Marco Melandri: Die wahre Geschichte seines Comebacks

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Marco Melandri

Marco Melandri

Neun Monate sind seit dem Rücktritt von Marco Melandri vergangen, wegen der Coronapause kommt es uns vor, als wäre er nie weg gewesen. Am kommenden Wochenende erleben wir sein SBK-Comeback bei Barni Ducati.

Marco Melandri zählt zu den Hochkarätern der Superbike-WM. In sechs Jahren zwischen 2011 und 2018 beendete der Mann aus Ravenna die Weltmeisterschaft immer in den Top-5, 2011 wurde er auf Yamaha Vizeweltmeister und im Jahr darauf auf BMW Gesamtdritter. Melandri gewann 22 seiner 189 Rennen und stand für Yamaha, Aprilia, BMW und Ducati 75 Mal auf dem Podium. Seine letzte Saison bestritt er 2019 für die Yamaha-Satelliten-Truppe GRT. Weil bei der Entwicklung nicht auf ihn gehört wurde, gab er mit 37 Jahren Ende letzten Oktober frustriert auf.

Mitte Juli dann die Sensation: Melandri kommt aus dem Ruhestand zurück und unterschrieb für 2020 einen Vertrag mit Barni Ducati, als Nachfolger des langzeitverletzten Leon Camier.

«Das ist wirklich eine seltsame Geschichte», grinste Melandri beim Treffen mit SPEEDWEEK.com im Fahrerlager des Circuito de Jerez. «Noch vor einem Monat verschwendete ich keinen Gedanken an ein Comeback. Barni brauchte schon letzten Winter einen Fahrer für die Tests, weil Camier verletzt war. Ich dachte aber nicht daran, ich war müde vom Rennsport. Während des Lockdowns hatte ich Zeit, meine Batterien aufzuladen und runterzufahren. Vor ein paar Wochen bekam ich eine Nachricht von meinem Manager Alberto Vergani, da war ich gerade einen Tag mit meiner Privatmaschine beim Fahren gewesen. Er schrieb mir, dass Barni einen Fahrer sucht – nichts weiter. Sie haben alle meine geplanten Fahrradrennen für dieses Jahr abgesagt, also schaute ich mir den Kalender an. Alle Rennen sind in Europa auf schönen Strecken, die mir und dem Motorrad liegen. Mir wurde klar, dass ich die Chance habe, mit der V4R zu fahren. Wenn ich das jetzt nicht mache, dann nie mehr. Ich hatte seit meinem Rücktritt viel Spaß und wollte Rennen mit dem E-Mountainbike fahren. Die wurden alle abgesagt und mir fehlte das Adrenalin – ich brauche das.»

Mit 37 Jahren, elf Monaten und 25 Tagen wird Marco Melandri am kommenden Samstag sein 190. Rennen in der Superbike-WM bestreiten.

Willst du nur dieses Jahr Rennen fahren oder ist auch 2021 vorstellbar? «Frag mich das nach den ersten drei Events», schmunzelte der Ducati-Rückkehrer. «Einfach wird es nicht. Ich habe einen Tag lang getestet, in Wirklichkeit waren es nur zweieinhalb Stunden.»

Wie gut ist die Ducati V4R? Alvaro Bautista gewann letztes Jahr 16 Rennen, Scott Redding stand zu Saisonbeginn in Australien bei allen drei Läufen auf dem Podium. Aber alle anderen Ducati-Piloten haben Schwierigkeiten mit der Abstimmung.

«Ich glaube es kommt darauf, wie der Fahrer und das Bike zueinander passen», erklärte Melandri. «Mein Gefühl am ersten Tag war nicht so schlecht, ich fuhr davor aber sieben Monate keine Rennmaschine. Und ich war alleine unterwegs, hatte also keinen Vergleich. Am Freitag werde ich wissen, wo ich stehe. Ich habe eine gewisse Vorstellung, diese diktiert mir mein Gefühl. Aber ob sich das bestätigt, wenn ich mit anderen Piloten auf der Strecke bin… Jerez war immer eine gute Strecke für mich. Aber das Motorrad und das Team sind neu für mich, die Bedingungen mit der Hitze sind sehr schwierig. Glücklicherweise sind die anderen auch lange kein Rennen gefahren – aber mir fehlen sicher Kilometer auf dem Bike.»

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