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Hubert Trunkenpolz (KTM): Manche Talente fallen durch

Von Günther Wiesinger
Remy Gardner und Rául Fernández haben 2023 keinen Platz mehr im MotoGP-Aufgebot der Pierer Mobility AG. Stefan Pierer und Hubert Trunkenpolz sind trotzdem stolz auf ihr einzigartiges Nachwuchsprogramm.

Stefan Pierer, der Vorstandsvorsitzende der Pierer Mobility AG, würde den verdienten Miguel Oliveira (vier MotoGP-Siege auf KTM) gern in der KTM-Familie behalten. Deshalb hat er dem 27-jährigen Portugiesen beim GP von Österreich einen Drei-Jahres-Vertrag für das GASGAS-Werksteam angeboten. Oliveira erbat sich Bedenkzeit, denn er hat bei Aprilia Racing bereits einen Vorvertrag für das WithU-RNF-Aprilia-Kundenteam von Razlan Razali unterzeichnet.

Vater und Manager Paulo Oliveira schloss einen Wechsel zu GASGAS-Tech3 in Spielberg nicht aus.

Wenn sich Oliveira für GASGAS entscheidet, würde die Pierer-Gruppe erstmals seit 2019 (damals stieg Oliveira als Moto2-Vizeweltmeister von 2018 in die MotoGP-WM auf) keinen Eigenbau-Fahrer aus der KTM MotoGP Academy in die Königsklasse bringen. Denn bei Red Bull KTM fahren dann Brad Binder und Jack Miller, bei GASGAS-Tech3 das routinierte Duo Pol Espargaró (er war schon 2017 bis 2020 vier Jahre bei KTM in der MotoGP).

«Dazu muss ich einmal klarstellen, dass wir als einziger MotoGP-Hersteller ein Nachwuchsprogramm vom Red Bull Rookies Cup, vom Austrian Talent Cup und European Talent Cup über die Moto3- und Moto2-WM bis zur MotoGP ein lückenloses Projekt für unsere Talente entwickelt haben. Dass wir da bei diesen vielen Fahrern eine gewisse Drop-out-Rate haben, dass also gewisse Fahrer durch den Rost fallen, liegt in der Natur der Sache», ist sich Pierer-Mobility-Vorstand Hubert Trunkenpolz (60) bewusst, der von Stefan Pierer immer mehr Motorsport-Agenden übernimmt.

«Wir haben auf diesem Gebiet eine Arbeitsteilung vereinbart», verriet der 65-jährige Stefan Pierer vor dem GP von Österreich. Der Firmenchef überließ Trunkenpolz auch die Bühne bei der GASGAS-Teamvorstellung am Freitag.

Übrigens: Rory Skinner ist seit Silverstone der 100. ehemalige Red Bull-Rookie, der in der WM antrat. Ayumu Sasaki hatte zuvor schon in Assen für den 150. GP-Sieg eine Rookies-Cup-Absolventen gesorgt.

Hubert Trunkenpolz weiter: «Der Sprung von der Moto2 auf ein MotoGP-Motorrad ist inzwischen riesengroß. Deshalb haben sich Remy Gardner und Rául Fernández bisher ziemlich schwergetan. Man muss aber daran erinnern, dass beide im Vorjahr gepusht haben, dass wir sie in die MotoGP befördern. Im Nachhinein kann man vielleicht sagen: Vielleicht war es ein Jahr zu früh. Wenn wir sie nicht zu Tech3 gebracht hätten, wären sie zu einem anderen Hersteller gegangen. Denn Remy hat gesagt: ‚Ich bin Weltmeister.‘ Und Raul hat behauptet: ‚Ich bin schneller als er.‘ Also haben wir in den Klassenwechsel eingewilligt.»

Pit Beirer, Motorsport-Direktor der Pierer Mobility AG, hat aber aus der Saison 2022 seine Lehren gezogen. «Wir werden im Tech3-Team nie mehr zwei Rookies gleichzeitig fahren lassen. Du brauchst dort auch einen Teamleader, deshalb haben wir Pol Espargaró zurückgeholt.»

«Wenn man ein zweites MotoGP-Team hat, macht es Sinn, wenn du einem Rookie einen erfahrenen MotoGP-Piloten an die Seite stellst», stimmt Stefan Pierer zu. «Das ist immer gut.»

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