Rossis VR46 Riders Academy: «Außer Kontrolle geraten»

Von Nora Lantschner
Der 42-jährige Valentino Rossi tritt in der MotoGP-Klasse 2021 gegen drei seiner Schüler an: «Die Geschichte mit der Academy ist ein bisschen außer Kontrolle geraten», scherzt der Petronas-Yamaha-Star.

Die MotoGP-Saison 2021 ist für die VR46 Riders Academy ein ganz besonderes Jahr: Musterschüler Franco Morbidelli und Mentor Valentino Rossi sind bei Petronas Teamkollegen, Francesco «Pecco» Bagnaia bestreitet seine erste Saison als Ducati-Werksfahrer und Luca Marini gibt sein Debüt in der Königsklasse.

Ist Rossi also nicht nur als Fahrer, sondern in einer Doppelrolle auch als Lehrmeister dabei? «Ja, diese Geschichte mit der Academy ist ein bisschen außer Kontrolle geraten», schmunzelte der neunfache Weltmeister. «Als wir angefangen haben, hätte ich nicht gedacht, dass ich mal mit Franco, Pecco und meinem Bruder Rennen fahren würde. Sie waren aber sehr gut und wir haben einen guten Job gemacht – so hat sich diese Situation ergeben.»

«Vale» weiß: «Vor allem mit Franco wird es sehr speziell, weil wir Teamkollegen sind. Keiner hätte das erwartet, weder er noch ich. Wir sind ein wunderbares Line-up, ich bin sehr froh darüber, mit ihm in einem Team zu sein. Natürlich ist der Teamkollege aber immer auch der erste Gegner. Das wird nicht einfach zu managen, aber ich glaube, dass wir es schaffen können. Und ich hoffe, dass wir beide konkurrenzfähig sind und versuchen können, Rennen zu gewinnen.»

Morbidelli hatte in seiner Presserunde tags zuvor ein Plädoyer für die Freundschaft gehalten. Rossi stimmte ihm zu: «Die Freundschaft ist für mich im Leben sehr wichtig. Wenn du einen guten Freund willst, dann musst du dir das verdienen und ein bisschen etwas dafür tun. Um gegeneinander zu fahren, aber gleichzeitig Freunde zu bleiben, braucht es ein ehrliches Verhältnis, eine echte Freundschaft. Da mache ich mir keine großen Sorgen, weil ich mit Pecco und Franco fast jeden Tag verbringe, wir zusammen trainieren, uns gegenseitig herausfordern, auf allen möglichen Motorrädern. Das ist immer sehr aufregend und wir werden es auch auf den MotoGP-Bikes so fortführen. Mit meinem Bruder wird es sicher speziell. Auch mit ihm gibt es immer die Kämpfe auf der Ranch, aber in der MotoGP gegeneinander zu fahren, das wird eine schöne Sache. Ich erwarte, dass alle sehr schnell sind», fügte der 42-Jährige an.

In seiner 26. WM-Saison ist der 115-fache GP-Sieger der mit Abstand älteste MotoGP-Pilot im Feld. Spürt er diesen Generationswechsel? «Leider vergesse ich nicht, wie alt ich bin, auch auf der Strecke nicht», gestand Vale lachend. «Mit dem Projekt der Academy habe ich aber jeden Tag Kontakt mit zehn Fahrern aus der WM, davon sind drei in der MotoGP. Ich sehe also, wie es um meine Performance im Training steht, von der Kraft her, der Ausdauer… Und vor allem messen wir uns zwei bis drei Mal in der Woche auf den Bikes. Ich sehe, dass ich konkurrenzfähig bin. Manchmal bin ich der Schnellste, manchmal ziehe ich den Kürzeren, aber ich bin trotzdem dabei. Das ist sehr wichtig. Denn ich will versuchen zu beweisen, dass man auch schnell sein kann, wenn man ‚groß‘ wird.»

Die Konkurrenz schläft aber nicht: «In diesem Jahr ist es sehr schwierig, eine Liste der Favoriten zu erstellen. Meiner Meinung nach sind es mindestens zehn. Entweder man vergisst einen oder man muss am Ende alle aufzählen», lachte der neunfache Weltmeister. «Das ist aber auch das schöne an der MotoGP. Es gibt viele unterschiedliche Motorräder von unterschiedlichen Teams, die von unterschiedlichen Fahrern gesteuert werden und um den Sieg kämpfen können.»

Und Marc Márquez? «Was Márquez anbelangt, wird man sehen müssen, wann er zurückkommt. Wie ich es verstanden habe, braucht er noch ein bisschen Zeit. Ich glaube aber, dass er, sobald er zurückkommt, so stark wie vorher sein wird. Wenn er zu Beginn nicht viele Rennen verpasst, könnte auch er um den WM-Titel kämpfen», glaubt Rossi.

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