Niki Lauda: «Die Jungen sehen keine Helden mehr»

Von Rob La Salle
Formel 1
Vor dem Gipfeltreffen der Arbeitsgruppe Popularität erklärt Niki Lauda, wie der Sport seiner Meinung nach besser gemacht werden kann. Stimmen Sie ab: Hat die Rennlegende Recht?

Morgen Donnerstag in London tagt erstmals die so genannte Arbeitsgruppe Popularität: Auf dem Tisch liegen viele Vorschläge – vernünftige Einwände und Schnapsideen. Am Tisch sitzen werden Marco Mattiacci von Ferrari, Toto Wolff von Mercedes, Christian Horner von Red Bull Racing, Formel-1-Regelspezialist Charlie Whiting und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone. Vorab hat Niki Lauda – dreifacher Weltmeister, Rennlegende, Aufsichtsrat-Chef des Formel-1-Rennstalls von Mercedes – fünf Punkte dargelegt, was seiner Meinung nach dringlich unter die Lupe zu nehmen ist.

Mehr freie Fahrt, besserer Sound
«Ein wichtiger Schritt ist bei den letzten beiden Rennen getan worden: man lässt den Fahrern wieder mehr Spielraum. Das muss so bleiben. Zur Show gehört auch der Sound: Mercedes hat einen neuen Vorschlag unterbreitet, wie das Motorengeräusch angehoben werden kann.»

Wo sind die Helden?
«Die Jungen wollen mit ihren Freunden in Kontakt bleiben und einen Grand Prix auch auf dem iPad gucken können. Wir müssen es schaffen, dass ihr Interesse an der Formel 1 wieder geweckt wird. Die Fahrer werden nicht mehr als Helden wahrgenommen. Ganz im Gegenteil: Wenn ein Gegner vorne über eine weisse Linie fährt, beginnt der Fahrer dahinter gleich, sich über Funk zu beklagen. Gleichzeitig wird ihnen vorgegeben, was sie den Medien zu sagen haben und was nicht.»

Veranstalter in der Pflicht
«In Hockenheim waren die Preise einfach zu hoch, daher blieben viele Plätze leer. In Österreich wurden günstigere Karten angeboten, es wurde auch viel in Jugendradiosendern geworben. Es wurde vorgegangen wie im Fluggeschäft: Lieber niedrige Preise und gefüllte Plätze als teure Sitze, die dann leer bleiben.»

Achtung, Kostenexplosion
«Wir sind durch die Regeln gebunden. Klar könnten wir pro Jahr leicht mehr Motoren bauen und liefern. Aber wir müssten die Kosten auf die Kunden abwälzen, und wer kann sich das noch leisten?»

Simulatoren verbieten
«Ich verstehe nicht, wieso wir nun wieder in Barcelona im Winter bei drei Grad fahren und bei den ersten Rennen der Saison werden wir dreissig Grad haben. Wie soll Pirelli da vernünftig Reifen fürs ganze Jahr testen? Ich habe Ecclestone vorgeschlagen, er solle sich bei der Regierung in Bahrain für niedrigere Kosten einsetzen. Statt Simulatoren und Prüfständen, die ein Vermögen kosten, sollten wir nur noch auf der Strecke testen. Aber die Rückkehr freier Testfahrten wird es nicht geben, aus Kostengründen.»

Ein Zusatz unsererseits: Peter Sauber hat schon vor Jahren vorgeschlagen, Testfahrten – zu welchen in der Regel kaum Zuschauer kommen – zu verbieten und dafür die freien Trainings am GP-Wochenende zu verlängern.

Und was meinen Sie? Was sagen Sie zu den Gedanken und Vorschlägen des Wieners? Teilen Sie uns hier unten ihre Meinung mit – wir verlosen unter den Teilnehmern ein Formel-1-Buch.

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