Neuer Rossi-Crew-Chief: Wer ist David Munoz?

Von Mario Furli
MotoGP
David Munoz ist in der laufenden Moto2-Saison für Nicolò Bulega zuständig

David Munoz ist in der laufenden Moto2-Saison für Nicolò Bulega zuständig

Valentino Rossi geht 2020 bekanntlich neue Wege: Dass der Yamaha-Star mit David Munoz einen Crew-Chief ohne Erfahrung in der Königsklasse ausgewählt hat, stimmt so aber nicht ganz.

Valentino Rossi bestätigte in Buriram, dass 2020 David Munoz den Platz von Silvano Galbusera als Crew-Chief des Yamaha-Werkfahrers einnehmen wird. Galbusera trat 2014 in die Fußstapfen von Jeremy Burgess und wird im kommenden Jahr in das Yamaha-Testteam wechseln.

Aber wer ist David Munoz? Der 41-Jährige holte mit Rossi-Schützling Francesco «Pecco» Bagnaia im Vorjahr den Moto2-WM-Titel und arbeitet aktuell mit Nicolò Bulega im Sky Racing Team VR46 zusammen.

«Er verfügt über keine Erfahrung mit der MotoGP, aber er ist sehr jung und hat gute Ideen», erklärte Rossi die Entscheidung. «Ich kenne David sehr gut, ich verfolge das Sky Racing Team VR46 sehr genau. Ich mag seine Ruhe und die Art, wie er mit einer Situation umgeht.»

Munoz hat aber sehr wohl Erfahrung in der «premier class», wenn auch nicht als Crew-Chief: Sein erstes Jahr in der Motorrad-WM war 1997 bei Pons Honda: «Damals waren Carlos Checa und Alberto Puig die Fahrer. Da habe ich als Mechaniker angefangen», erzählte der Katalane im Interview mit den italienischen Kollegen von Sky Sport. «Danach war ich vier Jahre lang bei Derbi und kam dann in die 250er-WM mit [Toni] Elias, als er auf Aprilia bei Aspar war. Dann ging er zu Honda und ich mit ihm. Als er 2005 in die MotoGP-Klasse aufgestiegen ist, bin ich in der 250er-Klasse geblieben. Ich war einige Jahre lang bei Honda, im Team von Puig zum Beispiel.»

Übrigens: In seiner Zeit bei Derbi arbeitete Munoz 2002 auch mit Jorge Lorenzo, der sein WM-Debüt gab.

«Mein erstes Jahr als Crew-Chief war mit [Raffaele] De Rosa in der 250 ccm: Es war sein Debüt-Jahr in der Klasse – und er wurde der Rookie des Jahres [2009]», ergänzte Munoz, der mit Rossi gemeinsam hat, dass er Erfahrung mit den 500er-Zweitaktmaschinen hat: «Meiner Meinung hat sich von der 500er-Ära bis heute viel verändert, das Reglement, die Motorräder... Es ist eine andere Geschichte, das wurde alles revolutioniert.»

Bagnaia kann die Entscheidung von Rossi übrigens voll nachvollziehen: «Ich kann nur sagen, dass er sich nicht hätte besser entscheiden können», schmunzelte er. «Mit David habe ich mich sehr gut verstanden, wir haben im Vorjahr viel zusammen gewonnen. Am Ende der Saison musste ich nicht einmal mehr etwas sagen, er wusste schon, was wir am Motorrad machen mussten. Er ist sehr gut, was das Zwischenmenschliche angeht, er weiß, wie er mit den Leuten umgehen muss. Und meiner Meinung nach ist er ein großartiger Crew-Chief, er verdient sich, wo er im nächsten Jahr sein wird.»

«Mit Pecco war das Verhältnis auf Anhieb gut – und das persönliche Verhältnis, das man mit einem Fahrer hat, dieses Feeling zwischen Crew-Chief und Fahrer ist sehr wichtig», bestätigte Munoz.

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