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Pol Espargaró: «Beste Entscheidung für die Karriere»

Der Mandalika-GP erwies sich für Honda als besonders schwierig. Mit Platz 3 zum Auftakt in Doha bewies Pol Espargaró aber bereits das Potenzial der neuen RC213V. Im Interview blickt er auf den holprigen Weg dahin zurück.

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Den dreitägigen Mandalika-Test beendete Pol Espargaró im Februar noch mit Bestzeit, allerdings gelang es Honda dann für das Rennwochenende nicht, eine Lösung für die härtere Karkasse des Hinterreifens zu finden. Michelin hatte die Allocation nämlich aufgrund der hohen Temperaturen verändert.

Espargaró musste sich – nach dem Startverbot für Marc Márquez als Repsol-Honda-Einzelkämpfer – mit Platz 12 abfinden. Dabei hatte seine zweite MotoGP-Saison in den Diensten des größten Motorradherstellers der Welt in Doha mit Führungskilometern und einem Podestplatz verheißungsvoll begonnen.

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SPEEDWEEK.com-Mitarbeiter Simon Patterson traf Pol Espargaró auf Lombok zum Interview, wo am vergangenen Wochenende der erste Indonesien-GP seit 1997 abgehalten wurde. Der Mandalika Street Circuit ist idyllisch gelegen. "Es ist so anders als das, was wir gewohnt sind", staunte der in Andorra ansässige Spanier. "Es ist merkwürdig, dass der Strand so nahe ist – nur auf Phillip Island sehen wir das auch, aber dort ist es viel kühler und es gibt dort auch nicht so viel Grün und so viele Bäume. Es ist echt merkwürdig, Berge und Strände zu haben, die Hitze und die Luftfeuchtigkeit, aber es ist auch immer schön, unterschiedliche Dinge zu sehen."

Pol, wie schwierig war die Saison 2021? Die RC213V funktioniert nicht für dich, dein erstes Jahr in den Repsol-Honda-Farben begann mühsam.

Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich eine schlechte Entscheidung getroffen haben könnte. Denn wenn du einmal entschieden hast, musst du es mit allem, was du hast, tun. Falls du eine falsche Wahl getroffen hast, dann nicht deshalb, weil du nicht darüber nachgedacht hast, sondern weil es passieren kann. In dem Moment, in dem ich entschieden habe, war ich überzeugt, dass es die beste Option für mich war – und ich glaube immer noch, dass es die beste Entscheidung für mich, für meine Karriere war.

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In dem Moment, in dem ich in die Saison gestartet bin, habe ich natürlich gespürt, dass alles viel schwieriger war, als ich es erwartet hatte. Aber ich hielt es auch für normal – neues Team, neues Bike. Und ganz anders als die KTM, auch wenn ich gedacht hätte, dass es ziemlich ähnlich war. Im Laufe des Jahres wurde es dann aber besser.

Der Start war hart für mich und für alle. Dass Marc nicht im Team war, machte es härter für mich, denn obwohl es für mich sehr schwierig war, war ich meistens noch die schnellste Honda. Das war nicht normal und auch das bereitete mir Schwierigkeiten. Ich hatte Fragen, auf die ich keine Antworten fand. Das war ein großes Problem.

Wie groß war die Last, die mit deinem ersten Podestplatz als Honda-Pilot in Misano von deinen Schultern fiel?

Es war eine Art Erlösung, aber nicht so sehr, weil das, was du falsch gemacht hast, schon falsch gelaufen ist. Es hat aber gezeigt, dass ich es schaffen kann, wenn alles passt. Ich kann es, mit diesem Motorrad – aber warum nicht öfter? Mehr als eine Erlösung war es die Bestätigung von dem, was ich brauchte, um schnell zu sein.

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Okay, das Motorrad funktioniert auf eine Weise, also ist das der Weg. Das war schön, aber das kam nicht vom Podium, sondern vom Misano-Test vor dem Rennen. Wir gingen Dinge durch und auf einmal war da diese Abstimmung, die mir ein bisschen mehr Vertrauen gab und ermöglichte, so zu fahren, wie ich es wollte.

Für 2022 brachte Honda ein neues Konzept, die RC213V soll nun für alle Fahrer besser passen. Ist das der Fall?

Ich glaube wirklich, dass das Motorrad nun mehr auf einer Linie mit anderen Herstellern ist. In der Vergangenheit arbeitete das Bike ganz anders in Sachen Hinterradgrip, Traktion am Heck, Konfiguration für den Kurveneingang. Man könnte sagen, dass es sich nicht so anfühlte, als sei es für diese Reifen gemacht. Die anderen Hersteller – aus welchem Grund auch immer – konnten sich sehr schnell an diese Reifen anpassen. Die alte Honda ging aber ein bisschen in die andere Richtung.

Ich glaube, dass wir in diesem Jahr wieder im Spiel sind. Ich habe das Gefühl, dass das Motorrad die Reifen viel besser versteht und dass wir im Laufe des Jahres die Probleme, die wir haben, viel besser verstanden haben. Das neue Motorrad basiert auf Lösungen, über die wir im Vorjahr nachgedacht haben. War wir erreichen wollten, haben wir erreicht.

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In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass die Honda auf Marc Márquez maßgeschneidert war. Ist es ein zusätzlicher Schub für das Vertrauen zu wissen, dass die neue RC213V auch für andere Fahrer gebaut wurde?

Ich würde das ein bisschen ändern: Du sagst, dass die Honda für Marc gebaut wurde, aber ich glaube, dass Marc für das Motorrad gebaut wurde. Das Motorrad war so und er war der Kerl, der am besten dazu in der Lage war, sich daran anzupassen. Er hat gezeigt, dass er mit dem Motorrad schneller sein konnte als jeder andere. Seine Fähigkeiten haben ihm dabei geholfen.

Das diesjährige Motorrad unterscheidet sich mit Sicherheit stark. Ich weiß nicht, ob es Marc entgegenkommt, aber wer mit dem alten Motorrad schnell war, sollte mit dem neuen super schnell sein. Denn es bietet dir Extra-Grip, was immer hilft. Es ist sicherer, schneller in der Beschleunigung und beim Top-Speed. Die Kurvengeschwindigkeit ist besser. Und es lässt sich besser stoppen, weil das Hinterrad mehr auf dem Boden bleibt.

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