Stefan Bradl über Folger: «Er kann vorne mitfahren»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Jonas Folger bei seinem Gaststart in Barcelona

Jonas Folger bei seinem Gaststart in Barcelona

Mit Jonas Folger wechselt einer der vielversprechendsten Rennfahrern aus Deutschland in die Superbike-WM 2021. Wie Stefan Bradl die Chancen seines Landsmann beurteilt.

Die motorsportliche Laufbahn von Stefan Bradl (31), Sandro Cortese (31) und Jonas Folger (27) lief über weite Strecken nebeneinander, die drei Süddeutschen kennen sich aus vielen gemeinsamen Jahren im GP-Paddock bestens. Und nacheinander wechselte sie in die seriennahe Weltmeisterschaft: Bradl 2017, Cortese 2018 und Folger 2021.

Folger war 2017 in der MotoGP-Klasse angekommen und brillierte mit Platz 2 auf dem Sachsenring. Doch nach dem 13. Rennen in Aragon war seine Saison gelaufen, Jonas litt monatelang am Burn-out-Syndrom und musste seine Karriere später neu starten.

2019 versuchte sich Folger in fünf Moto2-WM-Läufen, kam aber nie in die Punkte. 2020 unterschrieb er im Team Bonovo Action by MGM Yamaha von Michael Galinski für die IDM Superbike und dominierte die Serie mit acht Siegen aus acht Rennen. Auch bei zwei Wildcard-Einsätzen bei den WM-Meetings in Barcelona und Estoril hinterließ er einen starken Eindruck.

Seit 27. November wissen wir: Folger wechselt mit dem MGM-Team und BMW in die Superbike-WM 2021. Zum Einsatz kommt die für die WM optimierte neue M1000RR.

«Jonas ist zweifelsohne ein Top-Rennfahrer», unterstrich Stefan Bradl, langjähriger Wegbegleiter von Jonas Folger im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Es ist gut, dass wir auf WM-Niveau wieder einen Deutschen haben. Dass Jonas das Talent und die Erfahrung hat, dass er vorne mitfahren kann, wissen wir. Er ist im besten Alter und körperlich gut beieinander. Wenn er seine Krankheit überwunden hat, dann kann er in der Superbike-WM auf einem guten Niveau dabei sein.»

«Wie er mit der BMW zurechtkommt – keine Ahnung», grübelte Bradl. «Ich weiß auch nicht, ob die BMW konkurrenzfähig ist, oder ob sie im Mittelfeld herumfahren. BMW sollte das auf jeden Fall ernst nehmen, in Sachen Professionalität kann man im Rennsport immer etwas besser machen.»

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