Paolo Ciabatti: «Die Fans dort flippen komplett aus»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Südostasien gehört zu den größten Wachstumsmärkten der Motorrad-Hersteller und ist entsprechend interessant für die Superbike-WM. Ducatis Sportdirektor Paolo Ciabatti unterstützt entsprechende Vorhaben.

Asien ist in der Superbike-WM 2018 nur mit Buriram in Thailand vertreten. In Indien gab es trotz bestehendem Vertrag nie ein Rennen auf dem Buddh Circuit, Sepang in Malaysia hat sich mangels Zuschauerinteresse zurückgezogen und ein Rennen in Japan gibt es wegen der hohen Kosten nicht.

Für die Zukunft bietet sich in Asien vorrangig Indonesien an. Eine Modernisierung des Sentul Circuits außerhalb von Jakarta wird aber nicht klappen, dort gastierte die seriennahe Motorrad-Weltmeisterschaft zwischen 1994 und 1997. Die Anlage ist inzwischen so verwahrlost, dass nur ein Neubau in Frage kommen würde.

Seit 2017 kümmert sich die Tilke GmbH & Co. KG in Aachen um ein Projekt in Südsumatra, bereits 2019 soll ein MotoGP-Rennen in Indonesien im Kalender stehen.

Die 4,311 Kilometer lange Piste in Palembang entsteht im Zusammenhang mit den «Asian Games», die 2018 von 18. August bis 2. September mit Kosten von zirka 180 Millionen Euro organisiert werden. «Wegen der Asian Games wird in Palembang vom Flughafen über die Innenstadt bis zu dem Gelände eine Hochbahn gebaut», schilderte Hermann Tilke. «Wenn man für den Grand Prix in der Innenstadt wohnt, kommt man mit dieser Monorail-Bahn direkt zur Rennstrecke oder auch zurück zum Flughafen.»

Die Hintermänner der neuen GP-Piste sind die Politiker der Provinz Südsumatra, die den Tourismus ankurbeln und den Grand Prix veranstalten wollen. Palembang ist die zweitgrößte Stadt auf der Sumatra-Insel nach Medan. Sie bildet die Hauptstadt der Provinz Südsumatra.

Indonesien ist nicht nur für die MotoGP-WM interessant, Südostasien gehört zu den größten Wachstumsmärkten für Zweiräder und ist damit auch ein Ziel für die seriennahe Superbike-WM und ihre Unterkategorien.

Schaut man sich das umwerfende Faninteresse in Thailand an, dort hat die Superbike-WM am letzten März-Wochenende den zweiten Event, dann ist Indonesien der logische nächste Schritt.

Das findet auch Ducatis Sportdirektor Paolo Ciabatti, wie er SPEEDWEEK.com im Exklusiv-Interview verriet.

Paolo, ist Ducati Bangkok der größte Ducati-Händler weltweit?

Einer der größten, sie verkauften im besten Jahr um die 1000 Motorräder.

Unsere Verkäufe in Thailand sind etwas zurückgegangen, weil andere Hersteller zugelegt haben. Der Wettbewerb wurde stärker.

Mit dem riesigen Faninteresse in Malaysia und Thailand: Sollten wir auch Rennen in Indonesien, Vietnam, Indien und China haben?

In Indonesien sollten wir so schnell wie möglich fahren. Das ist ein riesiges Land, die meisten Hersteller, nicht Ducati, haben großes Interesse daran. Dort werden jährlich sieben oder acht Millionen Zweiräder verkauft, aber hauptsächlich 100-ccm-Mopeds und Roller.

Den Fahrern folgen unglaublich viele Leute aus Indonesien auf Social Media. 40 Prozent meiner Follower auf Instagram kommen aus Indonesien.

Am ersten Februar war ich mit Lorenzo und Dovizioso dort für einen Event, die Fans flippen bei MotoGP komplett aus, vor allem die Jungen. MotoGP-Fahrer sind Helden, Lorenzo ist dort ein Idol. Wenn du so eine Fanbasis hast, kannst du dir vorstellen, was dort los ist, wenn sie ein Rennen haben? Es gibt verschiedene Projekte für Rennstrecken, 2019 gibt es hoffentlich eine endgültige Entscheidung. Dann sind dort Wahlen, dann wird entschieden, ob es vorwärtsgeht oder nicht.

Mit dem MotoGP-Rennen in Thailand: Hast du die Befürchtung, dass sich jetzt niemand mehr für das Superbike-Rennen dort interessiert?

Ich hoffe nicht. Die Superbike-WM kommt jetzt das vierte Mal nach Thailand und konnte hoffentlich eine gewisse Reputation aufbauen. Das Rennen ist sechs Monate vor MotoGP, die Fans dort sehen es hoffentlich als eines von zwei großen Motorsport-Events in Buriram.
Wir sind in beiden Meisterschaften mit einem Werksteam vertreten, das sind die zwei größten Meisterschaften weltweit.

Bisher hatten sie immer ausgezeichnete Zuschauerzahlen bei den Superbike-Rennen.

Es war nur auffällig, dass bei den Testfahrten im Februar, ein halbes Jahr vor dem MotoGP-Rennen, in der ganzen Stadt für MotoGP geworben wurde, aber für das am letzten März-Wochenende stattfindende Superbike-Rennen nicht ein Plakat hing.

Die Chang-Promoter haben den Vorverkauf für die GP-Tickets mit den Testfahrten gekoppelt. Wer früh sein Ticket kaufte, konnte sich auch die MotoGP-Tests anschauen.

Aber du hast recht, ich habe auch keine Superbike-Werbung gesehen. Hoffentlich haben sie nach den MotoGP-Tests die Werbung für den Wintertest durch Superbike-Werbung ersetzt.

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