Tom Lüthi beendet seine Karriere, 2022 in neuer Rolle

Von Nora Lantschner
Tom Lüthi (34)

Tom Lüthi (34)

Tom Lüthi wird seine Rennfahrerkarriere am Ende der laufenden Moto2-Saison beenden. Der 34-jährige Schweizer blickt auf große Erfolge zurück und freut sich auf seine neue Rolle.

Nach 19 Jahren in der Motorrad-WM wird Tom Lüthi seine Karriere als aktiver Rennfahrer am Ende des Jahres beenden. Der populäre Berner, 125-ccm-Weltmeister von 2005, zweifacher Moto2-Vizeweltmeister und 17-facher GP-Sieger, zählt zu den erfolgreichsten GP-Fahrer der Eidgenossen.

«Natürlich ist mir der Entscheid nicht leichtgefallen. Die Motorrad-Weltmeisterschaft war fast 20 Jahre lang mein zweites Zuhause und der größte Teil meines Lebens», erklärte Lüthi. «Ich durfte großartiges Teamwork erleben, große Erfolge feiern und in teilweise natürlich auch schwierigeren Zeiten unglaublich viel über den internationalen Straßenrennsport und dessen Hintergründe lernen.»

Lüthi gab sein Debüt in der Motorrad-WM beim Deutschland-GP 2002 in der Klasse 125 ccm. Ein Jahr später bestritt er seine erste volle WM-Saison und schaffte beim Catalunya-GP als Zweiter erstmals den Sprung auf das Podest. Seinen ersten Grand-Prix-Sieg in der Motorrad-WM feierte Lüthi beim Großen Preis von Frankreich 2005 in Le Mans, im selben Jahr kürte er sich zum 125er-Weltmeister.

Seit 2007 mischte Lüthi die zweithöchste Kategorie der Motorrad-WM auf, in der seit 2010 bestehenden Moto2-Klasse führt er mit 53 Podestplätzen die Bestenliste an. 2016 und 2017 war er jeweils WM-Zweiter. In seinem MotoGP-Jahr 2018 blieb der Erfolg allerdings aus, auf der Marc-VDS-Honda gelang ihm kein Punktgewinn. Nach seiner Moto2-Rückkehr war Lüthi 2019 wieder WM-Dritter, mit Intact GP feierte er beim Austin-GP 2019 seinen insgesamt 17. und bisher letzten GP-Sieg.

Für die laufende Saison wechselte der Kalex-Pilot ins SAG-Team. Die erste Saisonhälfte verlief enttäuschend, der tragische Tod von Jason Dupasquier ging Tom, der ein väterlicher Mentor für den erst 19-jährigen Nachwuchsfahrer war, sehr nahe. Am vergangenen Wochenende schaffte Lüthi beim Österreich-GP als Neunter erstmals wieder den Sprung in die Top-10. Nun machte er seine Entscheidung publik.

Der Schweizer bleibt dem Sport aber auch nach seinem Rücktritt erhalten: Er wird mit sofortiger Wirkung das Management des Nachwuchsrennfahrers Noah Dettwiler übernehmen und ab 2022 die Rolle des Sportchefs im Moto3-WM-Team und Juniorteam von PrüstelGP ausfüllen.

«Auch wenn ich von meiner aktiven Karriere Abschied nehme, bin ich froh, dies nicht vom Paddock und vom Motorradsport an sich tun zu müssen», betonte Lüthi. «Jahrelang habe ich um Erfolg, um Spitzenplätze und um schnelle Rundenzeiten gekämpft. Das werde ich auch in Zukunft tun, nur eben nicht mehr als Rennfahrer, sondern in anderen Rollen. In all den Jahren habe ich gesehen, wie entscheidend ein professionelles, stabiles Umfeld und die eigene Entwicklung für den sportlichen Erfolg ist – deshalb freue ich mich sehr darauf, mein Wissen sowie meine Erfahrungen weitergeben zu dürfen und dabei auch weiterhin mit einigen meiner langjährigen Partner zusammenzuarbeiten.»

Florian Prüstel freut sich jetzt schon auf die Zusammenarbeit: «Ich habe lange nach jemandem gesucht, der als authentischer, erfahrener Experte die Betreuung unserer Fahrer übernehmen, ihre Trainings koordinieren, begleiten und sie auf ihrem Weg an die Spitze unterstützen kann. Dank der Zusammenarbeit mit Tom haben wir all das perfekt abgedeckt. Mit seinen 19 Jahren WM-Erfahrung weiss er genau, worauf es im Rennsport ankommt – gerade zu Beginn einer Karriere, wenn man sich erstmal noch an die große, nicht immer einfache Welt des internationalen Rennsports herantasten muss. Ich freue mich zudem auch darauf, unseren Partnern damit noch mehr spannende Einblicke in den faszinierenden Rennsport geben zu können und mit Tom einen Experten an unserer Seite zu haben, der solche Eindrücke von einer komplett anderen Seite ermöglichen kann. Gemeinsam haben wir so eine Ausgangslage geschaffen, die uns das Knowhow und die Kompetenzen gibt, die es für den Weg zum Titel braucht.»

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