Williams FW37: Vom erfolgreichen Vorgänger inspiriert

Von Andreas Reiners
Formel 1
Aus Grove gab es am heutigen Mittwoch die ersten Bilder vom FW37. Chefingenieur Pat Symonds spricht über die Planungen des neuen Boliden und die Ziele für die anstehende Saison.

Williams hat in der vergangenen Saison sportlich überrascht. Dank der Mercedes-Antriebseinheiten und harter Arbeit kämpfte sich der Traditionsrennstall zurück in die Spitzengruppe der Formel 1. Mit Williams und den Piloten Felipe Massa und Valtteri Bottas sind dann auch viele Hoffnungen verbunden, Dominator Mercedes zu stoppen.

Dafür hat sich das Team aus Grove ordentlich ins Zeug gelegt. Ist aber gleichzeitig nicht groß vom Erfolgsweg abgewichen. Soll heißen: Der neue Bolide ähnelt dem Vorgänger sehr. «Der Ansatz vom FW37 war, sich den FW36 und seine Performance genau anzuschauen», sagte Williams-Chefingenieur Pat Symonds.

Dann hat man sich Gedanken darüber gemacht, was gut gelaufen ist und in welchen Bereichen es noch Raum für Verbesserungen gab. Auch wenn die Aerodynamik des Autos beeindruckend gewesen sei, gebe es immer noch Möglichkeiten, Performance auszureizen, so Symonds. Insbesondere, was die neuen Regularien bezüglich der Nasen angeht.

Auf den ersten Bildern fällt dann auch auf: Der Williams hat zwar keine Delfinschnauze mehr, aber ein Stupsnäschen hat er behalten. Kombiniert wird der Fortsatz zum Erreichen der im Reglement verankerten Masse mit breit gestellten Frontflügelaufhängungen – dies garantiert viel Luftfluss unters Auto. Auf dem Bild schwer zu erkennen: der Frontflügel selber ist als Kaskadenflügel, also als Mehrteiler entworfen, wie ihn Red Bull Racing in der Formel 1 salonfähig gemacht hat.

Logisch und folgerichtig

Das Design entstand aus der Performance des FW36 – eine logische und folgerichtige Konsequenz. War Williams 2014 doch als eines der wenigen Teams in der Lage, Branchenführer Mercedes auf Dauer so halbwegs Paroli zu bieten. Aber: Auf einen Sieg warten sie in Grove auch immerhin seit Mai 2012.

Die konzeptionellen Ideen hinter dem neuen Boliden entstanden jedoch weit vor den Erfolgen im vergangenen Jahr. Sogar noch bevor das Vorgängermodell überhaupt erst einen Meter gefahren ist. Auf dem Weg dorthin muss man die Regeländerungen verstehen und wie sie das Design des Autos beeinflussen: «Ab dem Punkt können wir starten und sehen, ob unsere Ideen zu den Regeln passen», so Symonds.

Die Performance des alten Autos war beeindruckend: 2013 noch abgeschlagen, mit nur fünf mickrigen Punkten, erlebte Williams eine Art Renaissance. Neun Podiumsplätze 2014 bedeuteten am Ende einen starken dritten Rang in der Konstrukteurswertung, hinter Weltmeister Mercedes und Red Bull Racing, aber noch vor Ferrari. Vor der Scuderia zu landen, hat Williams offenbar zusätzlich motiviert.

Motivationsspritze Ferrari

«Der Wunsch Ferrari zu schlagen führte dazu, dass wir unsere Entwicklung bis in den späten Herbst hinein vorangetrieben haben», sagte Symonds. Das Team ist allerdings inzwischen von der Manpower her so groß, dass parallel auch die Entwicklung des neuen FW37 vorangetrieben werden konnte. Allerdings habe man sich gefühlt, dass man an «Design-Barrieren» stoße, erklärt Symonds.

«Der FW36 hat eine Menge Ballast mit sich herumgeschleppt, sodass wir in der Lage waren, beim Design einen Wandel einzuleiten, um die Leistung zu verbessern, jedoch ohne die Sorge, gleichzeitig massiv an Gewicht zuzulegen», so Symonds weiter. Mit dem Ende der Sommerpause waren die Entwürfe für den neuen Boliden fertig. Erste Priorität hatte dabei die Arbeit an der neuen Frontpartie.

«Die Regeländerungen haben uns leichte Kopfschmerzen bereitet. Die neue vordere Spritzwand und die Nasenabmessungen hatten viel mehr Einfluss, als wir eigentlich angenommen hatten und der Einfluss auf die Aerodynamik war massiv. Das Team hat hart gearbeitet, damit wir die Nachteile, die diese Regeln mitbringen, nicht zu spüren bekommen», so Symonds.

Die Stabilität bei den Regularien stimmt den Technikchef positiv. Nach dem Motto: Je mehr Stabilität es gibt, desto enger wird das Feld. «Ich hoffe das wir als Team eher noch mehr dazu in der Lage sein werden, das Momentum unseres Fortschritts beizubehalten um Mercedes einzuholen, als dass die Teams hinter uns uns überholen», sagte Symonds.

Williams will weitere Podestplätze

Frank Williams zeigt sich ebenfalls optimistisch: «Das Team hatte 2014 eine fantastische Saison. Wir haben uns vorgenommen, diese Entwicklung über den Winter zu wiederholen und in einer starken Position in die Saison 2015 zu gehen. Wir haben eine enorm talentierte Mannschaft, die nichts anderes will als erfolgreich zu sein. Diese Leidenschaft hat 2014 eine große Trendwende geschaffen.»

Nicht nur Leidenschaft, sondern natürlich auch harte und unablässige Arbeit: «Unser Ziel sind weitere Podestplätze. Ich habe das Gefühl, 2015 wird genauso spannend wie 2014 und ich freue mich schon darauf, das Auto beim ersten Rennen zu sehen», so Williams.

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