Scott Redding: «Toprak ist nicht besser als ich»

Von Gregory Haynes
Scott Redding (li.) 2023 zusammen mit Toprak Razgatlioglu (re.)

Scott Redding (li.) 2023 zusammen mit Toprak Razgatlioglu (re.)

Toprak Razgatlioglu soll BMW an die Spitze der Superbike-WM bringen: Das erwartet nicht nur der deutsche Hersteller, das hoffen auch viele Fans. Wie Scott Redding die Qualitäten des Türken einschätzt.

Obwohl Jonathan Rea (36) und Alvaro Bautista (39) seit 2019 mehr Erfolge feierten als der aufstrebende und deutlich jüngere Toprak Razgatlioglu (27), hat der Türke eine Ausnahmestellung inne. Das liegt nicht nur an seinem spektakulären Fahrstil, er gewann auch auf einer privaten Kawasaki und in den vergangenen vier Jahren als Einziger auf einer Yamaha. Sein Fahrkönnen ist unbestritten, er lässt uns regelmäßig staunen.

Ist Toprak das fehlende Puzzleteil, das BMW für Siege und den Titel in der Superbike-WM braucht?

Seine drei Markenkollegen Scott Redding, Michael van der Mark und Garrett Gerloff sehen dieses Thema relativ emotionslos. Sie wissen genau, was der Weltmeister von 2021 auf der Strecke leistet und was sie selbst können.

«Ich fuhr noch nicht mit ihm zusammen, er testete an anderen Tagen», erzählte Redding SPEEDWEEK.com bei der BMW-Präsentation in Berlin. «Ich habe auch noch keine Daten von ihm gesehen, er muss erst herausfinden, wo er steht. Wir haben miteinander gesprochen, er sieht wie ich Potenzial für Verbesserungen – Dinge, die ich seit Jahren sage. Es ist gut, dass er bei der Entwicklung den gleichen Weg einschlägt wie ich. Im letzten halben Jahr wurden bei BMW mit dem Personal einige Schritte unternommen, die dieses Jahr einen großen Unterschied ausmachen werden. Ich glaube, alles wird gut. Sie hören jetzt mehr zu und Toprak ist derjenige, der es umsetzen soll. Sie setzen alles auf ihn.»

«Für mich steht fest: Wenn er es kann, dann kann ich es auch», unterstrich der Engländer. «Ich halte ihn nicht für einen besseren Fahrer als mich. Er ist ein extrem guter Fahrer, versteh mich nicht falsch. Er ist sehr talentiert. Hinter einigen Dingen stand für mich immer ein Fragezeichen. Es wird interessant zu sehen, wie er das angeht. Ich war das goldene Kind, als ich zu BMW kam. Ich hatte aber nie das Paket, um das umzusetzen. Jetzt ist das Gesamtpaket besser. Ich habe einen Schritt zur Seite gemacht und fliege unter dem Radar – das passt gut zu mir.»

Was manch einer vergisst: Als Scott Redding 2020 in die Superbike-WM kam, wurde er mit Ducati auf Anhieb Vizeweltmeister. Im Jahr darauf eroberte der inzwischen 31-Jährige WM-Rang 3, für den Hersteller aus Borgo Panigale gewann er zwölf Rennen, brauste 37 Mal aufs Podium und fuhr zwölfmal die schnellste Rennrunde.

In bislang 72 Rennen für BMW erreichte er einen zweiten und zwei dritte Plätze, die Weltmeisterschaft schloss er auf den Rängen 8 und 14 ab.

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