Schramm, Gerhard, GTR-Motor und ein neuer Vergaser

Von Rudi Hagen
Grasbahn-Seitenwagen-EM
Marcel Gerhard und das Duo Imanuel Schramm/Frank Schiemer beim Testen des GTR auf der Hausbahn

Marcel Gerhard und das Duo Imanuel Schramm/Frank Schiemer beim Testen des GTR auf der Hausbahn

Imanuel Schramm und Beifahrer Frank Schiemer haben auf der hauseigenen Bahn im Vorjahr Verbesserungen am GTR-Motor getestet, unter anderem einen neuen Vergaser. Marcel Gerhard war oft höchstpersönlich dabei.

Imanuel Schramm und die Schweiz, das passt. Der Seitenwagen-Pilot der Internationalen Lizenzklasse wohnt in Wellmutsweiler bei Tettnang, in der Nähe des Bodensees, also unweit der schweizerischen Grenze. Dann fährt der 46-Jährige auf Gras- und Sandbahnen im In- und Ausland seit Jahren mit einer Lizenz des Schweizer Verbandes, da es nach seinen Worten unkomplizierter ist, als sich beim DMSB anzumelden und dann ist da noch der Motoren-Hersteller und -Tuner Marcel Gerhard aus Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau, mit dem Schramm, genannt «Immel», eng kooperiert.

Die Saison 2020 war auch für Imanuel Schramm und seinen neuen Beifahrer Frank Schiemer (42) aus Bad Waldsee «eine Saison zum Vergessen». Immerhin konnten die beiden Schwaben im Rahmenprogramm der Grasbahn-Europameisterschaft der Solisten im südfranzösischen Tayac und Anfang Oktober beim einzigen Grasbahnrennen Deutschlands in dieser vermaledeiten Corona-Saison in Neuenhasslau starten.

«In Tayac war von den Einschränkungen bezüglich Corona nicht viel zu spüren», wundert sich Schramm noch heute, «die Zuschauer standen da eng zusammen wie die Ölsardinen. Das Rennen beim MSC Neuenhasslau war dagegen nach Corona-Regeln perfekt vorbereitet durch Thomas Schiffner und Tilman Kluge. Die haben ein gescheites Konzept vorgelegt und es waren daraufhin behördlicherseits 800 Zuschauer zugelassen. Man hat gesehen, dass auch rund um solch ein Minibahn eine Menge Zuschauer untergebracht werden können und das nach den geforderten Hygieneregeln.»

Das sieht Schramm auch als Chance für die (hoffentlich) kommende Saison: «Es wird schwierig werden, aber es geht weiter, das glaube ich. Rund um die Gras- und Sandbahnen ist doch so viel Platz, der häufig gar nicht genutzt wird, das kann man doch organisieren. Ich glaube daran, dass es weitergeht, auch mit Zuschauern an der Bahn. Die Leute wollen doch irgendwann wieder raus und sie sind hungrig auf den Sport. Aber die Veranstalter müssen dafür sorgen, dass Abstände eingehalten, Masken getragen und alle Hygieneregeln eingehalten werden.»

Neben den beiden Rennen ist das Duo Schramm/Schiemer im Vorjahr aber auch auf der Schramm’schen Hausbahn in Wellmutsweiler aktiv gewesen. Auf der zirka 300 m langen Mini-Grasbahn sind es vor allem die Starts gewesen, die immer wieder geübt werden konnten.

Aber es ging auch um die reine Technik, um den von Marcel Gerhard entwickelten GTR-Motor. Der mittlerweile 65 Jahre alte Schweizer aus dem nahen Frauenfeld im Kanton Thurgau, der 1992 in Pfarrkirchen Sandbahnweltmeister wurde, ist häufig in Wellmutsweiler zu Gast, um die Neuerungen im GTR (Gerhard Track Racing) in der Praxis unter die Lupe zu nehmen. «Die Bahn hat der Immel optimal hergerichtet, da lässt sich schon einiges feststellen», so Gerhard.

Für Schramm, von Beruf Diplom-Betriebswirt, Zündungsspezialist und Inhaber von Dmon-Parts, hat Marcel Gerhard einen neuen Vergaser entwickelt und der, wie er sagt, «recht gut funktioniert.» Eine deutsche Firma fertigt den Vergaser aus Flugzeug-Aluminium, der ohne Schwimmerkammer und ohne Schiebernadel funktioniert.

Jetzt hoffen alle auf ein Ende der Pandemie, auf dass das Leben wieder einigermaßen normal gestaltet werden kann und dass es auch im Sport wieder losgeht und zwar mit Zuschauern. «Mein Herz schlägt nach wie vor für den Bahnsport», seufzt Marcel Gerhard, «hoffentlich können wir alle bald wieder Rennen sehen.»

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