Niki Lauda (Mercedes): Neues Quali-Format gut für Fan

Von Rob La Salle
Formel 1
Die RTL-Formel-1-Experten Florian König und Niki Lauda

Die RTL-Formel-1-Experten Florian König und Niki Lauda

​Niki Lauda, dreifacher Formel-1-Champion und Aufsichtsrats-Chef des Weltmeister-Rennstalls von Mercedes-Benz, freut sich auf das neue Quali-Format: «Eine Entscheidung für die Fans.»

Normalerweise gilt bei Sitzungen der Formel-1-Entscheidungsträger: Es ist schon schwierig, sich über die Form des Verhandlungstisches zu entscheiden. Serien-Promoter Bernie Ecclestone hat einmal, nicht ganz unzutreffend, geätzt: «Üblicherweise einigen wir uns nur auf eines – wann wir das nächste Mal zusammensitzen.»

Ganz anders gestern Dienstag in Genf.

Für 2016 ist ein neues Quali-Prozedere beschlossen, das die Fans am Samstag, 19. März, einen Tag vor dem Saisonstart in Melbourne (Australien), erstmals zu sehen erhalten. Das Format soll angeblich so aussehen, dass im 16minütigen, ersten Quali-Segment nach sieben Minuten der langsamste Fahrer ausscheidet, danach alle 90 Sekunden ein weiterer, bis insgesamt sieben Piloten raus sind. Q2 verläuft ähnlich (erster Fahrer nach sechs Minuten raus), Q3 ebenfalls (erster Fahrer nach fünf Minuten raus). In den letzten 90 Sekunden blieben schliesslich zwei Fahrer übrig, die die Pole unter sich ausmachen.

Niki Lauda, dreifacher Formel-1-Champion, Aufsichtsrats-Chef des Weltmeister-Rennstalls von Mercedes-Benz und GP-Experte unserer Kollegen von RTL, sagt: «Das ist ein guter Schritt, weil die Fans mehr Autos auf der Bahn sehen werden. Die meisten Fahrer werden gezwungen, sich auf der Rennstrecke zu zeigen, das fanden wir alle gut, der Vorschlag wurde schnell angenommen.»

«Wir müssen an den Zuschauer denken, und es ist allen gedient, wenn sich mehr Renner auf der Bahn zeigen. Das wertet das Training auf. Am schlimmsten fand ich immer, wenn ein Training läuft, die Zuschauer sitzen auf den Tribünen oder zuhause vor dem Fernseher, und niemand fährt raus. Oder wenn die schnellsten Fahrer rasch eine gute Runde fahren und dann in der Box verschwinden. Nun haben wir eine sinnvolle Änderung im Quali-Prozedere, die bewirken wird, dass sich es die meisten nicht leisten können, in der Box zu bleiben. Weil sie sonst Gefahr laufen auszuscheiden. Das neue Format ist leicht umzusetzen und eine gute Sache.»

«Sonst hat sich nach unseren Sitzungen nichts Wesentliches verändert. Wir sind uns darüber einig, dass die Autos ab 2017 fünf Sekunden pro Runde schneller werden und aggressiv aussehen sollen, veränderte Motoren kommen dann 2018. Aber beschlossen ist noch nichts, das wird Ende März passieren. Ich bin guter Dinge, dass wir das alles umsetzen.»

Natürlich hat auch Niki Lauda die brisanten Aussagen seines früheren Brabham-Arbeitgebers Bernie Ecclstone gelesen. Kernaussage des Formel-1-Promoters in der Daily Mail: Die Formel 1 ist ein solcher Mist, ich würde mir selber keine Eintrittskarte kaufen.

Niki Lauda kann über solches Schlechtreden nur den Kopf schütteln: «Es bringt dem Sport doch nichts, wenn der Promoter sich hinstellt und sagt – ich gehe nicht zur Formel 1. Das ist eine typische Bernie-Kontroverse, wieso er so etwas sagt, lässt sich nicht herausfinden. Bernie ist eben Bernie. Wir haben in Spanien die ersten Wintertests, alle Medien sind hier, alle sind gespannt auf die neuen Autos und die ersten Erkenntnisse, und dann kommt der Oberchef und haut die Formel 1 in die Pfanne. Ich verstehe es nicht, und ich kenne auch niemanden, der es versteht.»

Über das Stimmungsbarometer bei Formel-1-Champion Mercedes-Benz sagt Niki Lauda: «Grundsätzlich musst du immer Sorgen haben, wenn du zwei Mal hintereinander Weltmeister geworden bist. Aber wir sind gut aufgestellt, wir fahren reichlich Kilometer. Wir fahren sogar so viele Kilometer, dass wir die Belastung für die Fahrer nun aufteilen, daher die Umstellung auf Halbtagsprogramme für Rosberg und Hamilton. Eigentlich hoffte ich, dass hier in Spanien einige Fehler und Defekte auftreten, denn je mehr davon du beim Test hast, desto weniger sollten in Australien auftauchen. Aber vom Programm her läuft bislang alles perfekt.»

Zur Konkurrenz aus Maranello sagt Lauda (1975 und 1977 mit Ferrari Weltmeister): «Zunächst einmal habe ich mich über die neuen Farben gefreut, das erinnert mich an mein früheres Auto. Ferrari kommt, davon bin auch ich überzeugt. Unsere Gegner aus Italien sagen ja samt Vettel immer, dass sie Mercedes schlagen wollen. Wie das aber dann ausgeht, lässt sich nach nur zwei Testtagen noch nicht abschätzen. Mal abwarten, was kommende Woche hier in Barcelona passiert. Das wahre Kräfteverhältnis wird sich freilich erst beim Saisonstart in Melbourne zeigen.»

Barcelona-Test, 2. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:22,810 (125)
2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:23,525 (112)
3. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:23,650 (101)
4. Nico Rosberg (D), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:24,867 (172)
5. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:25,237 (108)
6. Esteban Gutiérrez (MEX), Haas VF-16-Ferrari, 1:25,524 (78)
7. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:25,648 (134)
8. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:25,925 (71)
9. Fernando Alonso (E), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,082 (119)
10. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:26,189 (42)
11. Max Verstappen (NL), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:26,539 (121)

Barcelona-Testzeiten, 1. Tag

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF16-H, 1:24,939 (69 Runden)
2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes F1 W07 Hybrid, 1:25,409 (155)
3. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB12-TAG Heuer, 1:26,044 (86)
4. Valtteri Bottas (FIN), Williams FW38-Mercedes, 1:26,091 (80)
5. Alfonso Celis (MEX), Force India VJM09-Mercedes, 1:26,298 (57)
6. Jenson Button (GB), McLaren MP4-31-Honda, 1:26,860 (83)
7. Carlos Sainz (E), Toro Rosso STR11-Ferrari, 1:27,180 (55)
8. Marcus Ericsson (S), Sauber C34-Ferrari, 1:27,555 (88)
9. Pascal Wehrlein (D), Manor MRT05-Mercedes, 1:28,292 (54)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-16-Ferrari, 1:28,399 (31)
11. Jolyon Palmer (GB), Renault RS16, 1:29,356 (37)

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
1. März: Präsentation Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Präsentation Toro Rosso (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

1. Barcelona-Test: So wird gefahren
Mercedes
Mittwoch 24. Nico Rosberg (Morgen), Lewis Hamilton (Nachmittag)
Donnerstag 25. Lewis Hamilton (Morgen), Nico Rosberg (Nachmittag)
Ferrari
Mittwoch und Donnerstag Kimi Räikkönen
Williams
Mittwoch und Donnerstag Felipe Massa
Red Bull Racing
Mittwoch und Donnerstag Daniil Kvyat
Force India
Mittwoch Nico Hülkenberg
Donnerstag Alfonso Celis
Toro Rosso
Mittwoch: Carlos Sainz
Donnerstag: Max Verstappen
Sauber (mit 2015er Auto in neuer Lackierung)
Mittwoch und Donnerstag Felipe Nasr
McLaren-Honda
Mittwoch Jenson Button
Donnerstag Fernando Alonso
Manor Racing
Mittwoch und Donnerstag Rio Haryanto
Renault
Mittwoch und Donnerstag Kevin Magnussen
Haas F1
Mittwoch Romain Grosjean
Donnerstag Esteban Gutiérrez

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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