SBK in der Zwickmühle: Die Ideen von Carmelo Ezpeleta

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta

Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta

Anfang August soll die Superbike-WM in Jerez weitergehen – ohne Zuschauer. Jetzt wird ein Mittelweg gesucht, wie möglichst viele Rennen mit dem geringsten finanziellen Verlust gefahren werden können.

Noch steht Donington Park vom 3. bis 5. Juli als nächster SBK-Event im Kalender, doch seit dem 7. Mai wissen wir, dass es in der Coronakrise am ersten August-Wochenende in Jerez weitergehen wird. An den beiden Wochenenden zuvor wird auf der Rennstrecke in Andalusien jeweils ein MotoGP-Event ausgetragen.

WM-Promoter Dorna kämpft derzeit an zwei Fronten. «Wir haben der spanischen Regierung ein Protokoll vorgelegt, wie wir uns die Abwicklung dieser Rennen vorstellen und warten auf die Antwort», erklärte Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta. «Kommende Woche schauen wir uns die Situation in Spanien erneut an und sprechen dann über die Ausrichtung der Rennen.»

Die Jerez-Rennen werden ohne Zuschauer stattfinden, für andere Rennstrecken kommt das nicht in Frage. Oschersleben hat ein solches Szenario abgelehnt, Assen und Donington Park werden es wohl gleich handhaben. Denn ohne Ticketverkäufe ist eine solche Veranstaltung nicht rentabel. Nicht zuletzt deshalb wurden die MotoGP-Rennen Sachsenring, Assen und KymiRing ersatzlos gestrichen.

«Bis mindestens 31. August 2020 wird es nirgends in Mitteleuropa Superbike-Rennen mit Zuschauern geben», meinte ein Teammanager gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wir rechnen mit fünf bis sechs Events, in Jerez, Aragon, Portimao, Barcelona, Magny-Cours und Misano.»

Ezpeleta ist optimistischer. «Zuerst müssen wir schauen, wo wir fahren dürfen», unterstreicht der Spanier. «Es ist nach wie vor unser Plan, am jetzigen Kalender so weit wie möglich festzuhalten. Anfang Juni werden wir ein klareres Bild haben, was möglich ist. Ob die Rennen in Argentinien stattfinden können, müssen wir schauen.»

Imola und Oschersleben sind bereits gestrichen, in Katar wird man bis voraussichtlich Januar 2021 nicht fahren können, weil die Strecke frisch asphaltiert wird. Sollten sich Großbritannien und die Niederlande gegen Großevents mit Zuschauern aussprechen, werden auch diese wegfallen. Damit wären wir beim oben skizzierten Kalender mit drei Events in Spanien und jeweils einem in Portugal, Frankreich und Italien.

In Jerez, Barcelona, Aragon und Misano hat die Dorna den Vorteil, dass dort auch MotoGP-Rennen ausgetragen werden und sich so Doppelveranstaltungen organisieren lassen. Das spart Geld und bringt die spanische Agentur außerdem in eine gute Verhandlungsposition mit diesen Rennstreckenbetreibern.

Denn selbst wenn ohne Zuschauer gefahren werden muss, will die Dorna nicht für die Dienstleistungen an den Rennstrecken bezahlen, ist von mehreren Verantwortlichen zu hören.

Die Dorna hingegen kann immerhin die TV-Rechte kassieren, dazu die Gebühren für die Namensrechte (bislang Yamaha Finance, Prosecco DOC, Pirelli und Motul), dazu kann die Bandenwerbung rund um die Strecke verkauft werden. Diese Einnahmequellen machen laut Expertenmeinung in der MotoGP-WM aber weniger als 50 Prozent der üblichen Einnahmen aus, in SBK ist dieser Wert noch deutlich geringer.

Kalender Superbike-WM 2020, Stand 9. Mai:

28.02.–01.03. Phillip Island/Australien
03.07.–05.07. Donington Park/Großbritannien
31.07.–02.08. Jerez/Spanien
21.08.–23.08. Assen/Niederlande
28.08.–30.08. Aragon/Spanien
04.09.–06.09. Portimão/Portugal
18.09.–20.09. Barcelona/Spanien
02.10.–04.10. Magny-Cours/Frankreich
09.10.–11.10. San Juan/Argentinien
06.11.–08.11. Misano/Italien

Abgesagt: Imola/Italien, Oschersleben/Deutschland

Ohne Termin: Losail/Katar

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