Joe Roberts: «Gutes MotoGP-Angebot zur falschen Zeit»

Von Mario Furli
Moto2
Joe Roberts auf der Italtrans-Kalex

Joe Roberts auf der Italtrans-Kalex

Aprilia wollte Joe Roberts 2021 in die MotoGP-WM holen. Der 23-jährige Amerikaner entschied sich aber dazu, den bereits bestehenden Moto2-Vertrag mit Italtrans zu erfüllen: «Ich will Rennen gewinnen.»

Joe Roberts stand auf der Kandidatenliste für den zweiten Platz im Aprilia-Werksteam weit oben. Der Gesamtsiebte der Moto2-WM 2020 zeigte auch interessiert: «Ich sehe, dass sich ihr Projekt sehr stark entwickelt», versicherte er. «Ich glaube auch, dass das Motorrad recht gut zu mir passen würde. Aleix Espargaró meinte, das Turning wäre gut, vor allem in den schnellen Kurven, was generell meine Stärke ist.»

Warum lehnte der 23-jährige Kalifornier das MotoGP-Angebot dann ab? «Um ehrlich zu sein, gab es ein paar Dinge, die mich dazu bewogen haben, nicht in diese Richtung zu gehen. Ein Grund war, dass ich noch kein Rennen gewonnen habe», erklärte der Polesetter von Katar gegenüber «CycleNews». «Wäre ich in die MotoGP aufgestiegen, wäre ich gegen Rennfahrer angetreten, die Rennen und Titel gewonnen habe, die Top-Fahrer sind – die besten der Welt. Ich meine damit nicht, dass ich nicht in der Lage gewesen wäre mitzufahren, aber für mich ist die mentale Seite sehr wichtig. Als Fahrer ist es wichtig, dass du verstehst, wie man Rennen gewinnt. Ich erinnere mich – natürlich auf einem anderen Level – als ich in Amerika Rennen gewonnen habe, war das Selbstvertrauen, mit dem ich in die Saison ging, einfach so entscheidend. Das ist ein Grund, weshalb ich bleiben wollte – um 100 Prozent bereit zu sein», betonte er.

«Dazu kommt die Tatsache, dass ich bereits einen Vertrag mit Italtrans unterschrieben hatte», ergänzte Roberts. «Wenn ich sage, dass ich etwas mache, dann mache ich das auch. Es war so spät in der Saison, hätte ich den Vertrag aufgelöst, dann wäre es für sie wirklich nicht gut gewesen. Ich sah beide Möglichkeiten als sehr gute Optionen.»

Ein privater Testtag in Jerez nach dem Saisonfinale in Portimão bestärkte den Amerikaner in seiner Entscheidung: «Italtrans hat gerade erst die Moto2-WM gewonnen. Schon an dem einen Testtag in Jerez habe ich gemerkt, welche Zuversicht dort herrscht, das tut so gut. Mit Giovanni Sandi und der ganzen Crew zu arbeiten war großartig. Wir haben uns sehr gut verstanden, sie gaben mir das Gefühl, dass alle happy sind mit mir zu arbeiten. Ich und das Team, wir alle glauben, dass wir so eine gute Chance haben, im nächsten Jahr um den WM-Titel zu kämpfen.»

«Jeder weiß, dass die Moto2-WM eine der härtesten Meisterschaften der Welt ist, es wird nicht einfach, aber wir glauben, dass wir eine großartige Chance haben», bekräftigte Roberts.

Sein Manager, Eitan Butpul, bezeichnete das Aprilia-Angebot als große Chance für seinen Schützling – und die Absage als Enttäuschung.

Die Spitze in Noale habe aber Verständnis gezeigt, versicherte Roberts: «Ich habe ihnen gesagt, dass es nichts mit ihrem Bike zu tun hatte. Ich habe ihnen erklärt, dass meine Entscheidung so gefallen ist, weil ich wirklich in der Moto2 Rennen gewinnen will. Ich habe so hart gearbeitet und das nächste Jahr ist das erste, in dem ich mit demselben Chassis weitermachen werde. Darauf freue ich mich. Sie haben meine Entscheidung respektiert. Massimo [Rivola] hat mir sogar nach dem Test in Jerez geschrieben, um zu fragen, wie der Tag gelaufen ist. Ich glaube, alles dort ist sehr gut. Es war wirklich ein großartiges Angebot. Es kam nur nicht zur richtigen Zeit.»

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