Honda-Neuzugang Pol Espargaró: «Der Druck ist groß»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Pol Espargaró: Erstmals im neuen Repsol-Look für die MotoGP-WM 2021

Pol Espargaró: Erstmals im neuen Repsol-Look für die MotoGP-WM 2021

Nach drei Jahren bei Yamaha und vier bei KTM ist Pol Espargaró in der Erfolgstruppe von Repsol Honda gelandet. Die wenigen Testtage vor dem MotoGP-Auftakt machen dem 29-jährigen Spanier aber Sorgen.

Pol Espargaró wurde 2013 Moto2-Weltmeister und stieg anschließend in die Königsklasse auf. Die ersten drei Jahre fuhr der Spanier für Tech3 Yamaha, die vergangenen vier für das Red Bull-KTM-Werksteam. Jetzt ist der 29-Jährige bei Repsol Honda angekommen und hat mit Marc Márquez den erfolgreichsten Fahrer der letzten Dekade zum Teamkollegen.

Seit der spanische Mineralölgigant Repsol 1995 bei Honda eingestiegen ist, holte die Kombination 15 Fahrer-WM-Titel, zuletzt 2019 mit Marc Márquez. 180 GP-Siege hat das Team mit Sitz in Barcelona errungen, für viele Rennfahrer stellt es einen Traum dar, für diese Erfolgstruppe zu starten.

Pol Espargaró bildet da keine Ausnahme – und 2021 verwirklicht sich dieser Traum. Am Montag absolvierte der WM-Fünfte des Vorjahres im Rahmen der Teampräsentation seinen ersten offiziellen Auftritt in Repsol-Honda-Farben. Dabei sprach er über die große Erwartungshaltung und die wenigen Testtage.

Pol, welche Ziele setzt du dir 2021?

Ich kann diese Frage noch nicht beantworten, weil ich noch nicht weiß, was wir von dieser Saison erwarten können. Einmal, weil wir im Vorjahr schon gesehen haben, dass die Situation mit Covid-19 sehr schwierig war. Wir wissen nicht exakt, wo wir wie oft Rennen fahren – und das Motorrad ist neu. Ich werde nicht viele Testtage haben, der Saisonbeginn wird also schwierig, aber ich bin wirklich fokussiert, hier meine Träume zu erfüllen.

Der Kalender für die Wintertests sieht Corona-bedingt nur fünf Testtage in Katar vor (6. und 7. März sowie 10. bis 12. März). Bereitet dir das Sorgen?

Zu 100 Prozent. Das ist nicht der perfekte Plan, um in einem neuen Team mit einem neuen Bike anzufangen – in der MotoGP, wo das Level so hoch ist. Es gibt junge Fahrer, gute Hersteller, alle Motorräder sind mehr oder weniger auf Werks-Niveau. Jeder wird vom ersten Tag an Vollgas geben. Ich habe nur fünf Tage, um mich auf das erste Rennen in Katar vorzubereiten.

Wie auch immer, es gibt keine Ausreden. Ich wusste, dass die Pre-Season kurz sein würde. Wir haben im Team schon viel geredet und über die Strategie für die Tests und Rennen gesprochen. Ich glaube, wir haben eine gute Situation geschaffen, um schnell zu lernen und zu testen, Probleme zu vermeiden und für das erste Rennen bereit zu sein.

Wodurch hebt sich die Repsol-Honda ab?

Das ist schwierig zu sagen, bevor man das Motorrad gefahren ist. Klar ist aber, was Honda in den vergangenen Jahren geleistet hat und was Honda von den Fahrern auf diesem Bike erwarten wird: Honda erwartet, dass ihre Fahrer versuchen zu gewinnen und WM-Titel zu holen – oder wenigstens sehr nahe dran sind.

Wie gesagt, nur fünf Testtage vor dem ersten Rennen in Katar bilden nicht die beste Ausgangslage, aber so ist es eben. Und das bedeutet nicht, dass der Druck nicht groß sei: Die Ergebnisse müssen kommen, denn das Motorrad dafür ist vorhanden. Márquez hat das in der Vergangenheit gezeigt, als er fast in jedem Rennen um den Sieg gekämpft und die meisten Titel gewonnen hat. Honda erwartet das von meiner Seite und ich werde versuchen, es umzusetzen.

Du meintest bei der Präsentation, du würdest in der Nacht vor dem ersten Test wohl nicht so gut schlafen. Fühlst du zusätzlichen Druck, weil Marc Márquez noch nicht fit ist und zumindest beim Katar-Test fehlen wird?

Der Druck wird sicher groß sein. Denn wie gesagt: Es ist ein Siegerteam mit einem Siegerbike. Wenn du in so einem Team bist, dann erwartet jeder, dass du Rennen und Titel gewinnst.

Ich habe gesagt, dass ich nicht gut schlafen werde, weil ich voll von Emotionen sein werde. Zudem ist es ein anderes Feeling, wenn man auf ein ganz anderes Motorrad steigt, nachdem ich in den vergangenen vier Jahren auf einem Bike saß, das ich vom Beginn an entwickelt habe. Jetzt auf ein Bike zu steigen, das andere gemacht haben, wird ganz anders sein.

Deshalb fragt man sich: «Was wird passieren? Wie werde ich performen? Werde ich nach fünf Testtagen bereit sein?» Um das zu schaffen, werde ich vielleicht viel riskieren müssen, was dazu führt, dass zu Beginn einige Stürze passieren… Es ist also ein Mix an Gefühlen.

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