Stefan Bradl (Honda): Die Gründe für die Steigerung

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl verlor beim Teruel-GP nur 0,8 sec auf Cal Crutchlow und besiegte Dovizioso. «Das Motorrad ist konkurrenzfähiger geworden, und ich habe mich als Fahrer gesteigert», lautet seine Bilanz.

Stefan Bradl war zwar mit seinem zwölften Platz (hinter Cal Crutchlow, vor Andrea Dovizioso) beim Gran Premio Liqui Moly de Teruel auf dem MotorLand Aragón letzten Sonntag nicht unzufrieden. Aber gleichzeitig bedauerte er, dass er in den ersten Runden zu verkrampft und zu hektsich ans Werk gegangen war und erst so richtig seine Rennpace vorlegen konnte, nachdem er einmal durchgeatmet und sich zur Ruhe gezwungen hatte. «Ich habe durch die Hektik am Anfang ein paar Fehler gemacht und das Motorrad ein bisschen überfahren. das hat Energie gekostet. Aber ich habe dann zusammengerissen und umgeschaltet. Dann ist es auf einmal besser gegangen, ich habe einen guten Rhythmus gefunden. Durch diese verpatzte Anfangsphase habe ich den Anschluss zu Crutchlow und den Fahrern vor ihm verloren.»

Aber der Honda-Testfahrer (bisher 51 To-Ten-Plätze in der MotoGP) bestätigte seinen Aufwärtstrend und jenen von Honda, obwohl wegen der Stürze von Nakagami und Alex Márquez beim Teruel- GP erstmals kein einziger Honda-Fahrer in die Top-Ten kam. Bisher hatte Nakagami mit mehrmals die Situation mit dem 2019-Bike gerettet.

«Aber ich habe mich im Vergleich zum ersten Aragón-GP verbessert, auch das Motorrad ist wieder konkurrenzfähiger geworden. Ich hoffe, dass es in dieser Art und Weise weitergeht», seufzte der Bayer.

Vor dem und beim Teruel-GP versicherte Bradl gegenüber SPEEDWEEK.com: «Ich glaube, dass Marc Márquez in diesem Jahr nicht mehr zurückkommt.»

Falls Bradl am 8. und 15. November in Valencia und am 22. November in Portimão wieder zum Einsatz kommt, hätte er 2020 an nicht weniger als an 10 von 12 Grand Prix teilgenommen, wobei er in Misano-2 (Emilia Romagna-GP) nach dem FP1 wegen der Nachwirkungen der Ellbogen-Operation abreisen musste.

Und neben seiner Aufgabe als Rennfahrer wird in den nächsten Woche auch der Job als Testfahrer nicht vernachlässigt, denn es muss Material für 2021 getestet werden. Bradl: «Zwischen Valencia-2 und Portimáo habe ich einen HRC-Test in Jerez. Aber das liegt ja quasi auf dem Weg.»

Wegen der verlängerten GP-Saison wurden immerhin die üblichen November-Tests von Valencia und Jerez gestrichen. Im Dezember und Januar herrscht Testverbot für die Stammfahrer. Testfahrer Bradl war aber 2020 schon im Januar in Jerez unterwegs – gemeinsam mit den Superbike-WM-Teams. HRC könnte ihn sogar im Dezember für Testfahrten aufbieten.

Für die restlichen Rennen möchte Bradl auf dem Level von Teruel weitermachen. «Ich habe gewusst, ich brauche eine bessere Startposition, wenn ich im Trockenen in die Punkte fahren will. Ich bin am Sonntag mit Startplatz 16 fünf Plätze weiter vorne gestartet als eine Woche vorher. Ich habe mich jetzt besser an die seit dem ersten Aragón-GP radikal geänderte Fahrwerks-Geometrie gewöhnt und meinen Fahrstil entsprechend angepasst. Wir sind deshalb jetzt auch über eine einzelne Runde schneller.»

Diese Behauptung stellte Bradl am Freitag in Aragón mit den vortrefflichen Rängen 4 und 13 unter Beweis.

Aber der Honda-Pilot musste am GP-Wochenende wieder neues Material testen. «Bis zum FP4 haben wir zwei unterschiedliche Chassis verglichen. Wir haben das neue Chassis am Freitag probiert und seine Vor- und Nachteile am Samstag noch einmal untersucht. Dazu haben wir unterschiedliche Set-ups getestet. Leider bin ich im FP4 mit meinem Lieblings-Chassis gestürzt. Ich konnte dieses Motorrad deshalb im Qualifying nicht einsetzen. Trotzdem war ich mit der Rundenzeiten zufrieden.»

Beim neuen Chassis handelt es sich um eine mit Karbon verstärkte Variante, die in ähnlicher Form schon 2019 mehrmals zu sehen war.

Ergebnisse MotoGP Teruel-GP, 25.10.

1. Franco Morbidelli, Yamaha, 23 Runden in 41:47,652 min
2. Alex Rins, Suzuki, +2,205 sec
3. Joan Mir, Suzuki, +5,376
4. Pol Espargaró, KTM, +10,299
5. Johann Zarco, Ducati, +12,915
6. Miguel Oliveira, KTM, +12,953
7. Maverick Viñales, Yamaha, +14,262
8. Fabio Quartararo, Yamaha, +14,720
9. Iker Lecuona, KTM, +17,177
10. Danilo Petrucci, Ducati, +19,519
11. Cal Crutchlow, Honda, +19,708
12. Stefan Bradl, Honda, +20,591
13. Andrea Dovizioso, Ducati, +22,222
14. Tito Rabat, Ducati, +26,496
15. Bradley Smith, Aprilia, +31,816
– Aleix Espargaró, Aprilia
– Alex Márquez, Honda
– Pecco Bagnaia, Ducati
– Takaaki Nakagami, Honda
– Brad Binder, KTM
– Jack Miller, Ducati

Stand Fahrer-WM nach 11 von 14 Rennen:

1. Mir, 137 Punkte. 2. Quartararo 123. 3. Viñales 118. 4. Morbidelli 112. 5. Dovizioso 109. 6. Rins 105. 7. Nakagami 92. 8. Pol Espargaró 90. 9. Miller 82. 10. Oliveira 79. 11. Petrucci 71. 12. Binder 67. 13. Alex Márquez 67. 14. Zarco 64. 15. Rossi 58. 16. Bagnaia 42. 17. Lecuona 27. 18. Aleix Espargaró 27. 19. Crutchlow 26. 20. Bradl 12. 21. Smith 12. 22. Rabat 10. 23. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM:

1. Yamaha, 208 Punkte. 2. Ducati 171. 3. Suzuki 163. 4. KTM 143. 5. Honda 117. 6. Aprilia 36.

Team-WM:

1. Team Suzuki Ecstar, 242 Punkte. 2. Petronas Yamaha SRT 235. 3. Ducati Team 180. 4. Monster Energy Yamaha MotoGP 176. 5. Red Bull KTM Factory Racing 157. 6. Pramac Racing 128. 7. LCR Honda 118. 8. Red Bull KTM Tech3, 106. 9. Repsol Honda Team 79. 10. Esponsorama Racing 74. 11. Aprilia Racing Team Gresini 39.

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