Portimão: Scott Redding (Ducati) der lachende Dritte
Wenn das Superbike-Meeting in Portimão einen Gewinner hatte, dann ist es Scott Redding. Mit drei zweiten Plätzen sammelte der Ducati-Pilot die meisten Punkte und kann sich wieder Hoffnungen auf den WM-Titel machen.
Das Meeting in Portimão hat uns gelehrt, dass in der Superbike-WM 2021 noch alles passieren kann. Niemand hätte vorher auf zwei Stürze von Jonathan Rea (Kawasaki) gewettet und auch nicht, dass ein gebrochener Kotflügel einen Crash von Toprak Razgatlioglu (Yamaha) auslöst.
Ohne derartige Probleme ist dagegen Scott Redding durch das Rennwochenende an der Algarve gekommen. Mit 49 Punkten für drei zweite Plätzen holte der Ducati-Pilot in der Meisterschaft zu seinen Konkurrenten auf.
Redding hielt sich aus der Rivalität zwischen Weltmeister und WM-Leader so gut wie möglich heraus.
"Der Wind war mein größter Feind im zweiten Lauf", sagte der Engländer am Sonntagnachmittag im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Nicht so sehr auf der Bremse, sondern in Schräglage. In Kurve 5 blies es so stark unter die Front, dass sich das Bike aufschaukelte und auch in Kurven 8 und 13. Also blieb ich cool und wartete ab, wie sich der Abstand nach hinten verändert. Dann stürzte Toprak auf Platz 2 liegend und sah auch, dass Johnny einige heikle Momente hatte. Ich dachte mir, das ist es nicht wert. Johnny und Kawasaki sind absolute Portimão-Spezialisten und er hatte nichts mehr zu verlieren – wie sollte ich ihn schlagen. Es war auch so ein guter Tag für mich. Vielleicht hätte ich ihn herausfordern können, aber er hätte sich mit nichts anderem als den Sieg zufrieden gegeben. Ich habe eine kluge Entscheidung getroffen und über drei zweite Plätze kann man sich nicht beklagen. Vor dem Wochenende hatte ich mir gedacht, dass ein Podium schon gut wäre – also bin ich glücklich!"
Auch Redding war überrascht, wie sich das Meeting in Portimão entwickelte.
"Ich konnte es gar nicht glauben, dass Toprak in derselben Kurve wie vorher Johnny stürzte. Fuck, die Meisterschaft ist wieder offen", grinste Redding. "Und wenn sich die beiden in den nächsten Rennen wieder in die Quere kommen, nehme ich gerne die Reste mit. Ich versuche einfach, möglichst konstant zu sein. Im verregneten Superpole-Race habe ich mich nicht sonderlich gut gefühlt, aber ich habe gute Punkte mitgenommen. So wie ich das sehe habe ich das bestmögliche erreicht, denn in allen Rennen war ich der beste Ducati-Pilot. Nach Estoril im letzten Jahr habe ich meine Lektion gelernt. Ich kam dahin, um unbedingt zu gewinnen – und ich flog im Qualifying böse ab. Das war dumm und das reicht."
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