Bastien Mackels schnelles Kennenlernen der Buchner-R1

Von Esther Babel und Michael Sonnick
IDM Superbike
Sepp Buchner mit Bastien Mackels (v.li.)

Sepp Buchner mit Bastien Mackels (v.li.)

Der IDM-Superbike-Pilot vom Team Bayer Bikerbox hat mit seiner Yamaha R1 noch rasch ein paar Runden auf dem Hockenheimring gedreht. Er fuhr Marvin Fritz‘ Siegermotorrad vom IDM-Finale 2019.

Der Belgier dürfte aktuell einer der letzten Piloten gewesen sein, die im Rahmen der allgemeinen Absagen und Schließungen auf Grund der Corona-Pandemie noch schnell ein paar Runden mit dem Motorrad drehen konnte. Während die Rennstrecken in Spanien seit kurzem und die in Italien schon länger dicht sind, durfte sich Mackels noch über drei 20-minütige Turns auf dem Hockenheimring freuen.

Nach der überraschenden Absage durch sein Vorjahres-Team hat Mackels im Team um Techniker Sepp Buchner für die IDM 2020 ein neues Zuhause gefunden. Statt wie in den letzten Jahren auf einer BMW Platz zu nehmen, biegt er jetzt mit einer Yamaha und seiner persönlichen Startnummer 91 ums Eck.

SPEEDWEEK.com: Wie waren denn deine ersten Eindrücke vom Test?

Bastien Mackels: «Es war kalt, aber sonnig. Die Bedingungen waren nicht perfekt, aber eindeutig besser als nichts. Es waren auch viele Hobby-Piloten unterwegs und ich fuhr mit einem harten Reifen. Ich war mit dem ersten Test dennoch sehr zufrieden. Das Ziel war es, ein erstes Gefühl für Team und Motorrad zu bekommen. Schnelle Zeiten waren definitiv nicht das Ziel, aber ich kam gleich in einen guten Rhythmus. Auch das Feeling mit dem Team war gleich gut. Ich habe mit Peter einen Mechaniker mit ins Team gebracht, der schon im letzten Jahr mit mir zusammengearbeitet hat. Wir sind das gewohnt. Mit Sepp schwimme ich auf einer Wellenlänge. Und als jahrelangem Teamkollegen von Markus Reiterberger kenn ich mich auch mit der speziell bayerischen Art gut aus.»

Wo hast du Unterschiede zwischen der BMW aus dem Vorjahr und jetzt zur R1 gemerkt?

«Es sind beides Superbikes. Die R1 fühlt sich etwas kleiner an, so dass ich eine andere Sitzposition als bisher einnehmen muss. Bei der Motorleistung dachte ich gleich «wow». Ein wirklich großer Unterschied ist für mich das Gefühl für die Front. Da gibt es viel mehr Möglichkeiten, das war mir gleich im ersten Turn klar. Über Unterschiede zur MGM-Yamaha, die ich vor einigen Jahren mal gefahren bin, kann ich nicht groß was sagen. Das ist einfach zu lange her. Um da klare Aussagen treffen zu können, müsste man von einem auf das andere Motorrad steigen.»

Was war beim Finale der Unterschied zur BMW und der Yamaha, mit der Marvin gewonnen hat und mit welcher du jetzt unterwegs bist?

«Ich war ein paar Runden direkt hinter Marvin und das Kurvenverhalten der Yamaha war sehr gut und hat ihm geholfen, Ilya Mikhalchik und mich zu überholen. Wenn du einen guten Fahrer auf einem guten Motorrad hast, ist der eben immer konkurrenzfähig.»

Wie sind deine Erwartungen für die IDM 2020?

«Ein Grund, warum ich dieses Jahr unbedingt dabei sein wollte in der IDM, ist das wirklich hohe Level. Es sind mindestens fünf Fahrer am Start, die jederzeit ein Rennen gewinnen können. Daher ist es schwer, klare Erwartungen zu formulieren. Aber in dem sind das Team und ich uns einig. Wir wollen Rennen gewinnen und am Ende die Meisterschaft. Dafür treten wir an.»

Wie geht es bei euch angesichts der ganzen Einschränkungen durch das Coronavirus weiter?

«Wir warten ab und arbeiten solange einfach weiter, so gut es eben geht. Mehr kann man nicht tun.»

Sepp, was sagst du zum Test mit deinem neuen Fahrer?

«Bastien ist die Yamaha vom IDM-Finale in Hockenheim gefahren, mit der Marvin gewonnen hat. Wir hatten die neue Yamaha dabei, aber sie ist noch nicht ganz fertig. Ich bin sehr zufrieden, er ist dran und war nur ca. 1,5 Sekunden langsamer als die Rundenzeit beim Finale. Es war viel Verkehr auf der Strecke, Bastien ist ca. 40 Runden gefahren, mittags beim zweiten Turn waren es 20 Grad Streckentemperatur. Bastien ist super nett, wir hatten bis zum Anruf noch nie vorher persönlich bei den Rennen gesprochen, wir kannten uns bisher nur vom Sehen. Nach seinem Anruf ist er 600 km zu uns gefahren und wir haben uns am Sonntag beim Kaffee geeinigt. Bastien spricht kein deutsch, wir verständigen uns auf englisch. Der Fokus liegt bei uns auf dem Fahrwerk, wir werden Öhlins einsetzen. Die zwei IDM-Titel mit Marvin haben wir mit Bitubo gewonnen. Wir werden von Bayer-Mitarbeiter Andreas Steidele unterstützt, der für die ganze Versorgung der Racingteile zuständig ist. Wir hoffen, dass die IDM am 10. Mai bei der ADAC Sachsenring Classic stattfindet. Geldgeber sind noch erwünscht.»

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