MotoGP

Baustelle COTA/Texas: 40 Prozent des Belags sind neu

Von Günther Wiesinger - 23.01.2020 00:01

Der Circuit of the Americas (COTA) gilt seit Jahren als Holperpiste. Im Januar war die Strecke gesperrt, denn 40 Prozent des Belags wurde abgetragen und erneuert.

Schon vor drei Jahren hatten die Formel-1-Fahrer und MotoGP-Piloten über den extrem holprigen Belag auf dem Circuit of the Americas (COTA) in Austin geschimpft. Es wurden zwar manche Stellen ausgebügelt, aber die Bodenwellen verschwanden nie, manche Fahrer meinten, sie würden von Jahr zu Jahr schlimmer. Das habe mit dem einst eilig aufgebrachten Fahrbahnbelag zu tun haben, meinen Experten und aufmerksame COTA-Beobachter. Beim Bau der Rennstrecke in Texas sei einfach aus Zeitmangel geschlampt worden.

Dass der Unterbau vernachlässigt wurde, ist offenkundig. Das merkt man schon auf den Zufahrtsstraßen und den Asphaltparkplätzen, von denen manche gar nicht mehr benutzt werden können, weil sich der Belag so tief abgesenkt hat, dass gewisse Abschnitte gesperrt werden mussten. Da geht es nicht um Bodenwellen, sondern um einige Quadratmeter große Senken…Und auf manchen Zufahrtsstraßen auf dem COTA-Areal sind manche Spuren gesperrt, auf anderen kann man sich nur im Schritttempo vorwärts bewegen.

Streckenchef Bobby Epstein behauptet hingegen: «Wir haben den Unterbau 2,7 Meter ausgegraben und ihn mit speziellem Material befestigt. Aber durch die Überflutungen und das Hochwasser 2015 ist der Unterbau beschädigt worden, der Belag ist aufgequollen. Es kam zu Ausspülungen entlang von Rohren, die sich unter der Piste befinden. 2015 ist das Wasser diesen Rohren entlang geronnen, das führte zu Absenkungen. Es kam zu einer Erosion, weil der Unterbau geschrumpft ist. Jetzt haben wir die Rohre herausgerissen. Wir wussten nicht, dass sie einen Effekt auf den Belag haben würden.»

Die MotoGP-Fahrer wähnten sich in Austin jahrelang auf einer Motocross-Strecke. Die Löcher im Asphalt nahmen ungeheure Ausmaße an. Jetzt sind die Kurven 1, 2, 9, 16, 18 und 19 neu asphaltiert worden, dazu die Boxenausfahrt und die extrem wellige Gegengerade. Rund 40 Prozent des Asphalts wurde kürzlich erneuert. Die Belagsarbeiten im Winter 2018/2019 waren für die Katz…

Vielleicht ist bei der Errichtung von COTA der Unterbau nicht tief genug ausgekoffert worden. Das soll mit Hilfe von Baggern in der Regel mindestens 1 bis 2 Meter tief gemacht werden und kostet neben Zeit auch eine Menge Geld. Als Basis wird dann die Grundschicht meist aus verdichtetem Bitumenkies aufgebracht, danach folgt die so genannte Binderschicht, die obere Tragschichte des Unterbaus, und am Ende wird die Asphaltdecke aus Grobasphalt und Feinasphalt aufgetragen.

Von den Formel-1-Piloten wetterten im Herbst vor allem Lewis Hamilton, Max Verstappen und Kevin Magnussen über den holprigen Zustand von COTA.

Beim Formel-1-GP mussten einige der heftigsten Bodenwellen in den Nächten auf Samstag und Sonntag von einem riesigen Schleiffahrzeug («Grinder») abgeschliffen werden. Aber der Zustand besserte sich nach dieser Nacht- und Nebel-Aktion kaum.

COTA-Betreiber Bobby Epstein kündigte nachher an, dass die Belagsarbeiten im Dezember und Januar erledigt werden. Beim Texas-GP von 3. bis 5. April 2020 soll sich die Piste zur vollsten Zufriedenheit der MotoGP-Fahrer präsentieren.

Auf der Piste in Austin herrscht Hochbetrieb © COTA Auf der Piste in Austin herrscht Hochbetrieb

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