Valentin Folger: Mit IDM-Tipps von Cousin Jonas

Von Thorsten Horn
IDM Supersport 300
Valentin Folger (li.) mit Papa Alexander

Valentin Folger (li.) mit Papa Alexander

Trotz des Aufstiegs von Jonas Folger in die Superbike-WM ist der Name Folger in der IDM weiter existent. Dessen Cousin Valentin stieg 2020 in die 300er-Klasse ein und möchte jetzt den Anschluss an die Top-15 schaffen.

Nachdem Valentin Folger im vorigen Jahr für den Yamaha R3 bLU cRU Cup geplant hatte, dieser wegen Corona aber nicht zustande kam, stieg er gleich in die IDM Supersport 300 ein. In seinem ersten Jahr bezahlte der Sohn des ehemaligen deutschen Vizemeisters Alexander Folger (1996, Klasse bis 125 ccm) und Cousin von Jonas Folger mit nicht ganz konkurrenzfähigem (Standard-)Material viel Lehrgeld.

In diesem Jahr soll es nun in Richtung Punkteränge gehen, doch waren die zwei 21. Plätze beim Saisonauftakt in Oschersleben noch nicht das, was sich der 20-Jährige aus dem oberbayerischen Obertaufkirchen vorgestellt hatte. «Wir haben das Motorrad über den Winter soweit hergerichtet, haben aber noch lange auf das endgültige IDM-Reglement und danach auf ein paar spezielle Teile gewartet. Durch Corona bin ich nur je einmal in Rijeka, Oschersleben und Hockenheim gefahren, allerdings noch mit dem Motorrad Stand Ende letzten Jahres», erklärt er gegenüber SPEEDWEEK.com.

So ist zum Beispiel die neue Elektronik erst auf dem letzten Drücker gekommen. «Wir haben noch einen Mechaniker, der uns das Motorrad komplett rennfertig gemacht hat. Allerdings nicht bei uns zu Hause, sondern in seiner Werkstatt. Auf unserem Weg nach Oschersleben haben wir uns dann auf der Autobahn getroffen und das Motorrad übernommen. Somit waren die Trainings meine ersten Runden mit der neuen Elektronik und den neuen Reifen. Somit sind die Ergebnisse dann auch nicht so gut ausgefallen.»
In Oschersleben ist Valentin Folger erstmals in seinem Leben mit Slicks gefahren. «Das war für mich etwas völlig Neues. Mir hat anfangs einfach das Gefühl gefehlt, sodass ich den viel besseren Grip gar nicht ausgereizt habe. Das hat einfach ein bisschen gedauert. Aber ich brauche noch einige Kilometer mehr», weiß er.

Mit seiner Yamaha R3 kam Valentin Folger auch nach Oschersleben nicht zum Fahren, sondern konnte nur Kraft- und Ausdauertraining machen und dazu ein bisschen Supermoto in einer Karthalle fahren. «Derzeit geht es bei mir wegen meiner Ausbildung zum Mechatroniker etwas stressig zu. Ich kann nicht einfach mal, um nicht einzurosten, über den Winter ein, zwei Wochen oder gar länger nach Spanien zum Trainieren fahren. Durch Corona war das natürlich nochmals schwieriger», bemerkt er zu diesem Thema.
Dennoch glaubt er, fahrerisch besser geworden zu sein. «Ich bin zwar über den Winter viel Rad auf dem Hometrainer gefahren, aber das hilft nicht wirklich weiter. Man muss halt so oft wie möglich auf dem Motorrad sitzen, doch das geht bei mir nun einmal nicht ohne Weiteres. Man muss realistisch sein. Mein grundsätzliches Ziel ist, von Rennen zu Rennen besser zu werden. Alles was besser als Top-20 ist, würde mich zufrieden stellen», erklärt er zu seinen Nahzielen.

Die familiäre Verbindung zu seinem Cousin Jonas Folger stellt der noch ziemlich Neue im Renngeschäft unter anderem auf seiner Kombi mit dem Logo ‚94 Riding Days‘ dar. Dazu sagt er: «Das habe ich wegen Jonas drauf gemacht, weil er mein größter Unterstützer ist. Das sind die Pit-Bike-Veranstaltungen von ihm, bei denen ich kostenlos fahren kann. Ich weiß allerdings gar nicht, ob er die in diesem Jahr wieder macht, denn er hat ja durch seinen Aufstieg in die Superbike-WM nun noch mehr Stress. Wenn wieder was losgeht, werde ich das auch wieder nutzen können.»
Zur Unterstützung durch Jonas sagt Valentin konkret: «Ganz am Anfang hat er mir grundsätzlich erklärt, wie man ein Rennwochenende angeht und ein Rennen fährt. Wann immer wir zusammen auf der Rennstrecke waren, hat er mir immer wieder Tipps zur Körperhaltung, Linienwahl oder Gasannahme gegeben. Da hat er mir von seiner alten Moto3-Zeit viel erklären können. Das Beste war für mich, als er einmal meine zweite R3 gefahren ist und mir gezeigt hat, was mit so einer 300er geht.»

Im vorigen Jahr bezog man bekanntlich noch die gleichen Fahrerlager, was für Valentin eine große Hilfe war. «Letztes Jahr war es natürlich super vorteilhaft, dass Jonas auch in der IDM war. Da hatte man keinen weiten Weg, wenn man mal eine Frage hatte. Vielleicht kommt er in diesem Jahr mal, die IDM zu besuchen», erklärt er dazu.

Die nächste Chance auf IDM-Punkte bekommen Valentin Folger, aber auch seine Mitstreiter, am kommenden Wochenende im nordböhmischen Most. Bei den Rennen unweit der deutsch-tschechischen Grenze sind erstmals seit 2019 bei der IDM wieder Zuschauer auf den Tribünen zugelassen, wenngleich nur eine begrenzte Anzahl.

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