Alex Rins: Comeback-Plan unabhängig von Yamaha-Deal

Von Nora Lantschner
Alex Rins in der LCR-Box am Red Bull Ring

Alex Rins in der LCR-Box am Red Bull Ring

Der verletzte LCR-Honda-Pilot Alex Rins stattete der MotoGP in Spielberg einen Besuch ab und sprach dabei über seine aktuelle Verfassung und die Motivation für ein schnellstmögliches Comeback – trotz Wechsel für 2024.

Am 10. Juni kam Alex Rins im Sprint des Italien-GP in der schnellen Arrabbiata 1 (Kurve 8 des Mugello Circuits) schwer zu Sturz. Dabei erlitt er ein zweifach gebrochenes Schienbein und ein ebenfalls zweifach gebrochenes Wadenbein. Zwei Operationen in Florenz und Madrid und insgesamt 16 Tage Krankenhausaufenthalt waren in der Folge nötig.

Am vergangenen Wochenende kehrte der Austin-Sieger in Spielberg erstmals in das MotoGP-Paddock zurück, allerdings auf Krücken und in der Zuschauerrolle. «Die Wahrheit ist, dass ich mich vor der Abreise nach Österreich auf das Motorrad gesetzt habe, das ich zu Hause stehen habe, und ich kann noch immer nicht die richtige Position einnehmen. Mein Fuß ist hypersensibel, das ist keine Hilfe», erklärte Rins zu seiner aktuellen Verfassung.

Wann der LCR-Honda-Pilot sein Comeback geben wird, ist noch unklar. In dieser Woche steht eine Kontrollvisite an, bei der Röntgenbilder Aufschluss über die Knochenbildung geben sollen. «Mit Sicherheit habe ich die Beweglichkeit noch nicht wieder zu 100 Prozent erlangt und das ist auf die verletzten Knochen zurückzuführen», erklärte Rins. «Der Arzt hat mir vor zwei Wochen erlaubt, den Fuß mit rund 25 kg zu belasten, vielleicht ein bisschen mehr. Wenn ich aber versuche zu gehen und mein gesamtes Gewicht auf ein Bein zu verlagern, fehlt mir noch die Stabilität des Knöchels.»

Größere Probleme verursachen aber die Nerven. «Ich habe in den vergangenen Monaten sehr gelitten. Die Nerven haben starke Schmerzen verursacht. Fünf Stunden nach der Operation fingen die Krämpfe an, das war schrecklich – alle 20 Sekunden. Tag für Tag oder Woche für Woche lassen die Krämpfe nach», schilderte der 27-jährige Spanier. «Die Hälfte von meinem Fuß ist hypersensibel. Im anderen Bereich habe ich im Moment kein Gefühl, wenn ich aber mit dem Finger Druck ausübe, fühlt es sich an, als wäre es elektrisiert. Das ist aber ein gutes Zeichen, weil es bedeutet, dass das Gewebe lebt. Woche für Woche wird es besser.»

«Das Problem ist, dass ich nicht von Tag zu Tag Verbesserungen spüre, mehr Woche für Woche», räumte Rins dann ein. «Deshalb dauert es länger.»

Überstürzen will der sechsfache MotoGP-Sieger jedenfalls nichts: «Ich würde gerne zunächst auf mein Trainingsbike steigen und sehen, wie es sich anfühlt und wie ich unterwegs bin. Ich will ja nicht zurückkommen und Moto2-Rundenzeiten fahren.»

Sein angekündigter Honda-Abschied mit Saisonende veranlasse Rins aber nicht, sich mehr Zeit mit dem Comeback zu lassen. «Ich bin nicht der Typ Fahrer, der sich sagt: ‚Okay, meine Zukunft ist gesichert, also geben wir ein Comeback in Valencia.‘ Ich werde zurückkommen, sobald ich bereit bin zurückzukommen. Wenn mich die Ärzte für fit erklären, dann kann ich mich auch reinhängen und innerlich weinen, aber wenn ich dann Letzter bin, wenn ich leide und sich das Bein noch mehr entzündet, dann macht es keinen Sinn.»

«Ich freue mich auf die nächste Saison und das neue Team», ergänzte der Rins mit Blick auf seinen Wechsel ins Yamaha-Werksteam für 2024. «Aber es stehen in diesem Jahr noch immer Rennen an. Ich werde also versuchen, so bald wie möglich zurückzukommen, um Honda und Lucio [Cecchinello] mein Feedback zu geben. Sie haben Mühe und ich sehe mich selbst als Fahrer mit Erfahrung. Ich möchte also helfen, um gemeinsam wieder an die Spitze zu kommen.»

MotoGP-Ergebnisse, Spielberg (20. August):

1. Pecco Bagnaia, Ducati, 28 Runden in 42:23,315 min
2. Brad Binder, KTM, + 5,191 sec
3. Marco Bezzecchi, Ducati, + 7,708
4. Luca Marini, Ducati, + 10,343
5. Alex Márquez, Ducati, + 11,039
6. Maverick Viñales, Aprilia, + 11,724
7. Jorge Martin, Ducati, + 12,917
8. Fabio Quartararo, Yamaha, + 19,509
9. Aleix Espargaró, Aprilia, + 20,231
10. Enea Bastianini, Ducati, + 20,729
11. Franco Morbidelli, Yamaha, + 21,527
12. Marc Márquez, Honda, + 23,027
13. Johann Zarco, Ducati, + 24,259
14. Augusto Fernández, KTM, + 25,365
15. Jack Miller, KTM, + 25,475
16. Pol Espargaró*, KTM, + 28,073
17. Fabio Di Giannantonio, Ducati, + 29,998
18. Takaaki Nakagami, Honda, + 32,316
19. Lorenzo Savadori, Aprilia, + 42,392
20. Iker Lecuona*, Honda, + 46,239
– Raúl Fernández, Aprilia, 1 Runde zurück
– Joan Mir, Honda, 16 Runden zurück
– Miguel Oliveira, Aprilia, 22 Runden zurück

*= 3-Sekunden-Strafe («track limits»-Vergehen)

MotoGP-Sprint, Spielberg (19. August):

1. Pecco Bagnaia, Ducati, 14 Runden in 21:01,844 min
2. Brad Binder, KTM, + 2,056 sec
3. Jorge Martin, Ducati, + 5,045
4. Alex Márquez, Ducati, + 8,252
5. Jack Miller, KTM, + 11,365
6. Pol Espargaró, KTM, + 11,816
7. Aleix Espargaró, Aprilia, + 11,960
8. Maverick Viñales, Aprilia, + 11,984
9. Franco Morbidelli, Yamaha, + 13,634
10. Marc Márquez, Honda, + 14,435
11. Fabio Di Giannantonio, Ducati, + 15,251
12. Joan Mir, Honda, + 16,740
13. Enea Bastianini, Ducati, + 18,825
14. Raúl Fernández, Aprilia, + 19,536
15. Fabio Quartararo, Yamaha, + 22,321
16. Iker Lecuona, Honda, + 25,593
17. Augusto Fernández, KTM, + 25,789
– Johann Zarco, Ducati, 3 Runden zurück
– Luca Marini, Ducati, 8 Runden zurück
– Lorenzo Savadori, Aprilia, 9 Runden zurück
– Takaaki Nakagami, Honda, 12 Runden zurück
– Marco Bezzecchi, Ducati, 13 Runden zurück
– Miguel Oliveira, Aprilia, 1. Runde nicht beendet

WM-Stand nach 20 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 251 Punkte. 2. Martin 189. 3. Bezzecchi 183. 4. Binder 160. 5. Zarco 125. 6. Marini 120. 7. Aleix Espargaró 117. 8. Miller 96. 9. Alex Márquez 92. 10. Viñales 86. 11. Quartararo 73. 12. Morbidelli 65. 13. Augusto Fernández 51. 14. Rins 47. 15. Oliveira 40. 16. Di Giannantonio 37. 17. Nakagami 34. 18. Bastianini 24. 19. Marc Márquez 19. 20. Raúl Fernández 14. 21. Pedrosa 13. 22. Savadori 9. 23. Folger 9. 24. Pol Espargaró 8. 25. Pirro 5. 26. Mir 5. 27. Petrucci 5. 28. Bradl 5.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 354 Punkte. 2. KTM 201. 3. Aprilia 166. 4. Honda 93. 5. Yamaha 93.

Team-WM:
1. Prima Pramac Racing, 314 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 303. 3. Ducati Lenovo Team 285. 4. Red Bull KTM Factory Racing 256. 5. Aprilia Racing 203. 6. Monster Energy Yamaha 138. 7. Gresini Racing 129. 8. LCR Honda 84. 9. GASGAS Factory Racing Tech3, 68. 10. CryptoDATA RNF 58. 11. Repsol Honda 24.

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