Stefan Bradl: «Rechne im Februar nicht mit Márquez»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl

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Honda-MotoGP-Testfahrer Stefan Bradl geht davon aus, dass er Marc Márquez bei den Februar-Tests im Repsol-Team vertreten wird. «Das sagt mir der gesunde Menschenverstand.»

Stefan Bradl hat gestern die Absage des Sepang-Tests in Malaysia mit Erleichterung zur Kenntnis genommen. Er weiß zwar, dass HRC bereits das gesamte Material nach Kuala Lumpur verfrachtet hat, er hat aber auch die berunruhigenden Infektionszahlen in Asien verfolgt und erspart sich jetzt nicht nur den 12-Stunden-Flug nach Malaysia, sondern auch den fast 14-tägigen Aufenthalt in der «bubble» des SAMA SAMA-Hotels am Airport. «Ich bin ja einer der wenigen Fahrer, die schon am Shake-down-Test der MotoGP-Testteams teilnehmen sollten. Ich wäre also am 12. Februar in KL eingetroffen und erst am 22. wieder abgereist», gibt der Honda-Testfahrer zu bedenken. «Ich habe deshalb gehofft, wenn es irgendwie geht, dass der Test zum gleichen Zeitpunkt in Jerez oder Portimão ausgetragen wird.»

Für den Sepang-Test hatten die Teams und Werke ursprünglich eine Entscheidungsfrist in der ersten Dezember-Woche gesetzt. Die Betreiber des Sepang International Circuits waren damals überzeugt, dass der Test im Februar abgewickelt werde. Aber je näher der letzte Entscheidungstermin Mitte Januar rückte, desto instabiler wurde die Situation mit all den Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen. Und wegen der geringen Anzahl von internationalen Flügen fällt es den japanischen Werken immer schwerer, genügend Frachtkapazitäten für dringende Materialtransporte vorzufinden.

WM-Promoter Dorna Sports S.L. und die Teamvereinigung IRTA hatten für Sepang extra ein strengeres Protokoll vereinbart: Negativer PCR-Test vor dem Abflug, neuer PCR-Test bei der Ankunft in Kuala Lumpur, Quarantäne im SAMA SAMA-Flughafenhotel bis zum Vorliegen des Ergebnisses. Alle Teams sollten für die Dauer ihres Aufenthalts in dieser Unterkunft in einer Blase leben, für den Transport zum Paddock sollten Shuttle-Busse verfügbar sein, um bei den Teammitgliedern ein unerlaubtes Ausbrechen aus der Blase zu verhindern.

Da Marc Márquez aller Voraussicht nach im Februar noch nicht testen kann, wird Stefan Bradl beim jetzt nach Europa verlegten IRTA-Test bis zu sechs Tage auf der Honda RC213V sitzen. «Ich gehe davon aus, dass ich auch den offiziellen Test mitfahre, als Ersatz für Marc bei Repsol», vermutet der 31-jährige Bayer.

Bradl fliegt bereits am kommenden Montag nach Jerez, um (wie im Vorjahr) am Dienstag und Mittwoch gemeinsam mit den Superbike-WM-Teams auf dem Circuito de Jerez zu testen. «Heutzutage ist sogar die Reise nach Spanien schwierig. Denn ich muss vor dem Abflug auch einen negativen PCR-Test vorweisen, der bei der Einreise maximal 72 Tage alt sein darf. Mein Arzt hat Freitagnachmittag seine Ordination zu. Also kann ich mich dort nicht testen lassen. Da ich Montagmittag in München losfliege, muss ich jetzt woanders eine Testmöglichkeit für Freitagnachmittag oder später finden. Bei einem Flug nach Malaysia wäre das noch aufwändiger gewesen, weil man auch bei der Ankunft einen Test machen hätte müssen.»

Der Portugal-GP-Siebte Bradl weiß bisher nicht, welches neue Material das HRC-Testteam nach Jerez bringen wird. Die Motorenentwicklung ist bekanntlich seit März 2020 bis zum Saisonende 2021 eingefroren. Aber am Set-up kann gearbeitet werden, auch Chassis-Updates, ein verbessertes Elektronik-Set-up oder neue Suspension-Komponenten (Gabel, Federbein) sind erlaubt.

«Unser HRC-Testteam und das Repsol-Team sind in Barcelona stationiert. Dor befinden sich also nicht nur alle Trucks, sondern auch die Boxendekoration, die Werkzeugkisten und so weiter», hält Bradl fest. «Soweit ich informiert bin, ist dieses Material schon auf dem Weg nach Malaysia. Und wie gesagt: Die Bikes aus Japan sind ebenfalls nach Sepang unterwegs.»

«Ich habe bisher von HRC keine offizielle Info, dass Marc Márquez bei den Februar-Tests noch fehlen wird», hält Bradl fest. «Es ist meine private Einschätzung. Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand und scheint jetzt nicht aus der Luft gegriffen.»

Die geplanten MotoGP-Winterests:

MotoGP-Klasse
Shakedown-Test in Sepang: 14. bis 16. Februar (abgesagt)
Sepang-Test: 19. bis 21. Februar (abgesagt)
Katar-Test: 10. bis 12. März

Moto2- und Moto3-Klasse

Jerez-Test: 16. bis 18. März

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