Lewis Hamilton: «Ich bin nicht hundertprozentig fit»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton: «Ich will bei Mercedes bleiben»

Lewis Hamilton: «Ich will bei Mercedes bleiben»

Mercedes-Star Lewis Hamilton über die Spätfolgen seines Crashes im Abschlusstraining von Hockenheim und die Aussicht, ab 2016 bei den Silbernen durch Sebastian Vettel ersetzt zu werden.

Hungaroring, kurz vor fünf Uhr nachmittags, die Sonne brennt, Wind kommt auf, die Frisur sitzt: Was vor allem daran liegt, dass Lewis Hamilton ein grosses Mercedes-Käppi trägt. Ein Dreiwetter-Haarstyling würde dem Briten dennoch gut zu Gesicht stehen, denn er hat in diesem Jahr schon ziemlich alles erlebt: Viel Sonne (fünf Saisonsiege), aber auch verhagelte Wochenenden mit technischen Gebrechen und Unfällen (Melbourne, Montreal, Hockenheim) und jede Menge Gewitter neben der Bahn. In der Medienrunde im Mercedes-Motorhome spricht der Rosberg-Jäger über den Stand der Dinge.

Du und der Hungaroring, das passt einfach, du hast hier schon vier Mal gewinnen können. Warum läuft es ausgerechnet hier oft so gut für dich? Und was würde es dir bedeuten, den Siegesrekord von Michael Schumacher zu knacken?

Ich fahre nie zu einem Rennen mit dem Gedanken, einen Rekord zu brechen. Ich habe als kleiner Bub Michael fahren gesehen, und natürlich wäre es eine Ehre, seine Bestmarke zu übertreffen. Aber wichtig ist mir das an diesem Wochenende nicht.

Ich und der Hungaroring? Ich weiss es nicht genau. Ich kann nur vermuten, dass das Layout irgendwie zu meinem Fahrstil passt. Generell fühle ich mich hier einfach wohl, ich finde auch die Stadt Budapest Klasse.

Oft ist beim Duell zwischen dir und Nico vom jeweiligen Schwung zu reden. Wie wichtig ist es, ausgerechnet jetzt, so kurz vor der Sommerpause, noch mal am Schwungrad zu drehen?

Für mich ist jedes Rennen gleich wichtig. Das gilt auch für Ungarn. Ich bin eigentlich seit dem ersten Rennen im Hintertreffen. Nun will ich die Lücke zu Nico schliessen, das ist das Ziel für dieses Wochenende. Und im zweiten Teil der Saison will ich dann erst recht tüchtig angreifen.

Du hattest im Abschlusstraining von Hockenheim einen üblen Unfall. Wie schwierig ist es danach jeweils, mit Vertrauen wieder ins Auto zu steigen?

Ich hatte eigentlich keine Probleme, am Sonntag in den Mercedes zu steigen. Als Racer musst du dem Wagen vertrauen können, wenn du da zögerst, dann wird das nichts. Ich fühlte mich im Rennen im Auto wohl.

Aber wie wohl fühlst du dich körperlich? Knie, Nacken, Rücken, ist das alles wieder im Lot oder musst du noch mit dem Physiotherapeuten arbeiten?

Ich bin nicht hundertprozentig fit, aber ich bin auch nicht weit davon entfernt. Ich hatte nun ein paar Tage Zeit, und ich sehe fürs kommende Wochenende keine Probleme.

Die Bremsprobleme in Hockenheim sind bekannt – wie wirst du mit den Bremsen dieses Mal umgehen?

(Beginnt zu lachen) Ich bremse noch härter! Nein, ich fuhr ja schon am Sonntag wieder den Mercedes, es gab keine Probleme mit den Bremsen. Also habe ich vollstes Vertrauen ins Auto, dass alles okay sein wird.

Sebastian Vettel hat Interesse daran gezeigt, künftig für Mercedes zu fahren. Was denkst du dir dabei? Hast du Angst um deinen Job?

Ich mach mir keine Sorgen. Ich weiss nicht, ob Mercedes einen zweiten deutschen Piloten will. Ich weiss aber, dass ich bis Ende 2015 einen Vertrag habe. Ich kann das Interesse gut verstehen – Mercedes hat das beste Auto gebaut, jeder will einen Mercedes fahren.

Hast du oder hat einer deiner Vertreter mit jemandem von Mercedes über eine Verlängerung gesprochen?

Ich spüre das Bedürfnis des Teams, diese Zusammenarbeit fortzusetzen, und der Rennstall weiss, dass ich gerne bleiben würde. Ich bin bei Mercedes, seit ich 13 Jahre alt bin. Mercedes ist wie eine Familie für mich. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, woanders zu fahren. Etwas anders wäre natürlich, wenn das Team jemand anders will.

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