Brad Binder (Sturz): «Es tut mir leid für Miguel»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Brad Binder fuhr Oliveira nach dem Start in Kurve 1 aufs Hinterrad, der Portugiese flog ab

Brad Binder fuhr Oliveira nach dem Start in Kurve 1 aufs Hinterrad, der Portugiese flog ab

Brad Binder räumte in der Startkurve in Runde 1 seinen Markenkollegen Miguel Oliveira ab und stürzte dann bei der Aufholjagd auf Platz 12 spektakulär

Der südafrikanische Red Bull KTM-Werkspilot Brad Binder ging nach seiner starken Trainings-Performance mit hohen Erwartungen in den Andalusien-GP. Er wollte vom siebten Starrtplatz aus um die Podestplätze fighten. Doch beim zweiten MotoGP-Rennen seines Lebens entstand gleich in der ersten Kurve ein heftiges Getümmel. Vorne lagen nebeneinander Oliveira und Morbidelli, hinten wollte Petrucci innen auf engstem Raum an Binder vorbeistechen. Im Getümmel kollidierte Binder in dieser ersten Kurve mit dem Hinterrad seines KTM-Markenkollegen Miguel Oliveira, der beim Sturz unschuldig umgerissen wurde. Binder konnte das Bike auf zwei Rädern halten, verklor aber viel Zeit, wie auch der nachfolgende Bradley Smith.

«Ich hatte den Tag auf jeden Fall nicht so geplant», sinnierte Binder am Sonntag nach dem Grossen Preis von Andalusien. «Das Schlimmste ist, dass ich auch Miguels Rennen zerstört habe. Er hatte ein super Wochenende und ich bin mir sicher, dass er ein gutes Resultat erzielt hätte. Es tut mir wirklich extrem leid.»

Red Bull KTM hatte am zweiten Rennwochenende in Jerez kein Glück. Als einziger RC16-Fahrer kam Pol Espargaro auf dem 7. Platz ins Ziel.

Wie beschrieb Binder den Unfallhergang in der allerersten Kurve? «Als ich in Kurve 1 eingebogen bin, hatte ich ein gutes Gefühl. Aber als ich dann zugemacht habe, habe ich nicht gesehen, dass Danilo [Petrucci] an meiner Innenseite war. Als ich ihn erblickt habe und das Bike wieder aufstellen wollte, war es bereits zu spät. Ich war direkt hinter Miguel, ein bisschen an der Innenseite seines Hinterrads. Als ich das Bike aufgestellt habe, habe ich ihn berührt.»

Binder weiter: «Ich bin froh, dass Miguel okay ist. Als ich den Crash gesehen habe, bin ich extrem erschrocken. Ich möchte mich bei meinem Team entschuldigen, bei Tech3 und bei Miguel.»

Red Bull Tech3-Teambesitzer Hervé Poncharal bedauerte den Zwischenfall. «Ich war anfangs ziemlich verärgert», sagte der Franzose. «Denn unsere Bikes sind zuverlässig und schnell, ein Platz-5-Ergebnis für Miguel wäre möglich gewesen. Schade, denn so viele Menschen im Team und bei KTM arbeiten unermüdlich, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.»

Im Gegensatz zu Oliveira konnte Brad Binder, der Moto2-Vizeweltmeister aus dem Red Bull KTM Factory Team, das Rennen wieder aufnehmen. «Es war schwierig, sich wieder in die Gruppe einzugliedern. In der letzten Kurve habe ich an 12. Stelle in der 13. Runde beim Einbiegen die Kontrolle über den Vorderreifen verloren. Ich konnte ihn aber halten und dann hat sich das Ganze in einen Highsider verwandelt. Das war nicht mein Tag», beschrieb Brad Binder die Vorkommnisse sichtlich betrübt. der Rookie steht jetzt nach zwei Grand Prix mit drei Punkten da.

Trotz eines unglücklichen Tages zeigte sich der Südafrikaner zufrieden mit der Performance seines Motorrads in Spanien. «Der Speed ist da und meine Rundenzeiten sind schnell», erzählte er. «Ich bin mir sicher, dass ich heute ein gutes Resultat erzielt hätte, aber ich habe es versaut.»

Wie bereits letzte Woche hatte Binder Probleme im Rennen, damals wegen steigendem Reifendruck. «Es ist schade, wie es die letzten zwei Wochenenden am Sonntag gelaufen ist. Aber am Ende des Tages bin ich lieber schnell und mache Fehler, als dass ich langsam bin und als Schlusslicht herumkurve.»

In zwei Wochen startet die MotoGP auf dem Automotodrom in Brünn. «Wir werden sehen, was dort geschieht», meinte Binder. «Ich gebe mein Bestes und versuche, dort einen Neustart zu machen. Es wird spannend zu sehen, wie es auf einer anderen Strecke läuft. Auf dem Circuito de Jerez hat unser Bike wirklich sehr gut funktioniert.»

Ergebnisse MotoGP Jerez/E, 26. Juli

1. Fabio Quartararo (F), Yamaha, 41:22,666 min
2. Maverick Vinales (E), Yamaha, +4,495 sec
3. Valentino Rossi (I), Yamaha, +5,546
4. Takaaki Nakagami (J), Honda, +6,113
5. Joan Mir (E), Suzuki, +7,693
6. Andrea Dovizioso (I), Ducati, +12,554
7. Pol Espargaro (E), KTM, +17,488
8. Alex Marquez (E), Honda, +19,357
9. Johann Zarco (F), Ducati, +23,523
10. Alex Rins (E), Suzuki, +27,091
11. Tito Rabat (E), Ducati, +33,628
12. Bradley Smith (GB), Aprilia, +36,306
13. Cal Crutchlow (GB), Honda, +45,683

WM-Stand nach 2 von 13 Rennen:

1. Quartararo, 50 Punkte. 2. Viñales 40. 3. Dovizioso 26. 4. Nakagami 19.5. Pol Espargaró 19. 6. Rossi 16. 7. Miller 13. 8. Alex Márquez 12. 9. Zarco 12. 10. Morbidelli 11. 11. Mir 11. 12. Bagnaia 9. 13. Oliveira 8. 14. Petrucci 7. 15. Rabat 7. 16. Rins 6. 17. Smith 5. 18. Binder 3. 19. Crutchlow 3.

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