Joan Mir über WM-Titel: «Fast wie Schicksal»

Von Vanessa Georgoulas
MotoGP
Joan Mir

Joan Mir

MotoGP-Weltmeister Joan Mir spricht über seinen Titelgewinn und wirft noch einmal einen Blick auf den Rennsonntag in Valencia zurück, als sein ultimativer Traum Wirklichkeit wurde.

Mit nur einem Saisonsieg kürte sich Joan Mir in seinem zweiten MotoGP-Jahr zum Weltmeister in der «premier class», das hatte vor ihm noch keiner hinbekommen. Ein Rennen vor dem Saisonende reichte ein siebter Platz, um den Fight um den WM-Titel für sich zu entscheiden. In seinem Blog schreibt der 23-Jährige aus Palma: «Ich habe mit Suzuki Geschichte geschrieben, und das ist eine grosse Ehre. Wenn ich den Ausdruck 'Weltmeister' sehe, fühle ich unendliche Dankbarkeit für alles, was die Leute bei Suzuki und im Rennteam für mich gemacht haben.»

Er finde keine Worte, um diesem Dank an alle, die ihn unterstützt haben, zum Ausdruck zu bringen, schwärmt der zwölffache GP-Sieger, und erzählt: «Ich hatte einige Tage Zeit, um zu versuchen, alles zu begreifen, was seit dem Titelgewinn passiert ist, aber in Wirklichkeit war immer viel los, es gab so viele nette Botschaften von den Fans zu lesen und so viele Interviews zu geben und Veranstaltungen zu besuchen. Und es fühlt sich grossartig an, die Emotionen der letzten Wochen in Worte zu fassen.»

Am Tag vor dem Titelgewinn sei er speziell ruhig und entspannt gewesen, beteuert Mir daraufhin. «Die Menschen, die mir am nächsten standen, bemerkten am Morgen des Renntages, wie still ich war, als ich aufstand. Ich sprach mit niemandem, einfach weil ich so konzentriert auf das Ziel war. Ich erinnere mich, dass ich zum Frühstück Spiegeleier ass, um viel Energie zu tanken. Danach erinnere ich mich nicht mehr an viel vom Rennen, nur daran, dass ich in der Startaufstellung nervös , aber während des Rennens ruhig war», schildert er.

«Aber ich erinnere mich mit viel Klarheit an den Moment, als ich die Linie überquerte - es war die reine Ekstase. Ich fing einfach an zu brüllen, aus vollem Halse zu schreien! Dann wurde ich sehr emotional, als ich sah, wie alle um mich herum zu applaudieren begannen, insbesondere meine Konkurrenten! Diese Cool-Down-Runde war etwas Unglaubliches, während all die anderen Fahrer mir gratulierten und anhielten, um mir die Hand zu schütteln», fährt der Suzuki-Star fort.

Überraschung im Parc Fermé

«Dann kam ich im Parc Fermé an und ich war so erstaunt, meine ganze Familie dort zu sehen! Sie waren die ganze Saison über wegen der heiklen Situation mit dem Coronavirus weggeblieben, so dass es überwältigend schön war, sie dort zu sehen, wie sie darauf warteten, mich zu umarmen - das war das Schönste und Unvergesslichste überhaupt.»

«Die Feierlichkeiten mit meinem Team in den Momenten nach dem Rennen waren ebenfalls fantastisch, aber am Abend hatten wir keine grosse Party, wie viele Leute erwartet hatten; ich hatte nur ein Abendessen im kleinen Rahmen, zusammen mit meiner Familie. Ich wollte etwas Intimes und Entspanntes, etwas Sicheres in diesen schwierigen Zeiten», offenbart Mir.

«In den darauffolgenden Stunden wurde mir allmählich klar, dass ich meinen ultimativen Traum erreicht hatte. Es traf mich in Wellen, als ich mich daran erinnerte, was geschehen war! Diese ganze Saison wird unvergesslich sein, aber diese Momente des Feierns mit meinen Fahrerkollegen, meinem Team und meiner Familie werden mir für immer in bester Erinnerung bleiben», ist sich der Champion sicher.

Und der 27-fache GP-Podeststürmer schreibt: «Dieser Weltmeistertitel hat für mich und die Mannschaft eine besondere Bedeutung, weil mir klar ist, dass wir mit diesem Triumph wirklich Geschichte geschrieben haben. Er fiel in das gleiche Jahr, in dem Suzuki sein 100-jähriges Bestehen und das 60-jährige Jubiläum im Rennsport feiert. Es sind auch 20 Jahre seit dem letzten Titel vergangen – all diese Statistiken sind beeindruckend, und für mich scheint es fast wie Schicksal, dass alles auf einmal passiert ist.»

Endstand Fahrer-WM nach 14 Rennen:

1. Mir 171 Punkte. 2. Morbidelli 158. 3. Rins 139. 4. Dovizioso 135. 5. Pol Espargaró 135. 6. Viñales 132. 7. Miller 132. 8. Quartararo 127. 9. Oliveira 125. 10. Nakagami 116. 11. Binder 87. 12. Petrucci 78. 13. Zarco 77. 14. Alex Márquez 74. 15. Rossi 66. 16. Bagnaia 47. 17. Aleix Espargaró 42. 18. Crutchlow 32. 19. Bradl 27. 20. Lecuona 27. 21. Smith 12. 22. Rabat 10. 23. Pirro 4.

Endstand Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 221 Punkte. 2. Yamaha 204. 3. Suzuki 202, 4. KTM 200. 5. Honda 144. 6. Aprilia 51.

Team-WM nach 14 Rennen:

1. Team Suzuki Ecstar 310 Punkte. 2. Petronas Yamaha SRT 248. 3. Red Bull KTM Factory Racing 222. 4. Ducati Team 213. 5. Pramac Racing 163. 6. Monster Energy Yamaha MotoGP 178. 7. Red Bull KTM Tech3, 152. 8 LCR Honda 148. 9. Repsol Honda Team 101. 10. Esponsorama Racing 87. 11. Aprilia Racing Team Gresini 54.

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