Formel 1: Urteil zur Ferrari-Kollision

Jonathan Rea (3.): «Ich habe mich damit abgefunden»

Von Ivo Schützbach
Jonathan Rea: «Es geht nicht mehr ums Gewinnen»

Jonathan Rea: «Es geht nicht mehr ums Gewinnen»

Seit gut fünf Monaten ist Kawasaki-Star Jonathan Rea in der Superbike-WM sieglos, gegen Alvaro Bautista auf der schnellen Ducati kann er nichts ausrichten. Der 36-Jährige hat deshalb seine Herangehensweise geändert.

Jonathan Rea kam im ersten Rennen in Barcelona knapp neun Sekunden hinter dem überragenden Sieger Alvaro Bautista (Ducati) ins Ziel, den zweiten Platz verlor der Kawasaki-Star hauchdünn an Toprak Razgatlioglu (Yamaha).

«Das war besser als erwartet», meinte Rea zu seinen dritten Plätzen im Qualifying und ersten Lauf. «Alvaro fuhr in einem anderen Rennen, wir reden also über Toprak und mich. Ich versuchte unserer Gruppe wegzufahren, ohne dabei meinen Hinterreifen zu ruinieren. Ich lerne nach und nach neue Arbeitsweisen der Elektronik und wie ich den Reifen schonen kann. Mein Elektroniker Sander erklärte mir, wie ich damit umzugehen habe, wenn der Reifen abbaut. Als mich Toprak in der letzten Runde überholte, konnte ich sehen, dass ich mehr mechanische Traktion habe. In Kurve 4 versuchte ich es innen und kam ihm recht nahe. Aber ich konnte ihm letztlich auf der Bremse nichts entgegensetzen. Wäre Toprak ab Rennmitte vor mir gefahren und nicht umgekehrt, hätte ich die Reifen etwas mehr schonen und am Ende ein bisschen stärker sein können. Aber wenn ich mir überlege, wo wir mit unserer Performance herkamen, dann hätte ich mir im Vorfeld eine Hand abgeschnitten für einen Podestplatz. Wir müssen damit glücklich sein.»

Rea fehlten auf dem Zielstrich nur 0,063 sec zu Razgatlioglu und Platz 2. Mit dem dritten Rang, seinem erst vierten Podestplatz im zehnten Rennen dieser Saison, konnte er sich auf die vierte Position in der WM-Wertung verbessern.

Gegen Bautista hat Rea mit der Kawasaki aktuell keine Chance, der 118-fache Laufsieger muss kleinere Brötchen backen. «Das ist eine neue Situation für mich», räumte der sechsfache Weltmeister gegenüber SPEEDWEEK.com ein. «2019 war ich angepisst, er gewann ganz einfach. Mental bin ich das damals nicht richtig angegangen. Er ist schnell – und die Situation heute ist eine andere. Er leistet gute Arbeit. Wenn du erst mal akzeptiert hast, dass du stehst, wo du stehst, dann ist es einfacher, damit klarzukommen. Wir sind jetzt in unterschiedlichen Wettbewerben. Für uns geht es darum, das Motorrad zu entwickeln. Es geht weniger ums Gewinnen, sondern mehr darum, einen langen Weg zurückzulegen und die Lücke zu schließen. Er liegt Meilen voraus, wir haben viel Arbeit zu erledigen. Zuhause stehen aber sechs große TRophäen, die mich daran erinnern, dass ich mal schnell war.»

Ergebnis Superbike-WM Barcelona, Rennen 1:
Pos Fahrer Motorrad Diff
1. Alvaro Bautista (E) Ducati
2. Toprak Razgatlioglu (TR) Yamaha + 8,864 sec
3. Jonathan Rea (GB) Kawasaki + 8,927
4. Andrea Locatelli (I) Yamaha + 13,992
5. Dominique Aegerter (CH) Yamaha + 14,206
6. Iker Lecuona (E) Honda + 15,809
7. Axel Bassani (I) Ducati + 18,222
8. Xavier Vierge (E) Honda + 20,607
9. Garrett Gerloff (USA) BMW + 20,841
10. Remy Gardner (AUS) Yamaha + 23,475
11. Philipp Öttl (D) Ducati + 31,286
12. Bradley Ray (GB) Yamaha + 31,823
13. Loris Baz (F) BMW + 32,859
14. Hafizh Syahrin (MAL) Honda + 40,429
15. Ivo Lopes (PT) BMW + 46,947
16. Tom Sykes (GB) Kawasaki + 50,828
17. Lorenzo Baldassarri (I) Yamaha + > 1 min
- Alex Lowes (GB) Kawasaki  
- Isaac Vinales (E) Kawasaki  
- Michael Rinaldi (I) Ducati  
- Scott Redding (GB) BMW  
DSQ Danilo Petrucci (I) Ducati + 22,930
Superbike-WM 2023: Stand nach 10 von 36 Rennen
Pos Fahrer Motorrad Punkte
1. Alvaro Bautista (E) Ducati 199
2. Toprak Razgatlioglu (TR) Yamaha 138
3. Andrea Locatelli (I) Yamaha 117
4. Jonathan Rea (GB) Kawasaki 89
5. Axel Bassani (I) Ducati 86
6. Dominique Aegerter (CH) Yamaha 61
7. Xavier Vierge (E) Honda 57
8. Michael Rinaldi (I) Ducati 54
9. Danilo Petrucci (I) Ducati 51
10. Alex Lowes (GB) Kawasaki 44
11. Iker Lecuona (E) Honda 43
12. Remy Gardner (AUS) Yamaha 43
13. Philipp Öttl (D) Ducati 35
14. Scott Redding (GB) BMW 34
15. Garrett Gerloff (USA) BMW 30
16. Michael vd Mark (NL) BMW 19
17. Loris Baz (F) BMW 9
18. Lorenzo Baldassarri (I) Yamaha 6
19. Hafizh Syahrin (MAL) Honda 6
20. Bradley Ray (GB) Yamaha 4
21. Tom Sykes (GB) Kawasaki 1

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