Paolo Bonora (Aprilia): «Glücklich mit den Fahrern»

Von Nora Lantschner
Aprilias Race Manager Paolo Bonora zieht nach den ersten acht Grand Prix der MotoGP-Saison 2023 eine ehrliche Zwischenbilanz, unterstreicht aber auch die positiven Aspekte und Chancen.

Vor einem Jahr lag Aleix Espargaró noch auf WM-Rang 2, nachdem er in den ersten elf Grand Prix vor der Sommerpause seinen ersten MotoGP-Sieg in Argentinien und vier weitere Podestplätze sichergestellt hatte. In dieser Saison stand der 33-jährige Spanier erst einmal auf dem Podest, er erbte in Assen Platz 3 von Brad Binder. In der WM-Tabelle ist der Gesamtvierte von 2022 aktuell nur auf Rang 8 zu finden.

Sein Teamkollege Maverick Viñales startete in Portimão als Zweiter zwar stark in die laufende Saison, seine Leistungen gerieten dann aber ins Schwanken, dazu kamen technische Probleme – nach Platz 4 in Austin punktete der neunfache MotoGP-Sieger am Rennsonntag nur noch in Mugello als Zwölfter. Rang 12 ist auch sein Zwischenrang in der Gesamtwertung.

Paolo Bonora beschönigte die Ergebnisse mit Blick auf seine Werksfahrer nicht: «Es ist schwierig, etwas Gutes zu sagen, weil wir die Ziele, die wir ausgegeben hatten, in diesem ersten Abschnitt der Saison nicht erreicht haben – trotz des Schritts, den wir mit dem neuen Motorrad gemacht haben. Das Bike ist besser als im Vorjahr», fügte der Italiener im Interview mit motogp.com an. «Die Gründe dafür waren vielfältig, zum Beispiel Verletzungen und Wetterverhältnisse, etwa in Argentinien.»

Der Race Manager des Herstellers aus Noale stellte gleichzeitig klar: «Wir sind glücklich mit unseren Fahrern, mit Sicherheit – mit der Power und der Energie von Aleix und Maverick, aber auch mit Miguel und Raúl», verwies er auf die Aprilia-Neulinge im Kundenteam von CrypotDATA RNF MotoGP, Miguel Oliveira und Raúl Fernández. «Wir glauben, dass wir jetzt in der Position sind, einen weiteren Schritt zu machen – aus technischer Sicht, um den Fahrern das Vertrauen zu geben, das sie brauchen, um im nächsten Abschnitt der Saison ein besseres Ergebnis zu erzielen.»

Erstmals sind 2023 vier RS-GP im Feld. «Das ist eine große Chance für uns, denn vier statt zwei Fahrer bedeuten, dass wir viel mehr Daten analysieren können. Im ersten Abschnitt der Saison – und besonders in Portimão, trotz der Verletzung von Miguel, haben wir gesehen, dass es viele Kurven gibt, die wir verbessern können, wenn wir alle Daten analysieren. Mit der Zusammenarbeit mit RNF sind wir zufrieden. Unser Ziel ist, sie technisch zu unterstützen, um dadurch ihren und unseren Fahrern zu helfen.»

Bonora weiß: «Die MotoGP-WM ist jetzt auf einem derart hohen Level, dass auch nur ein Zehntel darüber entscheidet, ob du innerhalb oder außerhalb der Top-5 bist. Wir müssen Session für Session die Arbeitsmethode in der Box verbessern, um alles auf die perfekte Weise zu lösen. Ehrlich gesagt wissen wir, wo unsere größte Schwäche liegt: Besonders in der Bremsphase. Wir müssen den Fahrern in dieser Situation mehr Vertrauen geben, besonders für die Überholvorgänge im Rennen», verriet er dann.

Zur Zielsetzung von Aprilia hielt Paolo Bonora fest: «Um die WM zu kämpfen, wäre ein nicht glaubhaftes Ziel für uns. Um realistischer zu sein, haben wir uns vorgenommen, in allen Rennen in den Top-5 zu sein. Im Moment haben wir dieses Ziel nicht erreicht. Die Zielsetzung bleibt auch für die zweite Saisonhälfte dieselbe. Wir versuchen unser Bestes und analysieren auch während des Sommers.»

MotoGP-Ergebnisse, Assen (25. Juni):

1. Bagnaia, Ducati, 26 Rdn in 40:37,640 min
2. Bezzecchi, Ducati, + 1,223 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,925
4. Brad Binder*, KTM, + 1,528
5. Martin, Ducati, + 1,934
6. Alex Márquez, Ducati, + 12,437
7. Marini, Ducati, + 14,174
8. Nakagami, Honda, + 14,616
9. Morbidelli, Yamaha, + 29,335
10. Augusto Fernández, KTM, + 33,763
11. Savadori, Aprilia, + 35,084
12. Raúl Fernández, Aprilia, + 39,622
13. Bradl, Honda, + 42,504
14. Folger, KTM, + 45,609
– Di Giannantonio, Ducati, 8 Runden zurück
– Lecuona, Honda, 12 Runden zurück
– Oliveira, Aprilia, 14 Runden zurück
– Bastianini, Ducati, 20 Runden zurück
– Viñales, Aprilia, 23 Runden zurück
– Quartararo, Yamaha, 24 Runden zurück
– Zarco, Ducati, 24 Runden zurück
– Miller, KTM, 25 Runden zurück

*= ein Platz zurück («track limits»-Vergehen)

Ergebnisse MotoGP-Sprint Assen (24. Juni):

1. Bezzecchi, Ducati, 13 Rdn in 20:09,174 min
2. Bagnaia, Ducati, +1,294 sec
3. Quartararo, Yamaha, +1,872
4. Aleix Espargaró, Aprilia, +2,245
5. Brad Binder*, KTM, +4,582
6. Martin, Ducati, +5,036
7. Viñales, Aprilia, +5,876
8. Bastianini, Ducati, +10,102
9. Alex Márquez, Ducati, +10,525
10. Marini**, Ducati, +10,556
11. Miller, KTM, +11,191
12. Nakagami, Honda, +11,473
13. Zarco, Ducati, +15,439
14. Augusto Fernández, KTM, +17,754
15. Morbidelli, Yamaha, +19,508
16. Savadori, Aprilia, +19,664
17. Marc Márquez, Honda, +19,916
18. Raúl Fernández, Aprilia, +20,583
19. Oliveira, Aprilia, + 24,269
20. Lecuona, Honda, +24,727
21. Folger, KTM, +32,056
22. Bradl, Honda, +35,372
– Di Giannantonio, Ducati, 10 Runden zurück
*= erhielt 3 sec Strafe
**= erhielt 0,5 sec Strafe

WM-Stand nach 16 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 194 Punkte. 2. Martin 159. 3. Bezzecchi 158. 4. Binder 114. 5. Zarco 109. 6. Marini 98. 7. Miller 79. 8. Aleix Espargaró 77. 9. Quartararo 64. 10. Alex Márquez 63. 11. Morbidelli 57. 12. Viñales 56. 13. Rins 47. 14. Augusto Fernández 42. 15. Nakagami 34. 16. Di Giannantonio 34. 17. Oliveira 27. 18. Bastianini 18. 19. Marc Márquez 15. 20. Pedrosa 13. 21. Savadori 9. 22. Folger 9. 23. Raúl Fernández 8. 24. Pirro 5. 25. Petrucci 5. 26. Mir 5. 27. Bradl 5.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 285 Punkte. 2. KTM 153. 3. Aprilia 121. 4. Honda 89. 5. Yamaha 82.

Team-WM:

1. Prima Pramac Racing, 268 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 256. 3. Ducati Lenovo Team 222. 4. Red Bull KTM Factory Racing 193. 5. Aprilia Racing 133. 6. Monster Energy Yamaha 121. 7. Gresini Racing 97. 8. LCR Honda 84. 9. GASGAS Factory Racing Tech3, 51. 10. CryptoDATA RNF 39. 11. Repsol Honda 20.

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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
Mit 31 Jahren startet der achtfache Weltmeister in den Herbst seiner Karriere. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Die MotoGP wäre sehr viel ärmer ohne ihn.
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