Sieger Michael Rinaldi: «Unglaubliche Opfer gebracht»
In seinem 66. Rennen in der Superbike-WM konnte Michael Ruben Rinaldi zum ersten Mal gewinnen. Das kam nur bedingt überraschend: 2020 brauste der Ducati-Pilot in den ersten 13 Rennen zehnmal in die Top-8.
Als Michael Ruben Rinaldi aus Rimini 2017 die Superstock-1000-EM gewann, keimte in Italien die Hoffnung, dass sie endlich wieder einen Fahrer bekommen würden, der in die Fußstapfen großartiger Superbike-Piloten wie Max Biaggi und Marco Melandri treten kann.
Doch sein erstes WM-Jahr im Aruba-Team verlief schwierig, im zweiten für Barni Ducati schaffte er es bei 37 Starts nur zweimal in die Top-5.
Noch nie stand der 24-Jährige in der Weltmeisterschaft auf dem Podest – bis zu seinem Sieg am heutigen 5. September 2020 im MotorLand Aragon. Rinaldi war Schnellster in allen drei freien Trainings und brauste hinter Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) auf Startplatz 2. Der Nordire gewann zwar den Start von Rennen 1, Rinaldi mit dem weichen SCX-Hinterreifen konnte er aber nur einige Kurven halten.
Wer dachte, der Ducati-Youngster würde ab Rennmitte einbrechen, irrte gewaltig: Er fuhr bis zur vorletzten Runde hervorragende Zeiten. "Nur in der letzten Runde war ich 4 sec langsamer", schmunzelte er nach seinem Sieg.
Es waren bewegende Momente in Aragon, als Rinaldi die Ziellinie als Sieger kreuzte. Das Team Go Eleven Ducati stand in der Superbike-WM seit 2008 nicht mehr auf dem Podium, damals eroberte Max Biaggi für sie sieben Podestplätze. Unter dem Namen Sterilgarda Ducati gelang mit dem berühmten Römer aber nie ein Sieg!
Auch das Ducati-Werksteam feierte mit: Nur dank Hauptsponsor Aruba und dessen Chef Stefano Cecconi konnte es Rinaldi sportlich so weit bringen.
"Heute hatte ich das Gefühl, dass es klappen könnte", erzählte Rinaldi, während er seinen Erfolg noch verarbeitete. "Richtig glauben kann ich noch nicht, was passiert ist. Diesen Sieg widme ich meiner Familie und allen Menschen, die auch in schwierigen Zeiten hinter mir standen. Manchmal vergessen die Leute, was alles dahintersteckt. Dass ich heute hier bin, ging nur wegen unglaublicher Opfer. Das geht nur, wenn man Menschen hat, die einen unterstützen."
"Ich hatte mit dem Hinterreifen nichts zu verlieren und es ging auf", grinste der Go-Eleven-Pilot. "Mein Team leistete großartige Arbeit. Die letzten Runden bläute ich mir ein, dass ich mir Zeit lassen kann, ich hatte 7 sec Vorsprung. Mir war klar, dass ich in den ersten Runden aus dem zusätzlichen Grip meines Reifens Kapital schlagen muss. Ich war sehr fokussiert darauf, dass ich an den Gegnern vorbeikomme und meine Pace fahren konnte."
Rinaldi gewann vor Rea und Ducati-Markenkollege Chaz Davies. In der Weltmeisterschaft liegt er mit 104 auf dem siebten Gesamtrang.
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