GP-Fahrer: Das Geheimnis ihrer Startnummern

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Wie 1993 und 1994 werden wir zum zweiten Mal in Folge keine Startnummer 1 des Formel-1-Champions auf einem GP-Renner sehen – denn Lewis Hamilton wird weiter mit seiner gewohnten Nummer 44 fahren.

Seit 1975 hat es in der Formel 1 Tradition: auf dem Wagen des Weltmeisters prangt die Nummer 1 für den Champion. 2015 jedoch suchten die Formel-1-Fans die 1 vergeblich: Weltmeister Lewis Hamilton machte von seinem Recht Gebrauch, die 1 oder seine bisherige Stammnummer zu verwenden, und Lewis entschloss sich dazu, bei der 44 bleiben.

Damit werden wir erstmals seit 1993 und 1994 zum zweiten Mal in Folge keine 1 im Feld haben: 1994 war der 1993er Champion Alain Prost nach seinem vierten Titel zurückgetreten, Williams ging mit der 0 für Damon Hill und der 2 für Ayrton Senna in die Saison 1994. 1993 hätte Nigel Mansell als Champion 1992 die 1 tragen sollen, doch der Brite wechselte in die IndyCar-Serie. Dadurch traten Damon Hill mit der 0 und Alain Prost mit der 2 an.

Hand aufs Herz: Wissen Sie, wieso die Grand-Prix-Fahrer ihre ganz bestimmte Stammnummer gewählt haben? Nein? Dann frischen wir Ihre Erinnerung gerne auf.

Mercedes


44: Lewis Hamilton
6: Nico Rosberg

Mit der 44 gewann Lewis Hamilton 1995 die Juniorenklasse der Britischen Kartmeisterschaft. «Die 44 hat mir seither immer Glück gebracht», sagt der 43fache GP-Sieger. Nico Rosberg hat die 6 gewählt, «weil mein Vater Keke damit 1982 Formel-1-Champion wurde und weil die 6 auch die Glückszahl meiner Frau ist». Rosberg trägt die 6 als römische Zahl auf seinem Helm.

Ferrari


5: Sebastian Vettel

7: Kimi Räikkönen

Bevor Sebastian Vettel vier Jahre lang mit der 1 des Weltmeisters ausrückte, stand bei Red Bull Racing die 5 auf seinem Renngefährt, so wie fast zehn Jahre zuvor auf dem Kart. Also kehrte der Heppenheimer zu dieser Nummer zurück. Kimi Räikkönen gefiel einfach die 7, mit welcher er 2013 bei Lotus ausrückte. Mit Coolness und allfälligen Wortspielen mit 007 hat die Wahl nichts zu tun, selbst wenn James Bond und «Iceman» eine gemeinsame Schwäche für Vodka nachgesagt wird.

Williams

19: Felipe Massa
77: Valtteri Bottas

Felipe Massa ist immer wieder über die 19 gestolpert: Sein Onkel trug diese Nummer während seiner Rennkarriere, Felipe verwendete sie selber schon auf dem Kart. Die 19 stand auch auf jenem Euro-F3000, mit dem Massa so viel Aufmerksamkeit erregte, dass ihn Sauber zu einem Formel-1-Test einlud. Valtteri Bottas fand es einfach cool, dass die 77 so gut zu seinem Namen passt und er sich auf diese Weise Val77eri und Bo77as nennen kann. Witzig auch, dass die beiden Finnen im Feld (Bottas und Räikkönen) sich für die gleiche Zahl begeistern, denn Kimi trägt bekanntlich die 7.

Red Bull Racing


3: Daniel Ricciardo

26: Daniil Kvyat

Daniel Ricciardo kam gleich aus zwei Gründen auf die 3: «Das war meine erste Startnummer im Kartsport», sagt der Australier, «zudem fand ich NASCAR-Star Dale Earnhardt immer toll, und der fuhr auch mit der 3.» Die Zahl passte: 2014 eroberte Ricciardo seine ersten GP-Siege, nämlich drei! Daniil Kvyat kam mühelos auf die 26., «weil ich an einem 26. April geboren worden bin. Zudem stand die 26 bei meinem allerersten Kartrennen in Russland auf dem Renner.»
Die 3 von Ricciardo ist übrigens die niedrigeste, 2015 verwendete Startnummer. Kein Wunder: Wer will schon mit der 2 identifiziert werden?

Force India

11: Sergio Pérez

27: Nico Hülkenberg

Auch auf dem Kart von Sergio Pérez stand einst schon die Nummer, die er heute auf seinem Formel-1-Renner trägt, die 11, «und ich mag diese Zahl so sehr, dass ich sie sogar eine Weile in meiner Email-Adresse aufführte», erzählt der Mexikaner. Nico Hülkenberg findet: «Die 27 ist einfach eine cool.» Und ob – noch heute verbinden Ferraristi sie mit dem unvergessenen Gilles Villeneuve oder mit dem französischen Lenkradvirtuosen Jean Alesi. Ach ja, und Champions wie Senna, Prost, Mansell und Jones sind auch mit der 27 gefahren ...

Renault

13: Pastor Maldonado
30: Jolyon Palmer

Die 13 gilt in vielen Ländern als Unglückszahl, nicht aber in der venezolanischen Heimat von Pastor Maldonado. Der Pastor fährt trotz der missglückten Saison 2014 weiter mit der 13. Eine Startnummer, die vor Maldonado in einem Grand Prix nur vom Mexikaner Moisés Solana ausgeführt wurde (1963 in Mexiko-Stadt). 1976 versuchte Divina Galica vergeblich, sich mit der 13 für ihr Heimrennen in Brands Hatch zu qualifizieren. Ob Jolyon Palmer mit der 30 antritt wie bei seinen Einsätzen mit Lotus als Freitagtrainingsfahrer, ist noch nicht bestätigt.

Toro Rosso


33: Max Verstappen
55: Carlos Sainz

Der 17jährige Max Verstappen wollte unbedingt mit der Startnummer 33 in der Formel 1 antreten. «Schon als kleiner Junge war ich mit dieser Nummer unterwegs. Deshalb dachte ich, es wäre nett, sie auch in der Formel 1 zu behalten», begründet der Sohn des ehemaligen GP-Piloten Jos Verstappen seine Wahl. Als Beweisfotos gibt es Bilder von Verstappen im Kinderroller. Carlos Sainz hat ein wenig wie Valtteri Bottas gedacht: mit der 55 lässt es sich wunderbar spielen – Carlo55ainz lässt grüssen. Der Madrilene sagt: «Eigentlich wollte ich die 5, weil ich mit dieser Nummer immer viel Erfolg gehabt habe. Aber Sebastian Vettel hat sich diese Zahl bereits reservieren lassen. Also habe ich mich für die 55 entschieden.»

Sauber

9: Marcus Ericsson

12: Felipe Nasr

Marcus Ericsson wählte die 9, weil ihm diese Zahl einfach gefällt. Felipe Nasr hat in der Formel 1 Grosses vor. Ob er deshalb die 12 gewählt hat? Mit der 12 rückten vor ihm schon Ayrton Senna aus, Niki Lauda, Jack Brabham oder Niki Lauda! Felipe sagt: «Als ich 2009 nach Europa kam, um mit der Formel BMW meine erste Meisterschaft in der alten Welt zu bestreiten, konnte ich auf Anhieb den Titel holen. Daher wollte ich diese Zahl als gutes Omen behalten.»

McLaren

14: Fernando Alonso

22: Jenson Button

Noch ein Fahrer, der auf eine alte Kartnummer zurückgreift. Fernando Alonso sagt: «Wenn du an einem 14. Juli im Alter von 14 den Kart-WM-Titel holst, und auf dem Kart steht die 14, dann musst du nicht mehr lange nach einer Glückszahl suchen.» Will der bald 35jährige Jenson Button mit der 22 ewige Jugend beschwören? Nein: Der Engländer wählte die Nummer deshalb, weil er damit 2009 mit BrawnGP Formel-1-Weltmeister wurde.

Manor

53 Alexander Rossi
Noch steht das Manor-Fahrerduo 2016 nicht fest. Aber dem US-Amerikaner Alexander Rossi werden gute Chancen eingeräumt, 2016 einen Platz zu erhalten. Wieso er als Formel-1-Fahrer die 53 wählte? «Wegen Herbie natürlich», lacht der Amerikaner über den schnellsten VW Käfer der Welt.

HaasF1

8: Romain Grosjean

21: Esteban Gutiérrez

Romain Grosjean meint: «Meine Frau wurde an einem 8. geboren, wir gingen ab 2008 miteinander aus, mein Sohn ist für uns das Achte Weltwunder, und ich trug die 8 in meiner bislang besten Saison, 2013.» Der Mexikaner Esteban Gutiérrez sagt: «Die 21 war schon immer meine Lieblingszahl und Glücksnummer. Als 21-Jähriger habe ich überdies in der Formel 1 debütiert.»

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