkei 2010 gab es eine Versöhnung – auf Zeit

Nach dem Crash in der Türkei 2010 gab es eine Versöhnung – auf Zeit

SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Wieviel Wert hat ein geschenkter Sieg?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Sabine Mayrhofer aus Graz wissen: «Bei der ganzen Diskussion um Vettel und Webber in Malaysia frage ich mich: Wieso geht der Weltmeister bei der nächsten Gelegenheit nicht einfach vom Gas und gibt so dem Australier quasi den Sieg zurück?»

Siege als Geschenk sind im Formel-1-Sport selten, aber nicht ungewöhnlich. Nach Punkten wäre das gewiss so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, aber falls Sebastian Vettel wirklich für Mark Webber vom Gas ginge (oder Lewis Hamilton bei Mercedes für Nico Rosberg), so ist das aus mehreren Perspektiven fragwürdig.

Nur wenige Punkte können über WM-Titel oder nur Rang 2 entscheiden. Welchen Grund gäbe es daher für Vettel, auch nur einen Zähler herzuschenken?

Und wie würden die Fans auf so ein Manöver reagieren?

Wir erinnern uns: In Österreich 2002 befahl der damalige Ferrari-Teamchef (und heutige FIA-Präsident) Jean Todt seiner Nummer 2 – Rubens Barrichello – für Team-Leader Michael Schumacher Platz zu machen. Schumi siegte, das Publikum buhte.

In Indianapolis schenkte Schumacher Barrichello den Sieg, was das US-amerikanische Publikum ungefähr ähnlich zu schätzen wusste wie Monate zuvor das österreichische.

Schumacher erklärte daraufhin, er habe ein totes Rennen (also beide Rennwagen gleichauf) inszenieren wollen, was in der Gegenwart modernster Zeitmessung von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Ähnlich baff waren die Fans in Suzuka 1991, als der grosse Ayrton Senna kurz vor der Ziellinie für seinen McLaren-Stallgefährten Gerhard Berger Platz machte. Der Tiroler fühlte sich der Lächerlichkeit preisgegeben und war verärgert.

Fazit: An geschenkten Siegen hat noch kein echter Racer Freude gehabt. Wir schätzen, das würde Mark Webber genauso empfinden.

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Mathias Brunner
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