Davide Tardozzi: Ducati hält weiter an den Wings fest

Von Frank Aday
MotoGP
In der Hersteller-Vereinigung MSMA wird weiter heftig über die Winglets diskutiert, sie seien gefährlich und teuer. Doch Ducati wehrt sich weiterhin gegen die Abschaffung der Flügel für 2017.

Als Ducati 2015 beim Katar-Test erstmals Wingelts an der Desmosedici GP15 zeigte, schlug ihnen zunächst nur Verwunderung und ein müdes Lächeln der Gegner entgegen. Kleine Flügel hatte es auch schon in der Vergangenheit gegeben, in dieser Größe und Beschaffenheit waren sie aber neu. Die Konkurrenz regierte im Verlauf der Saison. Yamaha brachte in Misano im September ebenfalls Wings an der M1 an. Honda testete 2016 erstmals Flügel.

Die Gefahr der Flügel liegt in ihren Kanten. Darauf wurde mit einer Reglementänderung regiert: alle Kanten der Winglets müssen einen Mindestradius von 2,5 Millimetern haben, um die Gefahr durch scharfe Kanten zu vermindern. Trotzdem: Die Wings sind ein Sicherheitsrisiko. Das erkannte auch Dani Pedrosa in Austin nach dem Unfall mit Andrea Dovizioso. In Argentinien hatte Andrea Iannone sogar ein Winglet verloren, als er damit die Befestigung der Onboard-Kamera an der Honda von Marc Márquez beschädigte. Hinzukommen hohe Entwicklungskosten für die Wings, wie zuletzt HRC-Sportdirektor Livio Suppo erklärte.

Doch Ducati will an den Wings festhalten. Um sie für 2017 zu verbieten, ist eine einstimmige Entscheidung innerhalb der MSMA nötig. Aus Sicherheitsgründen könnten jedoch auch FIM und Dorna eingreifen und die Entscheidung fällen. «Es ist sehr schade, denn es gibt keinen Beweis für die angebliche Gefahr», erklärte Ducati-Teammanager Davide Tardozzi gegenüber «GPone».

«Das einzige Beispiel, das herangezogen wird, um ein mögliches Risiko zu beweisen, ist der Kontakt zwischen Iannone und Márquez, wodurch die Videokamera beschädigt wurde. Ich nehme an, es ist nicht wichtig, dass das Winglet sofort weg war, Márquez den Kontakt gar nicht bemerkte und das auch durch jeden anderen Teil der Verkleidung hätte passieren können? Meiner Meinung nach gibt es auch andere Teile, die an einem Bike hervorstehen wie der halbe Lenker oder die Fußrasten. Warum fixieren wir uns also auf die Wings, wenn es nicht nur darum geht, dass es unsere Idee war?»

«Wir können die Wings gerne in Hinsicht auf Größe und Form reglementieren, aber diese Debatte über steigende Entwicklungskosten ist nutzlos, denn wir werden weiter alle im Windkanal arbeiten, um die Form der Verkleidung zu analysieren. Wenn wir über Gefahren sprechen, dann wohl lieber über ein Bike, das sich bei der Beschleunigung aufbäumt. Wir glauben, dass ein Bike, das ohne Traktionsverlust auf dem Asphalt bleibt, weniger gefährlich ist, da es stabiler bleibt.»

Doch die Wings bringen nicht nur Vorteile. «Es ist immer ein Kompromiss. Man verliert etwas Agilität bei den Richtungswechseln, aber man kann daran durch das Setting arbeiten. Ich nehme nicht an den MSMA-Meetings teil, aber Gigi Dall’Igna und Fabiano Sterlacchini tun das», erklärte Tardozzi.

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