Valentino Rossi: Warum er sich von Burgess trennt

Kolumne von Günther Wiesinger
MotoGP

Nach dem zweiten Freitag-Training liess Valentino Rossi die Katze aus dem Sack. Er war es, der die Zusammenarbeit mit Burgess nach 14 Jahren beendet hat.

Es brauchte einiges an Überwindung, als sich Valentino Rossi und Jeremy Burgess am Freitag nach dem zweiten Training gemeinsam den Fragen der Journalisten stellten.

Und es wurde rasch offenkundig, dass es Rossi war, der den Schlussstrich unter den 14 gemeinsamen Jahren gezogen hat. Ein GP-Sieg in drei Jahren, da musste offenbar ein Sündenbock gefunden werden.

Bei der Frage, wer die Entscheidung zur Trennung getroffen hat, versiegte der üblicherweise recht flotte Redefluss des neunfachen Weltmeisters.

«Ähhh... Es war meine.... Es war mehr meine Entscheidung», geriet Valentino ins Stottern. «Ich habe in den letzten Wochen mit Jeremy und dem ganzen Team bereits über das nächste Jahr gesprochen. Jeremy erklärte, dass er bleiben will. Er liess aber durchblicken, dass er ein paar offene Fragen zu seiner Zukunft habe... Ich selbst weiss natürlich, dass ich weiterfahre, mein Yamaha-Vertrag geht bis Ende 2014. Und ob ich dann noch ein oder zwei Jahre anhänge, werde ich nach den ersten Rennen 2014 entscheiden. Es wird von meinen Resultaten abhängen.»

«Ich habe für mich selber letzte Woche entschieden, dass ich nächstes Jahr einen neuen Crew-Chief haben will. Das ist dann leider gleich zu den Medien durchgesickert... Wie auch immer: Ich habe mir vorgenommen, Jerry gleich hier am Donnerstag zu informieren. Ich wollte nicht vier Tage lang mit ihm hier zusammenarbeiten und ihn im Unklaren lassen. Das hätte ich nie zusammen gebracht. Ich will einfach eine Veränderung herbeiführen. Jeremy hat nach dem Gespräch am Donnerstag gemeint, vielleicht verschafft mir diese Personalentscheidung einen frischen Boost.»

Nach dieser Pressekonferenz gab es Standing Ovations von den Medien für Rossi und Burgess.

Der 60-jährige Australier rang sichtlich um Fassung. «Ich habe genug Biografien von Spitzensportlern gelesen», sagte Burgess. «Deshalb weiss ich, dass sie sich oft um einen neuen Caddy oder einen neuen Coach umschauen, wenn sich ihre Karriere zu Ende neigt. Und es ist klar, ich bin 60. Ich habe in den letzten Jahren schon öfters über Exit-Strategien nachgedacht... Aber momentan kann ich nicht sagen, wie es weitergeht. Ich brauche Zeit zum Nachdenken.»

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