«Lennox Lehmann hat Grundtalent für die SSP-300-WM»

Von Esther Babel
IDM Supersport 300

Teamchef Carsten Freudenberg will den Sieger des ADAC Junior Cup über die IDM Supersport 300 in die Weltmeisterschaft bringen. Auf dem Lausitzring testete Lehmann nach dem Ende des Lockdowns seine KTM.

«Nach dem letzten Test in Almeria Anfang März zusammen mit den WM-Fahren habe ich mich total gefreut, endlich wieder auf meinem Einsatzbike zu sitzen», erzählt Lennox Lehmann, nachdem er letzte Woche nach dem Ende des Corona-Lockdowns auf dem Lausitzring wieder auf seine KTM aufsteigen durfte. «Schon ein komisches Gefühl, die Anmeldung, die Abnahme und alles Offizielle mit Maske zu machen. Aber was soll’s. Lieber so als gar nicht fahren. Am Samstag ging es dann endlich auf die Strecke. Ich habe mich sofort wieder wohlgefühlt und die Rundenzeiten sind Turn für Turn schneller geworden. Natürlich wurde die Zeit auch genutzt, um einige Einstellungen am Bike zu testen.»

Nach zwei Tagen auf der Strecke zeigte sich Lehmann, der im Vorjahr der letzte Gesamtsieger der ADAC-Nachwuchsschule geworden war, voll zufrieden. Auch die Rundenzeiten entsprachen ganz seinen Vorstellungen. «Von mir aus kann es sofort losgehen», versicherte er mit Blick auf eine mögliche IDM-Saison. Schon in Hockenheim durfte der Sachse seine Premiere in der IDM Supersport geben.

«So riesig ist der Unterschied eigentlich nicht», beschreibt er die Cup- und die IDM-KTM. «Der Unterschied liegt bei den Reifen, der Leistung und dem Fahrwerk. Dadurch verändert sich das Fahrverhalten gegenüber der KTM aus dem Junior Cup. Es war super, beim Finale in Hockenheim zu starten. Dadurch wusste ich gleich, wo ich ungefähr stehe. Eigentlich passt soweit alles. Auf der Bremse muss ich noch etwas stärker werden. Ansonsten arbeite ich natürlich weiterhin an meiner Fitness und an meiner mentalen Stärke. Durch die ADAC Stiftung Sport werde ich da bestens versorgt.»

«Von unserer Seite bin ich total happy, dass wir Lennox im Team haben», verteilt dann auch Teamchef Carsten Freudenberg ein paar verbale Streicheleinheiten an den Teenager. «Er wohnt ja auch gleich bei uns um die Ecke in Dresden. Das sind gerade mal 20 Minuten bis zu unserem Teamstandort. Somit haben wir kurze Kommunikationswege und können da gut miteinander arbeiten. Lennox zählt zu den Top-Nachwuchstalenten in Deutschland und wir werden vom Team her alles versuchen, ihn entsprechend zu unterstützen.»

Das Ziel heißt klar Weltmeisterschaft, wo das Team Freudenberg sich ebenfalls erfolgreich in der Klasse Supersport 300 engagiert, in diesem Jahr unter anderem mit dem ehemaligen IDM-Piloten Chris Stange. «Wir wollen das mit Lennox Schritt für Schritt alles planen», schildert Freudenberg. «Vom Grundtalent her hat er einen Platz in der WM verdient. Wir werden alles daransetzen, dieses große Ziel zu erreichen.»

«Das Elternhaus von Lennox ist top», versichert der Teamchef, «die Eltern ziehen voll mit und ordnen dem Rennsport alles unter. Sie sind fast jedes Wochenende mit Lennox irgendwo unterwegs. Gerade sein Papa ist da sehr engagiert. Ob Pitbike fahren oder mit dem SSP-Motorrad. Das läuft wirklich fantastisch, wie die sich da fokussieren und bemühen, Lennox nach vorne zu bringen. Wir werden mal sehen, er hat ja jetzt noch ein paar Rennen in der IDM. Vielleicht drei oder vier. Schauen wir mal, was da am Ende rauskommt. Der Traum von Lennox ist der, mit uns in die WM zu gehen.»

Bis es soweit ist, steht erst einmal die IDM-Bewährungsprobe an. Schon im März konnte er sich an das WM-Tempo gewöhnen, als er mit seinen Freudenberg-WM-Teamkollegen beim Test in Almeria dabei war. Schlecht geschlagen hat er sich dabei nicht. Bis auf eine Sekunde war er an den WM-Jungs dran. «Was mich am meisten freut», verrät Freudenberg, «ist, dass er nochmal an seinem Fahrstil gearbeitet hat. Da hatten wir schon im Vorjahr drüber gesprochen, dass er mehr versuchen soll mit dem Oberkörper zu fahren und mehr diesen modernen Fahrstil mit dem Ellbogen nach unten. Dass man da komfortabel fährt, aber auch aggressiv. Damit man da eine gute Mischung findet. Dass man auf dem Motorrad sitzt und dem Gegner seinen Fahrstil aufzwingt. Das sind so Geschichten, an denen wir jetzt noch arbeiten.»

Freudenberg bescheinigt Lehmann auch eine gehörige Portion Intelligenz und die Fähigkeit, Dinge schnell umzusetzen. «Es macht wirklich großen Spaß mit ihm», schiebt Freudenberg noch rasch hinterher.

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