Marc Márquez entschied: Schon bald in der Honda-Box

Von Manuel Pecino
Auf Social Media meldete sich Marc Márquez mit einem Spruch von Muhammad Ali zu Wort: «Zähle nicht die Tage. Lass die Tage zählen.»

Auf Social Media meldete sich Marc Márquez mit einem Spruch von Muhammad Ali zu Wort: «Zähle nicht die Tage. Lass die Tage zählen.»

Marc Márquez gibt sich nach der vierten Oberarm-OP fest entschlossen. Honda kann für die nötige Entwicklung der RC213V auf die Mithilfe des sechsfachen MotoGP-Weltmeisters zählen.

Aus dem Umfeld von Marc Márquez ist zu hören, dass in seiner Reha jeder Tag einen Fortschritt bedeutet. Körperlich kommt der achtfache Weltmeister wieder in Form, mental ist er bereits in Bestform. Die Zweifel über seine Zukunft als Fahrer sind verflogen, er ist jetzt zu 100 Prozent auf den Prozess fokussiert, wieder zur maximalen Wettbewerbsfähigkeit zurückzufinden. Im Bewusstsein, dass er für einen Teil davon Rechnung zu tragen hat und HRC für den anderen, entschied sich Marc, sich auch auf der Seite von Honda zu engagieren.

Dazu gehört, dass er in den nächsten Rennen in der Box des Repsol Honda Teams anwesend sein wird. Ob das schon am kommenden Wochenende in Silverstone oder zwei Wochen später in Spielberg der Fall sein wird, werden wir in wenigen Tagen erfahren. Natürlich wird Marc nicht auf das Motorrad steigen, aber er wird in den Entwicklungsprozess des aktuellen Bikes, das in der ersten Saisonhälfte so enttäuscht hat, involviert sein.

Wie kann der 29-jährige Spanier den Ingenieuren und Technikern helfen, ohne selbst auf die Strecke zu gehen? Er wird es auf zwei Weisen machen: Einmal mit seiner bloßen Anwesenheit, als Leader, was Marc in der Repsol-Honda-Box seit seiner Ankunft im Jahr 2013 ist. Zu sehen, dass der Mann, der für sie einen Titel nach dem anderen geholt hat, einen Schritt nach vorne macht, wird die Mannschaft zweifelsohne zusätzlich motivieren.

Der zweite Weg, auf dem der 59-fache MotoGP-Sieger seinen Beitrag leistet, wird pragmatischer sein. Er wird analysieren, was er von den Technikern und Fahrer hört und sieht. Marc hat in seinem Kopf sehr klar präsent, welches Gefühl er auf seinem Motorrad hatte, ehe er sich zur insgesamt vierten Operation am rechten Oberarm entschloss und die Saison abbrach. Er weiß sehr gut, was er am Bike mochte und was nicht, und er wird den Ingenieuren, die den gesamten Sommer über mit Vollgas arbeiten, mit Sicherheit mitgeteilt haben, was er von seinem Motorrad braucht – beim Chassis, dem Motor, der Elektronik.

So oder so ähnlich: «Ich will im Kurveneingang ein besseres Gefühl zur Front», «ich brauche zwischen 2000 und 3000 U/min ein sanfteres Ansprechverhalten des Motors, aber zwischen 7000 und 8000 U/min ein kräftigeres» oder «wir brauchen in der ersten Phase der Beschleunigung mehr mechanischen Grip».

Indem er den anderen Honda-Piloten zuhört, mit den Technikern durch die Daten geht und an der Strecke beobachtet, kann sich Marc eine Vorstellung vom neuen Charakter der Honda für die zweite Saisonhälfte verschaffen – was gleichzeitig die Basis für die Saison 2023 sein sollte.

Es stimmt allerdings auch, dass Márquez diesen Eindruck aufgrund der Unterschiede im Fahrstil erst dann tatsächlich überprüfen kann, wenn er selbst auf das Motorrad steigt. Aber an vorderster Front zu stehen, auch ohne Lederkombi und Helm, wird im Entwicklungsprozess dennoch hilfreich sein.

Es gibt in dieser Hinsicht zwei klar zu unterscheidende Aspekte: Einmal die Verbesserungen, für die es nicht nötig ist, dass Marc auf dem Bike sitzt – und auf der anderen Seite die subjektiven Aspekte.

HRC-Testfahrer und Márquez-Ersatzmann Stefan Bradl kann beispielsweise problemlos an einer neuen Kupplung arbeiten. Die Ergebnisse sind messbar. Oder er kann eingesetzt werden, um die Verschiebungen in der aerodynamischen Last zu überprüfen, wenn Änderungen an der Aerodynamik vorgenommen werden. Das ist durch Sensoren quantifizierbar. Oder er kann der sein, der die Evolution des Ride-Height-Systems bewertet, das vor der Sommerpause klar hinter dem von Aprilia oder Ducati zurückhing… Die Rede ist also von generellen Verbesserungen, die nicht speziell von der Fahrweise eines Piloten abhängen.

Es wird außerdem interessant zu sehen, wie HRC an der Weiterentwicklung der RC213V arbeitet, wenn zwei der vier aktuellen Stammfahrer am Ende der Saison zu anderen Herstellern wechseln werden: Pol Espargaró kehrt 2023 zu KTM zurück, Alex Márquez geht zu Ducati. Auch wenn der offizielle Wortlaut wahrscheinlich das Gegenteil behauptet, wird Honda sie aus reiner Logik nicht mehr über die künftigen Pläne informieren. Um das 2023er-Bike zu entwickeln, wird HRC in der Box im Grunde auf zwei Fahrer zählen: Takaaki Nakagami und Stefan Bradl.

Noch ein Beleg mehr dafür, wie wichtig die Anwesenheit von Marc Márquez in der Honda-Box ist. Werden wir ihn dort schon in Silverstone sehen?

MotoGP-Fahrer-WM nach 11 von 20 Grand Prix:

1. Quartararo 172 Punkte. 2. Aleix Espargaró 151. 3. Zarco 114. 4. Bagnaia 106. 5. Bastianini 105. 6. Brad Binder 93. 7. Miller 91. 8. Mir 77. 9. Rins 75. 10. Oliveira 71. 11. Martin 70. 12. Viñales 62. 13. Marc Márquez 60. 14. Bezzecchi 55. 15. Marini 52. 16. Nakagami 42. 17. Pol Espargaró 40. 18. Alex Márquez 27. 19. Morbidelli 25. 20. Di Giannantonio 18. 21. Darryn Binder 10. 22. Dovizioso 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 5.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 246 Punkte. 2. Yamaha 172. 3. Aprilia 155. 4. KTM 121. 5. Suzuki 101. 6. Honda 85.

Team-WM:

1. Aprilia Racing 213 Punkte. 2. Monster Energy Yamaha 197. 3. Ducati Lenovo Team 197. 4. Prima Pramac Racing 184. 5. Red Bull KTM Factory 164. 6. Suzuki Ecstar 152. 7. Gresini Racing 123. 8. Mooney VR46 Racing 107. 9 Repsol Honda 100. 10. LCR Honda 69. 11. WithU Yamaha RNF 20. 12. Tech3 KTM Factory 14.

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