Superbike-WM

Razgatlioglus Kawasaki-Motor war deutlich langsamer

Von - 28.10.2019 10:55

Bei der genauen Datenanalyse stellte sich heraus, dass Toprak Razgatlioglu Superbike-Weltmeister Jonathan Rea in Argentinien mit gleichem Material von Kawasaki zweimal hätte schlagen können.

Das SBK-Finale in Katar ging für Toprak Razgatlioglu und das Team Puccetti Kawasaki nach einer herausragenden Saison gründlich schief. Der Türke kam als WM-Fünfter und mit nur sechs Punkten Rückstand auf den Dritten Alex Lowes (Yamaha) auf den Losail Circuit, doch Patzer und Pech entschieden den Kampf um Bronze.

Im ersten Lauf lag Razgatlioglu bis zur elften Runde zischen Platz 5 und 7, dann leistete er sich einen Ausritt und fiel bis auf Rang 13 zurück. Im Ziel war er nach 17 Runden Elfter, während Lowes auf Rang 3 preschte.

Das Sprintrennen geriet zum Desaster: Toprak musste nach der Aufwärmrunde wegen technischer Probleme an die Box zurückkehren – und konnte nicht starten!

Somit stand er im zweiten Hauptrennen nur auf dem zwölften Startplatz, kam aber als Fünfter ins Ziel.

Für den dritten WM-Rang war das zu wenig: Diesen sicherte sich in Katar Lowes mit den Rängen 3, 3 und 4.

Razgatlioglu wurde als bester Privatier WM-Fünfter und glänzte mit zwei Siegen in Magny-Cours und 13 Podestplätzen. Für 2020 wechselt der 23-Jährige von Puccetti Kawasaki ins Yamaha-Werksteam und wird dort an der Seite von Michael van der Mark fahren, der die WM auf Rang 4 abschloss.

In San Juan und Losail, zwei Strecken mit langen Geraden, machte sich das Leistungsdefizit an Topraks Kawasaki ZX-10RR bemerkbar. Die Datenanalyse ergab, dass er alleine im Volllastbereich, wenn die Drosselklappen 100 Prozent geöffnet sind, auf beiden Strecken pro Runde zirka eine halbe Sekunde auf Rekordweltmeister Jonathan Rea einbüßte.

Rechnet man das auf die Renndistanz hoch, hätte der Türke in San Juan das erste Hauptrennen und das Sprintrennen gewonnen. Jeder versteht nun, weshalb Rea ihn im Kawasaki-Werksteam nicht als Kollegen haben wollte und stattdessen Alex Lowes kommt.

«In den letzten zwei oder drei Events, nicht mehr, gelang Kawasaki mit Johnnys Motorrad ein Schritt nach vorne», hielt Teamchef Manuel Puccetti im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Wir verwenden den gleichen Zylinderkopf, die gleiche Nocke, diese Teile kommen aus Japan. Um den Rest des Motors kümmert sich unser Tuner, das macht aber keinen großen Unterschied. Kawasaki muss einen anderen Motor eingesetzt haben – einen schnelleren und besser entwickelten Motor. Die Regeln erlauben ihnen das. Seit Magny-Cours hinken wir hinterher, davor sah ich keinen Unterschied.»

Ergebnis Katar, Lauf 2
Pos Fahrer Motorrad Zeit/Diff
1. Rea Kawasaki 33:34,809 min
2. Davies Ducati + 2,978 sec
3. Bautista Ducati + 3,100
4. Lowes Yamaha + 12,473
5. Razgatlioglu Kawasaki + 14,346
6. Laverty Ducati + 15,109
7. Van der Mark Yamaha + 15,625
8. Baz Yamaha + 16,020
9. Haslam Kawasaki + 17,854
10. Cortese Yamaha + 18,332
11. Mercado Kawasaki + 22,254
12. Sykes BMW + 22,387
13. Torres Kawasaki + 28,179
14. Reiterberger BMW + 29,487
15. Rinaldi Ducati + 32,586
16. Camier Honda + 35,726
17. Melandri Yamaha + 40,549
18. Kiyonari Honda + 44,844
RT Schmitter Yamaha
RT Delbianco Honda

 

Endstand Superbike-WM 2019
Pos Fahrer Motorrad Punkte
1. Rea Kawasaki 663
2. Bautista Ducati 498
3. Lowes Yamaha 341
4. Van der Mark Yamaha 327
5. Razgatlioglu Kawasaki 315
6. Davies Ducati 294
7. Haslam Kawasaki 281
8. Sykes BMW 223
9. Melandri Yamaha 177
10. Baz Yamaha 138
11. Torres Kawasaki 135
12. Cortese Yamaha 134
13. Rinaldi Ducati 122
14. Reiterberger BMW 83
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Toprak Razgatlioglu in Katar © Gold & Goose Toprak Razgatlioglu in Katar Toprak Razgatlioglu (li.) mit Teamchef Manuel Puccetti © Gold & Goose Toprak Razgatlioglu (li.) mit Teamchef Manuel Puccetti
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