Pit Beirer (KTM): «Die ersten Siege waren unerhofft»

Von Oliver Feldtweg
MotoGP
KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer blickt auf die ersten vier MotoGP-Jahre der Österreicher zurück. «Das MotoGP-Abenteuer hat einen guten Ausgang genommen», freut er sich.

«Ich muss mich schon manchmal etwas kneifen. Wenn ich nachts wach werde, frag' ich mich manchmal, ob das jetzt alles wahr ist. Als wir 2014 mit einem weißen Blatt Papier angefangen habe, in Mattighofen das Projekt MotoGP aufzubauen, waren diese Erfolge so weit weg… Die ganze Firma hat zusammengeholfen, um dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Dann waren wir in Katar 2017 zum ersten Mal am Start und pro Runde 3 bis 3,5 sec zu langsam. Damals ist immer noch alles so weit weg gewesen. Wir waren zwar im Fahrerlager, aber erfolgreiche Rennen haben sich zu diesem Zeitpunkt nicht abgezeichnet», erinnert sich KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer zurück. «Dann ging es darum, so richtig durchzuhalten. Jetzt haben wir in der vierten Saison die ersten Siege geschafft. Das ist einerseits früh passiert, anderseits war die Durststrecke noch einigermaßen lang.»

«Vor vier Jahren konnten wir uns diese Erfolge noch nicht vorstellen. Aber wir haben dauernd entwickelt, immer wieder neue Komponenten an die Strecke genbracht. Wir haben uns von Jahr zu Jahr gesteigert. Jedes Jahr kam ein neues Motorrad, die Rückstände wurden geringer, man merkte, es geht was. Aber es kamen auch Rückschläge, man musste das Bike an die neue Reifengeneration anpassen, es kamen jetzt im Herbst kühle Temperaturen. Das MotoGP-Abenteuer war für uns bisher ein Rollercoaster, aber mit einem sehr guten Ausgang. Die ersten zwei Siege im August kamen in dieser Saison sehr früh und vielleicht auch unerhofft. Danach wurden wir mit einer schwierigen Phase konfrontiert, als es kühler wurde, wir eigentlich nicht mehr konkurrenzfähig waren und nicht mehr um die Top-3 kämpfen konnten. »

So kam beim Emilia Romagna-GP in Misano-2 kein KTM-Fahrer in die Top-10. Auch beim ersten Aragón-Rennen nicht.

Aber eine Woche später schafften in Aragón Pol Espargaró und Oliveira schon wieder die Plätze 4 und 6. Und dann fuhren zweimal drei KTM-Piloten unter die Top-7 und Top 6, ehe Miguel Oliveira in Portugal in unnachahmlicher Manier für den dritten Sieg sorgte.

«Wir haben nach dem Aragonien-GP analysiert, was ist passiert und dadurch den Weg zurück in die Spitze gefunden», sagt Beirer. «Dadurch haben wir bei den letzten Rennen die Situation noch einmal zu unseren Gunsten gedreht und in Portimão auf der vielleicht schwierigsten Strecke des Jahres den dritten Sieg gelandet. Das war gewaltig. Es war schwer zu verstehen, aber wir genießen es.»

Ergebnisse MotoGP Portimao, 22.11.

1. Miguel Oliveira, KTM, 25 Runden in 41:48,163 min
2. Jack Miller, Ducati, +3,193 sec
3. Franco Morbidelli, Yamaha, +3,298
4. Pol Espargaró, KTM, +12,626
5. Takaaki Nakagami, Honda, +13,318
6. Andrea Dovizioso, Ducati, +15,578
7. Stefan Bradl, Honda, +15,738
8. Aleix Espargaró, Aprilia, +16,034
9. Alex Márquez, Honda, +18,325
10. Johann Zarco, Ducati, +18,596
11. Maverick Viñales, Yamaha, +18,685
12. Valentino Rossi, Yamaha, +18,946
13. Cal Crutchlow, Honda, +19,159
14. Fabio Quartararo, Yamaha, +24,376
15. Alex Rins, Suzuki, +27,776
16. Danilo Petrucci, Ducati, +34,266
17. Mika Kallio, KTM, +48,410
18. Tito Rabat, Ducati, +48,411
– Lorenzo Savadori, Aprilia
– Joan Mir, Suzuki
– Brad Binder, KTM
– Pecco Bagnaia, Ducati

Endstand Fahrer-WM nach 14 Rennen:

1. Mir 171 Punkte. 2. Morbidelli 158. 3. Rins 139. 4. Dovizioso 135. 5. Pol Espargaró 135. 6. Viñales 132. 7. Miller 132. 8. Quartararo 127. 9. Oliveira 125. 10. Nakagami 116. 11. Binder 87. 12. Petrucci 78. 13. Zarco 77. 14. Alex Márquez 74. 15. Rossi 66. 16. Bagnaia 47. 17. Aleix Espargaró 42. 18. Crutchlow 32. 19. Bradl 27. 20. Lecuona 27. 21. Smith 12. 22. Rabat 10. 23. Pirro 4.

Endstand Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 221 Punkte. 2. Yamaha 204. 3. Suzuki 202, 4. KTM 200. 5. Honda 144. 6. Aprilia 51.

Team-WM nach 14 Rennen:

1. Team Suzuki Ecstar 310 Punkte. 2. Petronas Yamaha SRT 248. 3. Red Bull KTM Factory Racing 222. 4. Ducati Team 213. 5. Pramac Racing 163. 6. Monster Energy Yamaha MotoGP 178. 7. Red Bull KTM Tech3, 152. 8 LCR Honda 148. 9. Repsol Honda Team 101. 10. Esponsorama Racing 87. 11. Aprilia Racing Team Gresini 54.

Alle MotoGP-Sieger 2020

Jerez-1: Fabio Quartararo (Petronas Yamaha)
Jerez-2: Fabio Quartararo (Petronas Yamaha)
Brünn: Brad Binder (Red Bull KTM)
Spielberg-1: Andrea Dovizioso (Ducati Team)
Spielberg-2: Miguel Oliveira (Red Bull KTM Tech 3)
Misano-1: Franco Morbidelli (Petronas Yamaha)
Misano-2: Maverick Viñales (Monster Yamaha)
Catalunya: Fabio Quartararo (Petronas Yamaha)
Le Mans: Danilo Petrucci (Ducati Team)
Aragón-1: Alex Rins (Suzuki Ecstar)
Aragón-2: Franco Morbidelli (Petronas Yamaha)
Valencia-1: Joan Mir (Suzuki Ecstar)
Valencia-2: Franco Morbidelli (Petronas Yamaha)
Portimão: Miguel Oliveira (Red Bull KTM Tech3)

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