MotoGP

Ducati geht «unerschrocken» in die MotoGP-Saison 2020

Von Nora Lantschner - 23.01.2020 21:20

Sechs Wochen vor dem Auftakt in die neue MotoGP-Saison enthüllten Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci in Bologna ihre neuen Arbeitsgeräte: Ducati setzt auch 2020 auf viel Rot – und gibt sich entschlossen.

«Das Rennfahren ist für Ducati ein herausragender Part des Unternehmens», unterstrich Ducati-CEO Claudio Domenicali bei der MotoGP-Teamvorstellung im historischen «Palazzo Re Enzo» in Bologna. «Eine untrennbare Verbindung aus Forschung, Technologie und Wissenschaft auf der einen Seite und Leidenschaft, Emotionen, Teamarbeit, Menschlichkeit auf der anderen.»

Allerdings wartet Ducati seit 2007 auf den ersehnten zweiten MotoGP-Titel nach Casey Stoner, zum zweiten Mal in Folge versucht es der Rennstall aus Borgo Panigale 2020 mit dem italienischen Fahrerduo Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci – und dem «Mission Winnow»-Schriftzug: Nachdem die globale Kampagne des Tabakriesen Philip Morris International im Laufe der Saison 2019 still und leise verschwunden war, prangt der Slogan nun wieder prominent auf den neuen Rennmaschinen, die vor Kurzem enthüllt wurden. Die GP20 präsentiert sich wie ihr Vorgängermodell vor allem in rot, dazu kommen schwarze und verchromte Akzente.

Neu ist vor allem das Design des dreifachen MotoGP-Vizeweltmeisters Andrea Dovizioso: «Ich habe verschiedene Dinge verändert, die Startnummer, den Helm und auch den Schriftzug», verriet der 33-Jährige. Auf seiner Lederkombi steht jetzt nämlich «Undaunted» (zu Deutsch: unerschrocken). «Es ist ein etwas spezielles Wort, aber ich wollte ein Adjektiv finden, das mich in diesem Jahr widerspiegelt: Geradeaus und voll konzentriert auf das Ziel», erläuterte «Dovi».

Sein Teamkollege Danilo Petrucci will nach einer schwachen zweiten Saisonhälfte 2019 wieder an seinen Mugello-Sieg anknüpfen. «Es war sicher ein unvergesslicher Tag, auch wenn er dann nicht wirklich unvergesslich war, weil es ein derartiger Mix an Emotionen war, dass ich mich leider an viele Dinge nicht mehr erinnere. Es war aber sicher ein großartiger Sieg», schwärmte er. «Ein Rennen zu gewinnen war im Vorjahr mein Ziel, aber ich hätte nicht erwartet, dass es in Mugello passieren würde. Aber am Ende habe ich einen schönen Ort ausgewählt. Es war grandios, das ganze Rennen und der ganze Tag.»

«Das Einzige ist, wenn du vom Podest steigst, dann kannst du es nicht erwarten, wieder dorthin zurückzukehren. Wir werden schauen, es in diesem Jahr hinzubekommen», gab der 29-jährige «Petrux» das Ziel vor.

Gigi Dall’Igna, General Manager von Ducati Corse, wartet ebenfalls ungeduldig auf den Start in die neue WM-Saison. «Es wird sicher eine komplizierte Saison, wir haben es mit schwierigen Gegnern zu tun, sowohl die Hersteller als auch die Fahrer. Wir haben uns aber auch gut vorbereitet», erinnerte er unter anderem an die Testfahrten vor der Winterpause. «Das Chassis war ziemlich anders, die ersten Reaktionen der Fahrer waren recht positiv, das stimmt uns zuversichtlich für die nächsten Tests, wo wir die Möglichkeiten, die dieses Chassis bietet, weiter ausloten werden.»

Damit nicht genug: «Am Motor haben wir eine wichtige Entwicklung vorgenommen, auch hier hatten wir bei den Tests schon einen ersten Prototypen», ergänzte Dall’Igna, der vor allem als Aerodynamik-Fuchs bekannt ist. «Es wird eine neue Verkleidung geben, die wir in Sepang oder Katar testen werden. Hier muss man sagen, dass uns das Regelwerk ziemlich einschränkt, es ist immer schwieriger, Raum für unsere Fantasie zu finden. Aber wir haben uns auch im Bereich Aerodynamik verbessert. Wir wissen, dass wir uns verbessert haben. Jetzt muss man schauen, was die anderen verbessert haben. Deshalb wird der erste Test wichtig.»

Die Erfolge des Ducati-MotoGP-Werksteams seit 2003

2003: Neun Podestplätze (1x Sieg, 2x zweiter Platz, 6x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 4 mit 177 Punkten
Troy Bayliss WM-Rang 6 mit 128 Punkten

2004: Zwei Podestplätze (2x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 9 mit 117 Punkten
Troy Bayliss WM-Rang 14 mit 71 Punkten

2005: Vier Podestplätze (2x Sieg, 1x zweiter Platz, 1x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 6 mit 157 Punkten
Carlos Checa WM-Rang 9 mit 138 Punkten

2006: Neun Podestplätze (4x Sieg: Troy Bayliss siegte als Ersatzfahrer in Valencia, 4x
zweiter Platz, 1x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 3 mit 229 Punkten
Sete Gibernau WM-Rang 13 mit 95 Punkten

2007: 18 Podestplätze (11x Sieg, 4x zweiter Platz, 3x dritter Platz)
Casey Stoner Weltmeister mit 367 Punkten
Loris Capirossi WM-Rang 7 mit 166 Punkten

2008: Elf Podestplätze (6x Sieg, 3x zweiter Platz, 2x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 2 mit 280 Punkten
Marco Melandri WM-Rang 17 mit 51 Punkten

2009: Neun Podestplätze (4x Sieg, 1x zweiter Platz, 4x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 4 mit 220 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 13 mit 104 Punkten

2010: Zehn Podestplätze (3x Sieg, 2x zweiter Platz, 5x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 4 mit 225 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 7 mit 163 Punkten

2011: Zwei Podestplätze (2x dritter Platz)
Valentino Rossi WM-Rang 7 mit 139 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 8 mit 132 Punkten

2012: Zwei Podestplätze (2x zweiter Platz)
Valentino Rossi WM-Rang 6 mit 163 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 9 mit 122 Punkten

2013: Kein Podestplatz
Andrea Dovizioso WM-Rang 8 mit 140 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 9 mit 126 Punkten

2014: Drei Podestplätze (1x zweiter Platz, 2x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 5 mit 187 Punkten
Cal Crutchlow WM-Rang 13 mit 74 Punkten

2015: Neun Podestplätze (5x zweiter Platz, 4x dritter Platz)
Andrea Iannone WM-Rang 5 mit 188 Punkten
Andrea Dovizioso WM-Rang 7 mit 162 Punkten

2016: Zehn Podestplätze (2x erster Platz, 3x zweiter Platz, 5x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 5 mit 171 Punkten
Andrea Iannone WM-Rang 9 mit 112 Punkten

2017: 15 Podestplätze (6x erster Platz, 4x zweiter Platz, 5x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 2 mit 261 Punkten
Jorge Lorenzo WM-Rang 7 mit 137 Punkten

2018: 13 Podestplätze (7x erster Platz, 4x zweiter Platz, 2x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 2 mit 245 Punkten
Jorge Lorenzo WM-Rang 9 mit 134 Punkten

2019: 12 Podestplätze (3x erster Platz, 3x zweiter Platz, 6x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 2 mit 269 Punkten
Danilo Petrucci WM-Rang 6 mit 176 Punkten

49 MotoGP-Siege

Casey Stoner: 23 Siege (2007: Doha, Istanbul, Shanghai, Barcelona, Donington Park, Laguna Seca, Brünn, Misano, Phillip Island, Sepang; 2008: Doha, Donington Park, Assen, Sachsenring, Phillip Island, Valencia; 2009: Doha, Mugello, Phillip Island, Sepang; 2010: Aragón, Motegi, Phillip Island)

Andrea Dovizioso: 13 Siege (2016: Sepang; 2017: Mugello, Barcelona, Spielberg, Silverstone, Motegi, Sepang; 2018: Doha, Brünn, Misano, Valencia: 2019: Doha, Spielberg)

Loris Capirossi: sieben Siege (2003: Barcelona; 2005: Motegi, Sepang; 2006: Jerez, Brünn, Motegi; 2007: Motegi)

Jorge Lorenzo: drei Siege (2018: Mugello, Barcelona, Spielberg)

Troy Bayliss: 1 Sieg (2006: Valencia)

Andrea Iannone: 1 Sieg (2016: Spielberg)

Danilo Petrucci: 1 Sieg (2019: Mugello)

Pramac-Ducati: 15 Podestplätze

2007: Alex Barros (Mugello)
2008: Toni Elias (Brünn und Misano)
2015: Danilo Petrucci (Silverstone)
2016: Scott Redding (Assen)
2017: Danilo Petrucci (Mugello, Assen, Misano, Motegi)
2018: Danilo Petrucci (Le Mans)
2019: Jack Miller (Austin, Brünn, Aragón, Phillip Island, Valencia)

Avintia-Ducati: Seit den letzten fünf Rennen 2014, kein Podestplatz

Aspar-Ducati: 2016 bis 2018, kein Podestplatz

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